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Analyse

Rapspreise steigen kräftig, Soja kaum verändert

von , am
06.10.2014

Die Rapspreise sind Europa in der letzten Woche kräftig gestiegen und starten auch in die zweite Oktoberwoche mit deutlichen Aufschlägen.

Der Raps legte an der Matif 1,25 Euro/t zum Vortag zu. © Mühlhausen/landpixel
 
Die Rapspreise sind Europa in der letzten Woche kräftig gestiegen und starten auch in die zweite Oktoberwoche mit deutlichen Aufschlägen. Am letzten Freitag kostete Raps am europäischen Terminmarkt 325 Euro und damit rund 10 Euro mehr als vor einer Woche und am Montag Nachmittag (14:00 Uhr ) lagen die Kurse sogar bei knapp 329 Euro. Das sind die höchsten Rapspreise in der EU seit Ende Juli und auch die Kassakurse ziehen entsprechend kräftig nach oben. Dabei hatte die EU-Kommission ihre rekordhohe Einschätzung zur europäischen Rapsernte mit 22,3 Mio. t letzte Woche bestätigt, blieb damit jedoch unter der Erwartung anderer europäischer und internationaler Analysten von einer Ernte von deutlich über 23 Mio. t Raps.
 
Größere Sojafläche in Brasilien, aber Trockenheit
Auch in Kanada haben die Canolapreise zugelegt, obwohl das kanadische Statistikamt die Erwartungen an die Canolaernte letzte Woche moderat auf 14,1 Mio. t nach oben korrigiert hat. Dagegen haben sich die Sojapreise in der letzten Woche im wesentlich seitwärts bewegt. Grund ist neben den neuerlichen Aufwärtskorrekturen der Ertrags- und Ernteprognosen durch verschiedene US-Analysten auch die aktuelle Anbauausweitung bei Soja in Brasilien um 1,3 Mio. ha auf den Rekordwert von 31,5 Mio. ha. Allerdings ist de es in in einigen Anbaugebieten Brasiliens zum Beginn der Hauptaussaat im Oktober zu trocken und die Aussaat verzögert sich oder die Pflanzen und damit das Wachstumspotential werden geschwächt.
 
Rapspreise am Terminmarkt ziehen kräftig an
Die Rapspreise haben sich am europäischen Terminmarkt in der letzten Woche überraschend deutlich auch ohne Unterstützung der Sojapreise gestiegen. Der Novemberkontrakt beendete den Handel am Freitag (03.10) bei 325 Euro. Das waren knapp 10,00 Euro mehr als am Freitag der Vorwoche (315,50 Euro/t). Der Februartermin notierte am Freitag (03.10) bei 329,50 Euro/t und damit 9,0 Euro höher als in der Vorwoche (Vw: 320,50 Euro/t). Am Montag (06.10) bewegen sich die Rapspreise am europäischen Terminmarkt weiter nach oben und lagen für den November um 14:00 Uhr bei 328,50 Euro. Das sind die höchsten Rapspreise in der EU seit Ende Juli. Im Vergleich zu den Preisen von Anfang Oktober 2013 (368,50 Euro)sind die Rapspreise am europäischen Terminmarkt 43,50 Euro oder 12 % niedriger.
 
Rapspreis am Kassamarkt kräftig gestiegen
Die Kassapreise für Raps lagen zum Begin der neuen Woche deutlich höher als in der Woche zuvor. Im deutschen Großhandel lagen die Preismeldungen (Oktober) zum Beginn der neuen Woche (06.10) an den Großmärkten in Hamburg und Mannheim zwischen 329 bis 330 Euro (Vw. 315 bis 316 Euro) und am Mittelandkanal bei 321 Euro (Vw. 310 Euro) und damit etwa 11 bis 14 Euro höher als in der Vorwoche. Für die Anlieferung im Dezember wurden an den genannten drei Handelsplätzen Preise zwischen 328 bis 336 Euro geboten und damit 14 bis 17 Euro mehr als letzte Woche (Vw. 314 bis 319 Euro). In Frankreich bewegten sich die Rapspreise im Großhandel (fob Mosel) am Montag (06.10) bei 322 Euro und damit rund 8 Euro höher als vor einer Woche (314 Euro).
 
Sojapreise zuletzt seitwärts, Aufschläge zum Wochenbeginn
Die Sojapreise haben im Verlauf der letzten Woche am US-Terminmarkt kräftig geschwankt, sich am Ende aber nicht deutlich verändert. Gleichzeitig blieb der Abschlag der Preise am Kassamarkt (258 Euro) gegenüber dem Terminmarkt stabil. Der Novembertermin kostete am Freitag (03.10.) 266,7 Euro (912,2 Ct/bu) und damit in Euro rund 4 Euro mehr als am Freitag vor einer Woche mit 263 Euro/t (910,2 Ct/bu) in US-Dollar jedoch ähnlich viel. Der Januarkontrakt ging am vergangenen Freitag (03.10) mit knapp 269 Euro/t (920,4 Ct/bu) aus dem Handel und der März mit 271,4 Euro( 928,4 Ct/bu) Im Vergleich zu den Preisen von Anfang Oktober 2013 (344 Euro) sind die Sojapreise am Terminmarkt derzeit 77 Euro oder 22 % niedriger.. Am heutigen Montag (22.09) starten die US-Sojapreise mit einem deutlichen Plus in den Handel. An den US-Exporthäfen (fob-Golf) kostete Soja am Freitag (03.10) für die Verladung im Oktober 402 USD/t (321 Euro/t) und für den Dezember 398 USD/t (317 Euro) und damit in USD-Dollar ähnlich teuer wie letzte Woche.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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