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Analyse

Rapspreise haben wenig Luft nach oben

von , am
22.09.2015

Derzeit überwiegen am internationalen Ölsaatenmarkt eher die bärischen Nachrichten.

Der Raps legte am Freitag ganze 5,50 Euro je Tonne an der Matif zu und schloss knapp unter 370 Euro. © Mühlhausen/landpixel
 
Die Rapspreise sind am europäischen Terminmarkt am Ende der vorigen Woche unter die Marke von 360 Euro gerutscht. Hauptgrund war der kräftige Rückgang der Sojapreise, die in der vorigen Woche auf den tiefsten Stand seit August 2008 - also seit 7 Jahren fielen. Zum Beginn der neuen Woche starten Soja und Raps am Terminmarkt jedoch wieder etwas fester in den Handel und können zumindest einen Teil der Verluste wieder gut machen. Allerdings überwiegen am internationalen Ölsaatenmarkt eher die bärischen Nachrichten. Die bald beginnende US-Sojaernte wird mit 107 Mio. t die Rekordernte aus dem Vorjahr von 108 Mio. t nur knapp verfehlen.
 
Bärische Nachrichten aus Kanada, Brasilien und China
Das kanadische Statistikamt hat die neue Canolaernte letzte Woche von 13,3 Mio. t auf 14,4 Mio. t nach oben korrigiert. Gleichzeitig haben die brasilianischen Analysten von Safras & Mercado ihre Schätzung zur neuen brasilianischen Sojaernte 2016 um 1,2 Mio. t auf den neuen Rekordwert von 100,5 Mio. t nach oben geschraubt und damit deutlich über der bisherigen Rekordernte aus 2015 von 97 Mio. t.
 
Preisdruck kommt zudem aus China. Dort könnte die geplante Reform der Getreidemarktordnung, in Verbindung mit Senkung der staatlichen gestützten Maispreise, unter anderem zu einem Preisrückgang beim Mais von 10 % und mehr führen. Die Folge wäre ein höherer Maisverbrauch durch die chinesischen Tierhalter und weniger Sojaimporte.
 
Rapspreise beginnen neue Woche fester
Die Rapspreise sind am vorigen Freitag (18.09) am europäischen Terminmarkt unter die Marke von 360 gefallen. Der Novemberkontrakt wurde mit 359,50 Euro gehandelt und damit zu 3,50 Euro niedrigeren Preisen als am Vortag (363,0 Euro). Der Februarkontrakt notierte bei 358,50 Euro und damit 3,50 Euro niedriger als am Vortag (362,0). Das Preisniveau der Vorwoche (363,25 Euro) wurde vom November-Raps um 3,75 Euro verfehlt.
 
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Im Vergleich zum Vorjahr (322,75 Euro) waren die Rapspreise (November) am europäischen Terminmarkt damit jedoch immer noch 36,75 Euro bzw. 11,4 % höher. Am Montag Nachmittag (21.09) kann sich der Raps am europäischen Terminmarkt mit Unterstützung der Sojabohne wieder erholen. Der November-Raps legt bis 16: 00 Uhr um 3,75 Euro zu und notiert bei 363,75 Euro. Der Februar-Kontrakt notiert 3,50 Euro höher bei 362,0 Euro.
 
Kassapreise für Raps wenig verändert
Am deutschen Kassamarkt hatten sich die Rapspreise zum Beginn der vorigen Woche zunächst erholt, gaben die Gewinne in der zweiten Wochenhälfte jedoch wieder ab. Im deutschen Großhandel lagen die Preismeldungen am Ende der vorigen Woche (18.09) für den Novembertermin zwischen 364 Euro (Mittelandkanal) und 372 Euro (Mannheim) und damit 1 bis 2 Euro als eine Woche zuvor(364 bis 374). Gleichzeitig handelt man den Februartermin zwischen 363 Euro und 371 Euro und damit 1 Euro niedriger wie vorige Woche (364 bis 372 Euro).
 
In Frankreich bewegten sich die Rapspreise im Großhandel (fob Mosel) am Freitag (18.09) für die Novembertermin bei 363 Euro.
 
USA: Sojapreise fallen auf 7Jahrestief
Die Preise für Sojabohnen haben am vorigen Freitag (18.09) am Terminmarkt in Chicago deutlich nachgegeben und sind auf den tiefsten Stand seit 7 Jahren (August 2008) gefallen. Der vordere Novemberkontrakt (neue Ernte) notierte 2,0 % niedriger bei 867,2 Cent je Buschel (280,6 Euro/t). Der nachfolgende Januar-Kontrakt beendete den Handel 1,9 % niedriger bei 871,4 Cent je Buschel (282 Euro/t).
 
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Das Preisniveau der Vorwoche (874,2 Cent je Buschel) verfehlt der November-Kontrakt um 0,8 %. Das Preisniveau vom vorigen Jahr (976 Cent) wurde am US-Terminmarkt durch den Novemberkontrakt um 11,2 % verfehlt. Am Montag (21.09) können sich die Sojapreise (Novemberkontrakt) erholen und liegen am Nachmittag (16:30 MEZ) 0,6 % im Plus bei 872,2 Cent je Buschel (282,3 Euro).
 
An den Exporthäfen der USA sind die Preisforderungen für Sojabohnen im Vergleich zur Vorwoche zurückgegangen. Am vorigen Freitag (18.09) lagen die Exportpreise für US-Soja am US-Golf (fob) für die Verladung im Zeitraum September bis Oktober bei 358 USD und damit rund 12 USD niedriger als vor einer Woche (366 USD/t). Die Preisforderungen für die neue US-Ernte (November) lagen ebenfalls bei 358 und damit 12 USD niedriger als vor einer Woche (366 USD ).
 
Dr. Olaf Zinke
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