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Analyse

Rapspreise kräftig gestiegen, Sojapreise rückläufig

von , am
14.04.2015

Die Rapspreise sind Verlauf der letzten Woche (trotz der rückläufigen Sojapreise) gestiegen und liegen auch zum Beginn der neuen Woche deutlich im Plus.

Der Raps legte an der Matif 1,25 Euro/t zum Vortag zu. © Mühlhausen/landpixel
 
Die Rapspreise sind Verlauf der letzten Woche (trotz der rückläufigen Sojapreise) gestiegen und liegen auch zum Beginn der neuen Woche deutlich im Plus. Am europäischen Kassamarkt haben die Rapspreise ebenfalls kräftig zugelegt und starten zum Wochenbeginn ebenfalls im Plus. Dabei kommt vom Sojamarkt eigentlich Preisdruck, denn die Ernten in Südamerika werden von Woche zu Woche größer. Unterstützung kommt derzeit vor allem vom Energie- und vom Pflanzenölmarkt, wo die Preise zuletzt gestiegen sind. Bei weiter nachgebenden Sojapreisen wird es für den Raps jedoch schwer werden, dass derzeitige Preisniveau zu halten. Auch die letzten Prognosen zur kommenden europäischen Rapsernte wurden durchweg (leicht) nach oben gesetzt.
 
Sojaernten in Südamerika immer größer
Die brasilianische Sojaernte war zum Ende der letzten Woche zu 75 % eingebracht, im Vergleich zu 80 % im letzten Jahr. Die staatliche brasilianische Getreideagentur CONAB meldet am Freitag neue verbesserte Erntedaten für Soja (und Mais). So schätzte CONAB die Sojaernte von zuvor 93,3 Mio. t auf 94,3 Mio. t nach oben (Vj: 86,1 Mio. t). Die brasilianischen Analysten von Safras & Mercado melden zudem, dass die aktuelle Sojaernte derzeit zu 50 % verkauft ist, im Vergleich zu 62 % im letzten Jahr zu diesem Termin. In Argentinien ist die Sojaernte aktuell zu etwa 14 % eingebracht. Die argentinische Getreidebörse in Buenos Aires schätzte die argentinische Sojaernte letzte Woche von 57 Mio. t. auf 58,5 Mio. t nach oben (Vj: 54 Mio. t).
 
Rapspreise steigen am Terminmarkt über 370 Euro
Am Montag Mittag lagen die Rapspreise am europäischen Terminmarkt 3,25 Euro im Plus bei 373,0 Euro und die neue Ernte kostet am Montag Mittag 2,50 Euro mehr und damit 362,0 Euro. Am vorigen Freitag hatten sich die Rapspreise am europäischen Terminmarkt behauptet. Der Maitermin beendete den Handel am Freitag bei 369,75 Euro/t. Im Vergleich zur Vorwoche (371,25 Euro) waren die Preise an der MATIF damit jedoch um rund 1,6 % bzw. 6,0 Euro gestiegen. Die neue Ernte (August) kostete am vorigen Freitag 359,50 Euro . Im Vergleich zur Vorwoche (355,75 Euro) sind die Preise für die neue Ernte um 3,75 Euro gestiegen. Gleichzeitig kostete die neue Rapsernte (August) 10,25 Euro weniger als der aktuelle Mai-Kontrakt. Im Vergleich zum Vorjahr (370,50 Euro) sind die Rapspreise am europäischen Terminmarkt derzeit 0,75 Euro niedriger.
 
Rapspreise am Kassamarkt kräftig gestiegen
Am deutschen Kassamarkt sind die Rapspreise im Verlauf der vorigen Woche ebenfalls kräftig gestiegen und legen zum Wochenbeginn weiter zu. Im deutschen Großhandel lagen die Preismeldungen am Montag (13.04) an den Großmärkten Hamburg und Mannheim zwischen 373 Euro und 379 Euro (Vw. 364 Euro und 370 Euro) und am Mittelandkanal bei 372 Euro (Vw. 363 Euro). Das sind 8 bis 9 Euro höhere Preise als am Montag der Vorwoche. Für den Raps der neuen Ernte (August) werden am Montag 355 Euro (MLK) bis 361 Euro (MH) geboten (Vw. 350 Euro und 355 Euro) und damit etwa 6 Euro höhere Preise als in der Woche zuvor, jedoch rund 17 Euro unter dem Niveau der aktuellen Preise. In Frankreich bewegten sich die aktuellen Rapspreise im Großhandel (fob Mosel) am Montag (13.04) bei 373 Euro.
 
Exportpreise für Sojabohnen rückläufig
Die Sojabohne (Maikontrakt) startet am Montag im seitwärts in den Handel und notiert Sojapreise bei 952,6 Ct (330 Euro). Am Freitag hatten sich die Preise in Chicago bei 951,4 Ct je Buschel (329,5 Euro/t) behauptet. Im Wochenvergleich sind die Sojapreise (Maikontrakt) in Chicago jedoch um 2,7 % zurückgegangen. Der Julikontrakt notierte am letzten Freitag bei 331 Euro (956 Ct/bu) und der August bei 331 Euro/t (955 Ct/bu). Die neue US-Ernte (November) kostete am Freitag mit 326 Euro/t (942,4 Ct/bu) und damit in USD knapp 1 % weniger als letzte Woche. An den US-Exporthäfen (fob-Golf) kostete Soja am Freitag (10.04) für die Verladung im April knapp 381 USD/t (359 Euro/t) und für den Mai 378 USD/t (356 Euro) und damit 8 USD weniger als letzte Woche. Südamerikanische Sojabohnen wurden an den dortigen Exporthäfen für den Mai im Schnitt für 362 USD/t angeboten und damit 8 USD/t preiswerter als in der Vorwoche und 16 USD billiger als die Ware aus den USA.
 
US-Sojaexporte gehen weiter zurück
Die US-Exportverkäufe von Sojabohnen und Schrot sind in der letzten Woche weiter zurückgegangen. Bei Sojabohnen lag die Netto-Verkaufsmenge der USA letzte Woche bei 176.700 t. Bei Sojaschrot meldete man Nettoverkäufe von 46.000 t. Insgesamt haben die USA damit bis zum aktuellen Termin jedoch rund 48,32 Mio. t Sojabohnen ins Ausland verkauft. Im vorigen Wirtschaftsjahr 2013/14 lag die (bereits sehr hohe) US-Ausfuhrmenge zum aktuellen Termin bei 44,59 Mio. t und war rund 8 % oder 3,7 Mio. t kleiner. Sojaschrot wurden bislang 9,77 Mio. t ins Ausland verkauft. Im vorigen Wirtschaftsjahr waren es zu diesem Termin 8,69 Mio. t.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter Markt
 
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