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Analyse

Rapspreise am Kassamarkt über 350 Euro

von , am
22.12.2014

Die Rapspreise sind in der letzten Woche vor dem Jahreswechsel sowohl am Terminmarkt als auch am Kassamarkt gestiegen.

Der Raps hat seine Aufwärtstendenz an der Matif gestern fortgesetzt. © hapo/landpixel
Die Rapspreise sind in der letzten Woche vor dem Jahreswechsel sowohl am Terminmarkt als auch am Kassamarkt gestiegen. Gestützt werden die Preise unter anderem durch die aktuellen Daten des Statistischen Bundesamtes. Dieses meldete für Deutschland einen kräftigen Rückgang des Rapsanbaus von 5,8 Prozent oder 81.000 ha. Dabei hatten die Sojapreise im in der Vorwoche zunächst kräftig nachgegeben, sich dann aber wieder behauptet. Ein Grund für den Preisrückgang bei Soja war die erste Anbau-Schätzung für Soja in den USA durch das USDA.
 
Sojabohnen werden im Jahr 2015 in den USA nach den derzeitigen Erwartungen des USDA auf etwa 34 Mio. ha (84,0 Mio. Acres) ausgesät und damit auf einer ähnlich großen Fläche wie in diesem Jahr (2014) als die Aussaatfläche mit 34,08 Mio. ha (84,2 Mio. Acres) einen neuen Rekordwert erreichte. Anders als von zahlreichen Analysten erwartet, wächst die Sojafläche 2015 jedoch nicht weiter und außerdem übersteigt die Anbaufläche von Sojabohnen die Maisfläche nicht.
 
Aus Brasilien meldete man letzte Woche dass 96 Prozent der Sojabohnen gepflanzt waren. Gleichzeitig wurde die Ernteprognosen vom brasilianischen Landwirtschaftsministerium CONAB jetzt auf 95,8 Mio. t nach oben geschraubt und auch die private Consalting-Firma Fira AgRural ging von 94,9 Mio. t aus. Gestützt wurden die Preise durch Meldungen aus Argentinien, wo man am größten Exporthafen Rosario Streiks der Hafenarbeiter ankündigte. Außerdem will die Zentralbank in Argentinien keine Kredite mehr am Farmer ausgeben, die ihre Sojabohnen (wie schon in den Vorjahren) nicht an die Ölmühlen abliefern. Argentinier sitzt nach Einschätzung des USDA auf den mit Abstand größten Sojabeständen der Welt.
 
Rapspreise am Terminmarkt knapp unter 350 Euro
Die Rapspreise haben am europäischen Terminmarkt im Verlauf der letzten Woche zwischen 343 Euro und 350 Euro geschwankt. Am Freitag (19.12.) beendete der Februartermin den Handel bei 349,25 Euro/t und damit etwa 6,5 Euro teurer als in der Vorwoche (Vw: 342,75 Euro/t) und der Mai wurde mit 345,0 Euro notiert und damit 3,5 Euro höher (Vw: 341,50 Euro) und der August kostete 344 Euro (Vw: 341,75 Euro). Am Montag (22.12) Nachmittag der neuen Woche notiert der Raps unverändert zum Vortag bei 349,25 Euro.
 
Rapspreise am deutschen Kassamarkt über 350 Euro
Die Kassapreise für Raps haben in der letzten Woche kräftig zugelegt. Im deutschen Großhandel lagen die Preismeldungen (Dezember) am Freitag (19.12) an den Großmärkten in Hamburg und Mannheim zwischen 351 Euro und 353 Euro (Vw. 345 und 348 Euro) und am Mittelandkanal bei 350 Euro (Vw. 341 Euro) und damit 5 bis 6 Euro höher als in der Vorwoche. Für die Anlieferung im Februar 2015 wurden an den drei Handelsplätzen Preise zwischen 350 Euro bis 353 Euro geboten und damit ebenfalls 1 bis 4 Euro mehr als letzte Woche (Vw.: 346 bis 352 Euro). In Frankreich bewegten sich die Rapspreise im Großhandel (fob Mosel) am Freitag (19.12) bei 349 Euro und damit 6 Euro höher als vor einer Woche (343 Euro).
 
Sojapreise sind zurückgegangen
Die Sojapreise haben im Verlauf der letzten Woche deutlich nachgegeben. In die neue Woche starteten die Sojabohnen am Montag mit einem ganz leichten Minus von 0,3 %. Der Januarkontrakt ging in Chicago  am vergangenen Freitag (19.12) mit knapp 309 Euro/t (1030 Ct/bu) aus dem Handel und damit in US-Währung 2 Prozent preiswerter. Der März kostete 311 Euro (1038 Ct/bu) und der Maikontrakt notierte bei 313 Euro (1046 Ct/bu). Damit haben sich alle Termine  verbilligt. An den US-Exporthäfen (fob-Golf) kostete Soja am Freitag (19.12) für die Verladung im Dezember unverändert 417 USD/t (340 Euro/t) und für den Februar ebenfalls 417 USD/t (340 Euro) und damit in USD 7 USD weniger als letzte Woche.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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