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Analyse

Rapspreise am Kassamarkt über 400 Euro

von , am
08.06.2015

© jean jannon/aboutpixel.de
 
Die Rapspreise sind in der vorigen Woche sowohl am Terminmarkt (neue Ernte) als auch am Kassamarkt kräftig gestiegen. Am Terminmarkt betrug der Preisanstieg im Wochenvergleich 11 Euro und seit Mitte Mai sind die Rapspreise am Terminmarkt um mehr als 20 Euro oder rund 6 % gestiegen. Am deutschen Kassamarkt kletterten die Rapspreise für die ganz offensichtlich sehr knappe Ware aus der alten Ernte (Juni) im Verlauf der vorigen Woche um 20 Euro und durchbrachen am heutigen Montag im Großhandel sogar die Marke von 400 Euro/t nach oben. Sei Mitte Mai sind die Kassapreise damit um rund 30 Euro bzw. 8 % gestiegen. Mittlerweile sind das  die höchsten Rapspreise seit April 2014 also seit mehr als einem Jahr.
 
Preisabstand zwischen alter und neuer Ernte 30 Euro
Der Preisabstand zwischen alter Ernte (Juni) und neuer Ernte (August) liegt am deutschen Kassamarkt derzeit bei etwa 30 Euro. Bislang sind die Erwartungen an die neue europäische Rapsernte allerdings sehr hoch. Zum Monatswechsel hatte die EU-Kommission ihre Prognose zur europäischen Rapsernte auf der Grundlage der vorliegenden Anbaudaten und Ertragsschätzungen auf 22,43 Mio. t geschätzt. Im Vergleich zur vorigen Prognose der Kommission (21,90 Mio. t) wurde die erwartete Erntemenge damit um 0,53 Mio. t bzw. 2,4 % nach oben gesetzt und wäre nach der Rekordernte aus dem Vorjahr die bislang zweitgrößte europäische Rapsernte.
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Kanada mit erheblichen Problemen
Ein Grund für die überraschend stark gestiegenen Rapspreise ist die sehr knappen Versorgung mit physischer Ware am Kassamarkt und die gestiegenen Preise für Pfanzenöl/Rapsöl. Hinzu das sehr trockene Wetter beim weltweit größten Rapssaat-Exporteur Kanada, und die sehr schwachen Daten aus dem kanadischen Crop-Monitoring. In Saskatchewan, einem der drei kanadischen Topanbaustaaten von Canola, befanden sich nur 44 % der Pflanzen in guter Verfassung, nach 87 % im vorigen Jahr. Außerdem wurde der Anbau von Canola im Vergleich zum Vorjahr in ganz Kanada um knapp 5 % auf 7,7 Mio. ha einschränkt, so dass die Produktion und die Exportmöglichkeiten hinter den bisherigen Erwartungen zurück bleiben könnten.
 
Rapspreise in Kanada um 5 bis 6 % gestiegen
Hinzu kamen in den letzten beiden Wochen kräftige Nachfröste in Kanada, die die Canaola-Pflanzen zusätzlich schädigten. Innerhalb einer Woche sind die Canolapreise am kanadischen Terminmarkt um 5 % bis 6,4 % (neue Ernte) auf den höchsten Stand seit Mai 2014 gestiegen. Der aktuelle Julikontrakt kostete noch 497 CAD/t und die neue Ernte (November) 496 CAD/t. In der vorigen Woche lagen die Preise für die alten Ernte bei 473 CAD und für die neue Ernte sogar nur bei 466 CAD und damit deutlich niedriger.
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Neue Rapsernte am Montag seitwärts
Am Montag Nachmittag lagen die Rapspreise für den Augustkontrakt (neue Ernte) am europäischen Terminmarkt erneut 0,25 Euro im Plus und notierten bei 376,75 Euro. Der Novembertermin wurde am Montag Nachmittag ebenfalls 0,25 Euro höher bei 379,75 Euro/t gehandelt. Am vorigen Freitag  sind die Rapspreise am europäischen Terminmarkt kräftig gestiegen. Der Augustkontrakt (neue Ernte) wurde am Freitag mit 376,50 Euro gehandelt und damit zu 4,50 Euro höheren Preisen als am Vortag (372,0 Euro). Im Vergleich zur Vorwoche (365,75 Euro) sind die Preise für den Augustkontrakt an der MATIF um 10,75 Euro bzw. 2,9 % gestiegen. Der Novemberkontrakt wurde am Freitag mit 379,50 Euro und damit 4,75 Euro höher gehandelt als am Vortag (374,75) Gleichzeitig kostete der Novembertermin 11,75 Euro mehr als in der Vorwoche (367,75). Im Vergleich zum Vorjahr (346,25 Euro) sind die Rapspreise am europäischen Terminmarkt derzeit 30,25 Euro höher.
 
Kassapreise steigen über 400 Euro, Jahreshoch
Am deutschen Kassamarkt sind die Rapspreise zuletzt ebenfalls sehr kräftig gestiegen und übersprangen am Montag für den Juni die Marke von 400 Euro. Im deutschen Großhandel lagen die Preismeldungen am Montag (08.05) für den Junitermin am Großmarkt Hamburg bei 402 Euro (Vw. 390 Euro) und am Mittelandkanal bei 397 Euro (Vw: 385 Euro). Das waren rund 12 Euro höhere Preise als vor einer Woche. Sei Mitte Mai sind die Kassapreise damit um 30 Euro bzw. 8 % gestiegen. Mittlerweile sind dass die höchsten Rapspreise seit April 2014 also seit mehr als einem Jahr.
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Preisabstand zur neuen Ernte bei 30 Euro
Für den Raps der neuen Ernte (August) wurden im deutschen Großhandel am heutigen Montag Preise von 371 Euro (MLK) bis 379 Euro (MH) geboten (Vw. 360 Euro und 364 Euro) und damit zwischen 11 und 15 Euro höhere Preise als vor einer Woche. Gleichzeitig handelt man die neue Ernte (August) rund 30 Euro unter dem Niveau der alten Ernte (Juni). In Frankreich bewegten sich die aktuellen Rapspreise im Großhandel (fob Mosel) am Montag (08.06) für die neue Ernte bei 376 Euro und damit 10 Euro höher als in der Vorwoche (Vw: 366 Euro).
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter Markt
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