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Analyse

Rapspreise rutschen unter 390 Euro

von , am
06.07.2015

Die Rapspreise sind zum Monatswechsel nochmals gestiegen, kommen jedoch zum Beginn der neuen Woche unter Druck und rutschen für den vorderen Augustkontrakt zunächst wieder unter die Marke von 390 Euro

Der Raps legte an der Matif 1,25 Euro/t zum Vortag zu. © Mühlhausen/landpixel
 
Die Rapspreise sind zum Monatswechsel nochmals gestiegen, kommen jedoch zum Beginn der neuen Woche unter Druck und rutschen für den vorderen Augustkontrakt zunächst wieder unter die Marke von 390 Euro. Dennoch befinden sich die Rapspreise weiterhin auf einem sehr hohen Niveau und der Abstand zu den Vorjahrespreisen betrug zuletzt am europäischen Terminmarkt 55 Euro bzw. 16 % (!!). Die Ursachen für die sehr hohen Rapspreise liegen zum einen der Trockenheit in Europa und den weiter rückläufigen Ertrags- und Ernteerwartungen für Raps und zum anderen in der extremen Witterung in Kanada (Trockenheit) und den USA (soja) und den negativen Auswirkungen auf die dortige Canola- und Sojaernte.
 
Ölsaaaten am Montag unter Druck
Die Rapspreise beginnen den Handel am europäischen Terminmarkt am heutigen Montag unter dem Druck der nachgebenden Soja- und Canolapreise ebenfalls im Minus. Der vordere Augusttermin liegt am Montag Mittag mit einem Abschlag von 5,25 Euro bei 389,0 Euro und der November mit einem Minus von 5,75 Euro bei 392,50 Euro. Druck kommt dabei sowohl von den am Montag deutlich nachgebenden Sojapreisen als auch von deutlich schwächeren Canolapreisen.
 
Am vorigen Freitag hatten die Rapspreise am europäischen Terminmarkt ebenfalls nachgegeben. Der Augustkontrakt (neue Ernte) wurde mit 394,25 Euro gehandelt und damit zu 2,75 Euro niedrigeren Preisen als am Vortag (397,0 Euro). Im Vergleich zur Vorwoche (391,25 Euro) waren die Preise für den Augustkontrakt an der MATIF um 3,0 Euro bzw. 0,7 % höher.
 
Der Novemberkontrakt wurde am Freitag mit 398,25 Euro und damit 2,50 Euro niedriger gehandelt als am Vortag (400,75) Gleichzeitig kostete der Novembertermin 3,50 Euro mehr als in der Vorwoche (394,75). Im Vergleich zum Vorjahr (339,25 Euro) sind die Rapspreise am europäischen Terminmarkt derzeit 55,0 Euro höher.
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Canolapreise auf höchsten Stand seit zwei Jahren
Am kanadischen Terminmarkt sind die Canolapreise im Verlauf der vorigen Woche weiter gestiegen, liegen jedoch am heutigen Montag deutlich im Minus. Der vordere Julikontrakt kostete am Montag Nachmittag noch 538 CAD (385 Euro) und die neue Ernte (November) 525,70 CAD (377 Euro).
 
Am vorigen Freitag lagen die Preise für die alte Ernte bei 541,30 CAD und für die neue Ernte bei 533,50 CAD (382 Euro). Damit waren die Canolapreise am Freitag für die alte Ernte 29 CAD höher und für die neue Ernte 9 CAD höher als eine Woche zuvor. Im Vergleich zum Vorjahr (455 CAD // 326 Euro) waren die Canolapreise am kanadischen Terminmarkt am Freitag 86 CAD bzw. 19 % höher und auf dem höchsten Stand seit Juli 2013.
 
Rapspreise am Kassamarkt weiter gestiegen
Am deutschen Kassamarkt sind die Rapspreise in der vorigen Woche ebenfalls gestiegen, dürften jedoch zum Beginn der neuen Woche nachgeben. Im deutschen Großhandel wurden für den Raps der neuen Ernte (August) am Freitag (03.07) Preise von 390 Euro (MLK) bis 399 Euro (MH) geboten (Vw. 385 Euro und 394 Euro) und damit etwa 5 Euro höhere Preise als vor einer Woche.
 
In Frankreich bewegten sich die aktuellen Rapspreise im Großhandel (fob Mosel) am Montag (03.07) für die neue Ernte bei 394 Euro und damit 2 Euro höher als am Montag der Vorwoche (Vw: 392 Euro).
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Sojapreise geben zum Wochenbeginn nach
Am Montag Mittag (MEZ) lagen die vorderen Sojapreise am Terminmarkt in Chicago ebenfalls 1,3 % im Minus bei 1033 Ct je Buschel (342 Euro) und für den August 1,6 % im Minus bei 1022 Cent (338 Euro) . Am vorigen Donnerstag (02.7.) war die Sojabohne (Julikontrakt) um 0,1 % auf 1045,2 Cent je Buschel (346 Euro/t) gestiegen.
 
Die neue Soja-Ernte (November) notierte am letzten Handelstag unverändert bei 1030,2 Cent je Buschel (341 Euro/t). Im Wochenvergleich sind die vorderen Sojapreise in Chicago jedoch um 4,0 % gestiegen.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter Markt
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