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Analyse

Rapspreise im Sog der Sojapreise kräftig gestiegen

von , am
06.01.2015

Die Rapspreise sind zum Beginn der aktuellen Woche am europäischen Terminmarkt kräftig gestiegen.

Für Raps ging es an der Matif um 1,25 Euro aufwärts auf 368,75 Euro je Tonne. © Mühlhausen/landpixel
Die Rapspreise sind zum Beginn der aktuellen Woche am europäischen Terminmarkt kräftig gestiegen. Auslöser für den Preissprung war der sehr kräftige Preisanstieg bei Sojabohnen in den USA. Die Kassapreise für Raps haben sich hingegen zum Wochenbeginn nur wenig verändert. Am Dienstag starten die Rapspreise am europäischen Terminmarkt erneut im grünen Bereich. Diese Entwicklung dürfte wohl heute auch die Kassapreise am deutschen Markt nach oben ziehen.
 
Angebot aus Südamerika, fallende Ölpreise
Eigentlich erwarten die meisten Analysten im Januar eine (kräftige) Preiskorrektur bei Sojabohnen nach unten. Ein Grund ist der übliche Wechsel der globalen Nachfrage (und Einkäufe) von Nord- nach Südamerika, wo in allen exportorientierten Ländern (Brasilien, Argentinien. Paraguay) in den nächsten Monaten eine Rekordernte ansteht und damit ein riesiges Angebot mit niedrigeren Preisen erwartet wird. Zugleich dürften die fallenden Rohölpreise auch die Preise für Sojaöl und Biodiesel (auch aus Rapsöl) massiv drücken und damit auch die Preise für Soja (und Raps) nach unten ziehen. Davon ist bislang allerdings noch nicht viel zu merken.
 
Rapspreise am Terminmarkt steigen kräftig
Die Rapspreise haben am europäischen Terminmarkt am ersten Handelstag der neuen Woche sehr kräftig zugelegt. Am Montag (05.01.) beendete der Februartermin den Handel bei 355,25 Euro/t und damit 7,50 Euro bzw. 2,2 % höher als am Freitag (347,75 Euro). Der Maikontrakt wurde am Montag (05.01) mit 352,0 Euro notiert und damit 6,25 Euro teurer als am Vortag (345,75 Euro) und der August (neue Ernte) kostete 348,75 Euro und damit 5,25 Euro mehr als am 02. Januar (343,50 Euro). Am europäischen Terminmarkt liegen die Rapspreise am Dienstag Mittag (06.01) für den Februarkontrakt am bei 356,5 Euro/t und damit 1,25 Euro bzw. 0,4 % höher als am Tag zuvor (355,25 Euro)
 
Rapspreise am Kassamarkt kaum verändert
Am deutschen und europäischen Kassamarkt haben sich die Rapsreise zuletzt nur wenig verändert. Im deutschen Großhandel lagen die Preismeldungen (Februar) an den Großmärkten in Hamburg und Mannheim am Montag zwischen 348 Euro und 360 Euro (Vw. 354 und 360 Euro) und am Mittelandkanal bei 348 Euro (Vw. 348 Euro) und damit ähnlich hoch wie in der Woche zuvor oder sogar etwas niedriger. Für die Anlieferung im Mai 2015 wurden an den drei Handelsplätzen Rapspreise zwischen 350 Euro bis 356 Euro geboten (Vw.: 350 bis 362 Euro). In Frankreich bewegten sich die Rapspreise im Großhandel (fob Mosel) am Dienstag (06.01) bei 355 Euro und damit 1 Euro höher als eine Woche zuvor (354 Euro).
 
Sojapreise fast 4 Prozent höher
Die Sojapreise haben am Montag (05.01) in den USA kräftig zugelegt. Der Märzkontrakt ging mit knapp 321 Euro/t (1045 Ct/bu) aus dem Handel. Damit sind die Kurse in US-Währung um knapp 3,8 % gestiegen. Der Maikontrakt notierte bei 323,5 Euro (1052,0 Ct/bu) und der Juli 325 Euro/t (1057,4 Ct/bu). Am heutigen Dienstag (05.01) sind die Sojapreise im elektronischen vorbörslichen Handel unverändert. An den US-Exporthäfen (fob-Golf) kostete Soja am Montag (05.01) für die Verladung im Januar 418 USD/t (350 Euro/t) und für den Februar 417 USD/t (349 Euro) und damit in USD 16 USD mehr als am Freitag.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Markt
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