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Analyse

Rapspreise halten sich gut, Sojapreise unter Druck

von , am
18.05.2015

Die Rapspreise konnten sich in der vorigen Woche behaupten, während die Sojapreise nachgaben.

© Vibe images/fotolia.de
 
Die Rapspreise konnten sich in der vorigen Woche behaupten, während die Sojapreise nachgaben. Grund für den Preisdruck bei Soja waren die sehr bärischen Ernteprognosen für die allmählich zum Ende kommende Sojaernte in Südamerika sowie für die derzeit erwarteten neuen Ernten in den USA (2015) und in Südamerika (2016). Die globalen Sojabestände wachsen nach Einschätzung des USDA trotz des weiter wachsenden Verbrauchs auf neue Rekordstände und bestimmen maßgeblich die Preisentwicklung. Die globalen Rapsbestände schrumpfen hingegen wegen des weiter wachsenden Verbrauchs und der kleineren Produktion. Die erwartete globale Erntemenge 2015/16 wäre nach Einschätzung des USDA dennoch die drittgrößte jemals eingebrachte globale Rapsernte.
 
Kleinere europäische Rapsernte, weniger Raps in Kanada
Das USDA geht für 2015 ebenfalls von einer deutlich kleineren Europäischen Rapsernte aus als 2014. Derzeit erwarten die USDA-Analysten eine europäische Rapsernte von 21,60 Mio. t (Vj. 24,3 Mio. t) und damit einen Produktionsrückgang von 2,7 Mio. t oder 11 %. Das wäre dennoch die zweitgrößte europäische Rapsernte. Die europäischen Rasp-Importe werden bei 2,6 Mio. t erwartet und damit etwas kleiner als im letzten Jahr mit 2,85 Mio. t. Für den weltweit größten Exporteure Kanada geht das USDA derzeit ebenfalls von einer kleineren Rapsernte von 14,8 Mio. t aus (Vj. 15,6 Mio. t) und von einer Exportmenge von 8,2 Mio. t nach 8,8 Mio. t im Vorjahr. Die  neue Ernte der Ukraine wird derzeit auf 2,0 Mio. t geschätzt, nach 2,2 Mio. t im Jahr 2014.
 
Riesige Sojaernten in Argentinien und Brasilien
In Argentinien war die Sojaernte am Ende der letzten Woche zu etwa 79,5 % eingebracht, im Vergleich zu knapp 68,6 % in der Woche zuvor und 67,0 % im Jahr zuvor. Die argentinische Getreidebörse in Buenos Aires schätzte die argentinische Sojaernte weiterhin auf den Rekordwert von 60,0 Mio. t (Vj. 54 Mio. t). Das USDA ging für die noch laufende Ernte zuletzt von einer Erntemenge von 58,5 Mio. t aus sowie von Exporten von 8,0 Mio. t Sojabohnen (Vj. 7,8 Mio. t) und 28,9 Mio. t Sojaschrot (Vj: 25,0 Mio. t).
 
In Brasilien schätzten die Analysten der staatlichen Getreideagentur CONAB die Sojaernte Ende der letzten Woche auf 95,1 Mio. t und damit deutlich größer als die bisherige Rekordernte im letzten Jahr von 86,1 Mio. t. Das USDA ging für die abgeschlossene brasilianische Sojaernte zuletzt von einer Erntemenge von 94,5 Mio. t aus sowie von Exporten von 45,65 Mio. t Sojabohnen (Vj. 46,8 Mio. t) sowie von 13,95 Mio. t Sojaschrot (Vj: 13,95 Mio. t).
 
In der Ukraine waren die Sojabohnen  für dei ernte 2015 bis Ende der letzten Woche auf 1,6 Mio. ha (Vj: 1,4 Mio. ha) bzw. 84 % der geplanten Fläche von 1,9 Mio. ha ausgesät. Aus Russland meldete man bei Sojabohnen eine Aussaatfläche von 735.100 ha oder 35,8 % der geplanten Fläche von rund 2,05 Mio. ha.
 
Rapspreise starten fester in die Woche
Am Montag Nachmittag liegen die Rapspreise für den Augustkontrakt (neue Ernte) am europäischen Terminmarkt  mit 1,25 Euro im Plus bei 355,0 Euro. Der Novembertermin wird am Montag Nachmittag 1,50 Euro höher bei 357,0 Euro/t gehandelt. Die Rapspreise hatten am vorigen Freitag am europäischen Terminmarkt  indessen leicht nachgegeben. Der Augustkontrakt (neue Ernte) wurde mit einem Preisabschlag von 0,2 % bei 353,75 Euro gehandelt und kostete damit 0,75 Euro weniger als am Vortag (354,50 Euro).
 
Im Vergleich zur Vorwoche (354,25 Euro) waren die Preise für den Augustkontrakt an der MATIF 0,50 Euro niedriger. Der Novemberkontrakt wurde am vorigen Freitag mit 355,50 Euro und damit 1,25 Euro niedriger gehandelt als am Vortag (356,75). Gleichzeitig kostete der Novembertermin 1,75 Euro weniger als in der Vorwoche (357,25). Im Vergleich zum Vorjahr (359,0 Euro) sind die Rapspreise am europäischen Terminmarkt derzeit 5,25 Euro niedriger.
 
Rapspreise am Kassamarkt gut behauptet
Am deutschen Kassamarkt hatten sich die Rapspreise in der vorigen Woche im behauptet. Im deutschen Großhandel lagen die Preismeldungen am Montag (18.05) an den Großmärkten Hamburg und Mannheim für den Maitermin zwischen 372 Euro und 377 Euro (Vw. 371 bis 374 Euro) und am Mittelandkanal bei 367 Euro (Vw: 366 Euro). Das waren 1 bis 3 Euro höhere Preise als vor einer Woche.
 
Für den Raps der neuen Ernte (August) wurden im deutschen Großhandel am Montag Preise von 351 Euro (MLK) bis 358 Euro (MH) geboten (Vw. 350 Euro und 356 Euro) und damit ebenfalls 1 bis 2 Euro höhere Preise als vor einer Woche. Gleichzeitig handelt man die neue Ernte 21 bis 19 Euro unter dem Niveau der aktuellen Preise. In Frankreich bewegten sich die Rapspreise im Großhandel (fob Mosel) am Montag (18.05) für die neue Ernte bei 355 Euro.
 
Sojapreise im Export zurückgegangen
Die Sojabohne (Maikontrakt) startet am Montag (nach einer schwachen Woche) etwas fester in den Handel und notierten am Nachmittag (MEZ) bei etwa 959 Ct (307 Euro). Am vorigen Freitag hatten die Preise für Sojabohnen (Julikontrakt) am Terminmarkt in Chicago um 0,4 % auf 953,2 Ct je Buschel (305,5 Euro/t) nachgegeben. Im Wochenvergleich sind die Sojapreise in Chicago allerdings deutlich um 2,4 % zurückgegangen.
 
An den US-Exporthäfen (fob-Golf) kostete Soja am vorigen Freitag (15.05) für die Verladung im Mai knapp 385 USD/t (Vw: 395 Euro/t) und für den Juni ebenfalls 385 USD/t (Vw: 391 USD) und damit rund 10 USD bis 6 USD weniger als letzte Woche. Südamerikanische Sojabohnen wurden an den dortigen Exporthäfen für den Mai im Schnitt für 361 USD/t angeboten und 9 preiswerter als in der Vorwoche (Vw. 370 USD und 24 USD billiger als die Ware aus den USA.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter Markt
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