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Analyse

Rapspreise kräftig gefallen, Soja unter Erntedruck

von , am
04.05.2015

Einen ungewöhnlich heftigen Preisrutsch gab es kurz vor dem Monatswechsel am europäischen Terminmarkt beim Raps.

Der Raps konnte 0,75 Euro gewinnen und schloss bei 376,50 Euro je Tonne. © landpixel/Beuermann
 
Einen ungewöhnlich heftigen Preisrutsch gab es kurz vor dem Monatswechsel am europäischen Terminmarkt beim Raps. Allerdings machten Analysten hier vor allem technische Faktoren für den heftigen Preisabschlag beim Raps verantwortlich. Am heutigen Montag bestätigt sich diese Annahme wenigstens zum Teil, denn die Rapspreise können einen Teil ihrer Verluste wieder gut machen. Immer stärker wird jedoch der Angebots- und Preisdruck vom südamerikanischen Sojamarkt. Sowohl für Argentinien als auch für Brasilien kam es zuletzt zu weiteren Aufwärtskorrekturen der Ernteprognosen. In Argentinien scheint zudem der Streik an den dortigen Exporthäfen beendet.
 
Argentinische Sojaernte nach oben korrigiert
In Argentinien war die Sojaernte am Ende der letzten Woche zu etwa 61 % eingebracht im Vergleich zu knapp 46 % in der Woche zuvor und 57 % im Jahr zuvor. Die argentinische Getreidebörse in Buenos Aires schätzte die argentinische Sojaernte zudem ein weiteres Mal von 58,5 Mio. t (Vj: 54 Mio. t) auf den neuen Rekordwert von 60,0 Mio. t nach oben. Die Getreidebörse in Rosaria ging zuletzt von einer argentinischen Sojaernte von 59,0 Mio. t. aus.
 
Fast zwei Drittel der brasilianischen Ernte verkauft
Die Sojaernte in Brasilen war Ende der letzten Woche zu 96 % eingebracht (Vw: 90 %). Die letzten Schätzungen zur rekordhohen brasilianischen Sojaernte lagen bei rund 94,3 Mio. t (Vj: 86 Mio. t). Etwa 61 % der Ernte waren Ende April verkauft (im März 53 %) und im Vergleich zu 69 % im vorigen Jahr. In der Ukraine war bis Ende der letzten Woche auf 447.000 ha (Vj: 0,51 Mio. ha) bzw. 24 % der geplanten Fläche von 1,9 Mio. ha Soja ausgesät. Aus Russland meldete man Ende April bei Soja eine Aussaatfläche von 174.200 ha oder 8,5 % der geplanten Fläche von rund 2,0 Mio. ha.
 
Rapspreise mit heftigen Ausschlägen
Am Montag Nachmittag lagen die Rapspreise für die neuen Ernte am europäischen Terminmarkt 9,0 Euro im Plus bei 352,75 Euro. Der Novembertermin legte am Montag Mittag 9,25 Euro zu auf  354 Euro/t. Am letzten Handelstag im April (30.04) waren die Rapspreise am europäischen Terminmarkt für die neue Ernte regelrecht eingebrochen. Der Maitermin wurde nicht mehr gehandelt. Die neue Ernte (August) ging mit einem Abschlag von 3,6 % bei 343,75 Euro aus dem Handel und kostete damit 12,75 Euro weniger als am Vortag (356,50 Euro). Im Vergleich zur Vorwoche (366,50 Euro) waren die Preise an der MATIF für den Augusttermin damit rund 6,2 % bzw. 22,75 Euro niedriger. Der Novemberkontrakt wurde am letzten Handelstag im April (30.04) mit 344,75 sogar 13,0 Euro niedriger gehandelt als am Vortag (357,75). Gleichzeitig kostete der Novembertermin 24,0 Euro weniger als in der Vorwoche (368,75) . Im Vergleich zum Vorjahr (348,0 Euro) sind die Rapspreise am europäischen Terminmarkt derzeit 4,25 Euro niedriger.
 
Rapspreise am Kassamarkt kräftig gefallen
Am deutschen Kassamarkt sind die Rapspreise am Ende der vorigen Woche ebenfalls  eingebrochen. Im deutschen Großhandel lagen die Preismeldungen am Montag (04.05) an den Großmärkten Hamburg und Mannheim für den Maitermin zwischen 367 Euro und 368 Euro (Vw. 378 Euro) und am Mittelandkanal bei 368 Euro. Das waren rund 10 Euro niedrigere Preise als vor einer Woche. Für den Raps der neuen Ernte (August) wurden am Montag Preise von 349 Euro (MLK) bis 354 Euro (MH) geboten (Vw. 354 Euro und 360 Euro) und damit 5 bis 6 Euro niedrigere Preise. Gleichzeitig handelt man die neue Ernte 19 Euro unter dem Niveau der aktuellen Preise. In Frankreich bewegten sich die aktuellen Rapspreise im Großhandel (fob Mosel) am Montag (04.05) bei 370 Euro und waren damit 9 Euro niedriger (Vw: 379 Euro).
 
Südamerikanisches Soja billiger als US-Ware
Die Sojabohne (Maikontrakt) startet am Montag etwas fester in den Handel und notiert am Mittag (MEZ) bei etwa 968,0 Ct (313 Eur. Am letzten Handelstag im April  (30.04) hatt die Sojabohne um 1,2 % auf 976,0 Ct je Buschel (315,6 Euro/t) nachgegeben und am 01. Mai nochmals um 1,2 % auf 964,6 Ct je Buschel (311,9 Euro). Im Wochenvergleich hatten die Sojapreise in Chicago damit jedoch nur um 0,5 % zurückgegangen. An den US-Exporthäfen (fob-Golf) kostete Soja am Freitag (30.04) für die Verladung im Mai knapp 392 USD/t (350 Euro/t) und für den Juni 388 USD/t (346 Euro) und damit sogar etwas mehr als letzte Woche. Südamerikanische Sojabohnen wurden an den dortigen Exporthäfen für den Mai im Schnitt für 369 USD/t angeboten und ähnlich teurer wie in der Vorwoche (369), jedoch 22 USD billiger als die Ware aus den USA.
 
US-Sojabohnen für die neue Saison storniert
Die US-Exportverkäufe von Sojabohnen und Schrot hatten in der letzten Woche noch einmal zugelegt. Bei Sojabohnen lag die Netto-Verkaufsmenge für das aktuelle Wirtschaftsjahr bei 433.400 t (Vw: 102.100 t). Beträchtliche Stornierungen über 118.500 t, gab es jedoch für die neue Ernte 2015. Bei Sojaschrot meldete man Nettoverkäufe von 134.700 t (Vw: 107.400 t). Insgesamt haben die USA damit bis zum aktuellen Termin rund 49,07 Mio. t Sojabohnen ins Ausland verkauft. Im vorigen Wirtschaftsjahr 2013/14 lag die (bereits sehr hohe) US-Ausfuhrmenge zum aktuellen Termin bei 44,6 Mio. t . Sojaschrot wurden bislang 10,1 Mio. t ins Ausland verkauft. Im vorigen Wirtschaftsjahr waren es zu diesem Termin 9,0 Mio. t.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter Markt
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