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Analyse

Rapspreise kräftig gestiegen, Sojapreise fest

von , am
11.05.2015

Die Rapspreise bewegen sich zuletzt wieder nach oben. Dabei kam auch vom Sojamarkt und von den Pflanzenölpreisen Unterstützung

© Walter Christ/aboutpixel.de
 
Die Rapspreise bewegten sich zuletzt wieder nach oben. Dabei kam auch vom Sojamarkt und von den Pflanzenölpreisen Unterstützung. Trotz der jüngsten Preiserholung könnte der Druck auf die Rapspreise jedoch rasch wieder zunehmen. Zum einen bleiben die laufenden Sojaernten in Südamerika auf Rekordkurs und zum anderen wird in den USA eine rekordgroße Aussaatfläche für die neue Sojaernte erwartet. In Europa erwartet die EU-Kommission trotz eines Anbaurückgangs die bislang zweitgrößte europäische Rapsernte und hat ihre Prognose zuletzt nochmals nach oben korrigiert.
 
Kommission korrigiert Rapsernte nach oben
Auf der Grundlage der vorliegenden Anbaudaten und aktueller Ertragsschätzungen rechnet die Kommission jetzt mit einer Rapsernte von 21,90 Mio. t. Im Vergleich zur vorigen Prognose der Kommission (21,15 Mio. t) wurde die erwartete Erntemenge damit um 0,75 Mio. t bzw. 3,5 % nach oben gesetzt. Grundlage für die Korrektur sind die höher erwarteten Rapserträge. Im Vergleich zur Rekordernte aus dem letzten Jahr (2014) von 24,06 Mio. t wäre die erwartete Ernte rund 2,2 Mio. t bzw. 9 % kleiner. Die Ernteschätzungen anderer europäischer Analysten bewegten sich ähnlich hoch wie die aktuelle Prognose der Kommission. Damit wäre die für 2015 erwartete Produktion (trotz des Rückgangs) die bislang zweitgrößte europäische Rapsernte
 
Sojaernte in Brasilien beendet
In Argentinien kam die Sojaernte wegen regional heftiger Regenfälle langsamer voran und war zuletzt zu etwa 68,6 % eingebracht, im Vergleich zu knapp 61,8 % in der Woche zuvor und 63,9 % im Jahr zuvor. Die argentinische Getreidebörse in Buenos Aires schätzte die argentinische Sojaernte weiterhin auf den neuen Rekordwert von 60,0 Mio. t (Vj. 54 Mio. t). In Brasilen war die Sojaernte abgeschlossen. Die Schätzungen zur ebenfalls rekordhohen brasilianischen Sojaernte lagen bei rund 94,3 Mio. t (Vj: 86 Mio. t). In der Ukraine war bis Ende der letzten Woche auf 1,1 Mio. ha (Vj: 1,1 Mio. ha) bzw. 57 % der geplanten Fläche von 1,9 Mio. ha Soja ausgesät. Aus Russland meldete bei Soja eine Aussaatfläche von 394,500 ha oder 19,2 % der geplanten Fläche von rund 2,0 Mio. ha.
 
Rapspreise etwa so hoch wie im Vorjahr
Am Montag Nachmittag liegen die Rapspreise für die neue Ernte am europäischen Terminmarkt 1,75 Euro im Plus bei 356,25 Euro. Der Novembertermin liegt am Montag Mittag 9,25 Euro im Plus bei 359,0 Euro/t. Die Rapspreise haben auch am Ende der ersten Maiwoche am europäischen Terminmarkt zugelegt. Der Augustkontrakt (neue Ernte) wurde mit einem Aufschlag von 0,6 % bei 354,25 Euro gehandelt und kostete damit 2,25 Euro mehr als am Vortag (352,0 Euro). Im Vergleich zur Vorwoche (343,75 Euro) waren die Preise für den Augustkontrakt an der MATIF rund 3,0 % bzw. 10,5 Euro höher. Der Novemberkontrakt wurde am vorigen Freitag mit 357,25 sogar 3,25 Euro höher gehandelt als am Vortag (354,0). Gleichzeitig kostete der Novembertermin 12,50 Euro mehr als in der Vorwoche (344,75). Im Vergleich zum Vorjahr (356,0 Euro) sind die Rapspreise am europäischen Terminmarkt derzeit 1,75 Euro niedriger.
 
Rapspreise am Kassamarkt kräftig gestiegen
Am deutschen Kassamarkt haben sich die Rapspreise in der vorigen Woche wieder deutlich von ihren Tiefs Ende April erholt. Im deutschen Großhandel lagen die Preismeldungen am Montag (11.05) an den Großmärkten Hamburg und Mannheim für den Maitermin zwischen 371 Euro und 374 Euro (Vw. 367 bis 368 Euro) und am Mittelandkanal bei 366 Euro (Vw: 368 Euro). Das waren 4 bis 6 Euro höhere Preise als vor einer Woche. Für den Raps der neuen Ernte (August) wurden am Montag Preise von 350 Euro (MLK) bis 356 Euro (MH) geboten (Vw. 349 Euro und 354 Euro) und damit 1 bis 2 Euro höhere Preise. Gleichzeitig handelt man die neue Ernte 21 bis 18 Euro unter dem Niveau der aktuellen Preise. In Frankreich bewegten sich die aktuellen Rapspreise im Großhandel (fob Mosel) am Montag (11.05) bei 378 Euro und waren damit 8 Euro höher (Vw: 370 Euro).
 
Sojapreise im Export kaum verändert
Die Sojabohne (Julikontrakt) startet am Montag etwas fester in den Handel und notiert am Mittag (MEZ) bei etwa 978,2,0 Ct (327 Euro). Am vorigen Freitag hatten die sich die Preise für Sojabohnen (Julikontrakt) am Terminmarkt in Chicago bei 976,2 Ct je Buschel (320 Euro/t) behauptet. Im Wochenvergleich hatten sich die Sojapreise in Chicago damit ebenfalls nicht verändert. An den US-Exporthäfen (fob-Golf) kostete Soja am vorigen Freitag (08.05) für die Verladung im Mai knapp 395 USD/t (353 Euro/t) und für den Juni 391 USD/t (349 Euro) und damit rund 3 USD bis 4 USD mehr als letzte Woche. Südamerikanische Sojabohnen wurden an den dortigen Exporthäfen für den Mai im Schnitt für 370 USD/t angeboten und ähnlich teurer wie in der Vorwoche (369), jedoch 21 USD billiger als die Ware aus den USA.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter Markt
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