Login
Analyse

Rapspreise peilen 360-Euro-Marke an

von , am
23.02.2015

Die Rapspreise haben am Terminmarkt im Wochenvergleich etwas zugelegt. Auch am deutschen Kassamarkt sind die Rapsreise im Verlauf der letzten letzten Woche leicht gestiegen.

Der Raps legte am Freitag ganze 5,50 Euro je Tonne an der Matif zu und schloss knapp unter 370 Euro. © Mühlhausen/landpixel
 
Die Rapspreise haben am Terminmarkt im Wochenvergleich leicht zugelegt. Auch am deutschen Kassamarkt sind die Rapsreise im Verlauf der letzten letzten Woche leicht gestiegen. Gestützt wurde der europäische Rapsmarkt von den ungewöhnlich festen Preisen für Sojabohnen und Sojaschrot. Maßgeblich für den sehr festen Sojakomplex waren die unverändert guten Exportzahlen bei Sojabohnen und Sojaschrot in den USA sowie die sehr langsame brasilianische Sojaernte und die entsprechend langsame Verladung an den brasilianischen Exporthäfen. Bis zum 20. Februar war die Sojaernte in Brasilien zu 20 % eingebracht, im Vergleich zu 13 % in der Woche zuvor und gegenüber 30 % im letzten Jahr .
 
Rapspreise am Terminmarkt knapp unter 360 Euro
Die Rapsreise haben sich am europäischen Terminmarkt am Freitag (20.02) sehr gut behauptet. Der Maitermin beendete den Handel am Freitag bei 358,0 Euro/t und damit 0,50 Euro höher als am Vortag (357,50 Euro). Die neue Ernte (August) kostete 352,75 Euro und damit eben so viel wie am Vortag (352,75 Euro). Gleichzeitig kostet die neue Rapsernte (August) 5,25 Euro weniger als der aktuelle Mai-Kontrakt. Im Vergleich zum Vorjahr (371,0 Euro) sind die Rapspreise am europäischen Terminmarkt derzeit 13,0 Euro niedriger. Am Montag (23.02) Vormittag beginnt der Handel am europäischen Terminmarkt für den Mai-Termin mit einem Plus von 1,0 Euro bei 359,0 Euro/t und ist nicht weit von der 360-Euro-Marke entfernt. Der August (neue Ernte) beginnt den Handel am Montag ebenfalls mit einem Minus von 1,0 Euro bei 353,25 Euro.
 
Rapspreise am Kassamarkt bei 360 Euro
Am deutschen Kassamarkt haben die Rapsreise in der letzten Woche leicht zugelegt. Im deutschen Großhandel lagen die Preismeldungen (Februar) an den Großmärkten in Hamburg und Mannheim am Montag (23.02) zwischen 360 Euro und 361 Euro (Vw. 357 Euro und 358 Euro) und am Mittelandkanal bei 357 Euro (Vw. 353 Euro) und damit rund 3 bis 4 Euro höher als eine Woche zuvor. Für die Anlieferung im Mai 2015 wurden an den drei Handelsplätzen Rapspreise zwischen 360 Euro bis 364 Euro geboten (Vw.: 356 bis 361 Euro). Für den Raps der neuen Ernte (August) werden aktuell 350 Euro (MLK) bis 354 Euro (MH) geboten (Vw. 347 Euro und 351 Euro) und damit 3 Euro höhere Preise als vor einer Woche. In Frankreich bewegten sich die aktuellen Rapspreise im Großhandel (fob Mosel) am Montag (23.02) bei 362 Euro und damit 1 Euro höher als vor einer Woche (361 Euro).
 
Sojapreise halten sich weiter oben
Die Sojapreise sind in den USA im Wochenvergleich leicht gestiegen und haben zudem mehrfach die Marke von 1000 ct je Buschel nach oben überwunden. Der Märzkontrakt ging am letzten Freitag (20.02) mit knapp 322 Euro/t (999,2 Ct/bu) aus dem Handel. Im Wochenverlauf haben die Sojapreise (in USD) in Chicago damit (ungeachtet der Schwankungen) um knapp 1,0 % zugelegt. Der Maikontrakt notierte bei 323 Euro (1002,2 Ct/bu) und der Juli bei 325 Euro/t (1006,6 Ct/bu). Die neue US-Ernte (November) kostete am Freitag mit 316 Euro/t (980 Ct). Am Montag Vormittag (MEZ) liegen die Sojapreise wieder 0,4 % im Plus bei 1003 Ct. An den US-Exporthäfen (fob-Golf) kostete Soja am Freitag (20.02) für die Verladung im Februar 407 USD/t (357 Euro/t) und für den April 396 USD/t (347 Euro) und damit 4 USD mehr als letzte Woche. Südamerikanische Sojabohnen werden an den dortigen Exporthäfen aktuell für 382 USD/t und für den April im Schnitt mit 379 USD/t angeboten und damit je nach Termin 25 USD bis 20 USD/t preiswerter als die Ware aus den USA.
 
US-Sojaexporte laufen weiter gut
Die US-Exportverkäufe von Sojabohnen sind in der letzten Woche zurückgegangen und bei Sojaschrot gestiegen. Trotz des Rückgangs bei Sojabhnen befinden sich die laufenden Exportverkäufe auf höherem Niveau als sonst (saisonal) zu Zeitpunkt eigentlich üblich ist und stützt die Preise. Hauptgrund ist die langsame Sojaernte in Brasilien und die entsprechend langsame Verladung an den brasilianischen Exporthäfen. Bei Sojabohnen lag die Netto-Verkaufsmenge der USA letzte Woche bei 505.600 t. Im Vergleich zu den Exportverkäufen von 745.400 t in der Vorwoche sind die Exportverkäufe um 32 % zurückgegangen. Bei Sojaschrot meldete man für die letzte Woche Nettoverkäufe von 316.600 t, nach 189.400 t in der Woche zuvor und damit einen Anstieg der Verkaufsmenge von 67 %. Vor diesem Hintergrund hat das USDA die Exportprognose für Sojabohnen für das aktuelle Wirtschaftsjahr 2014/15 von 46,8 Mio. t auf 47,8 Mio. nach oben geschraubt.
 
Dr. Olaf Zinke
 
{BILD:629396:png} 
Auch interessant