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Analyse

Rapspreise wenig verändert, Sojapreise schwanken weiter

von , am
18.11.2014

Die Rapspreise haben sich trotz beträchtlicher Schwankungen in der letzten Woche (am Terminmarkt) seitwärts bewegt und sind am Kassamarkt leicht gestiegen.

Der Raps legte an der Matif 1,25 Euro/t zum Vortag zu. © Mühlhausen/landpixel
Die Rapspreise haben sich trotz beträchtlicher Schwankungen in der letzten Woche (am Terminmarkt) seitwärts bewegt und sind am Kassamarkt leicht gestiegen. Am Montag (17.11) starteten die Rapspreise etwas schwächer in die neue Woche. Gleichzeitig haben die Sojapreise am US-Terminmarkt in der vorigen Woche sehr heftig geschwankt. Die neue Woche (Montag) beginnt für Soja erneut mit einem Plus. Noch heftiger als bei Soja waren die Preisausschläge zuletzt bei Sojaschrot. Trotz der Preisschwankungen und Korrekturen waren Sojabohnen US-Terminmarkt am Montag (17.11) 12 Prozent teuer als Anfang Oktober. Sojaschrot hat sich in der gleichen Zeit um knapp 30 Prozent (!!) verteuert. Die Rapspreise sind gut 10 Euro oder knapp 4 % höher als Anfang Oktober.
 
Sojaernte zu 94 Prozent eingebracht
Eine Ursache für die immer wieder steigenden Sojapreise sind die sehr hohen laufenden Exportverkäufe der USA. Gleichzeitig ist das physische Angebot am US-Kassamarkt (ungeachtet der bis zum 16. November zu 94 Prozent abgeschlossen Rekordernte) nicht so reichlich wie man es vermuten könnte. Vor allem das verfügbare Angebot an Sojaschrot ist offenbar sehr knapp und hatte letzte Woche zu Spekulationen über (preiswerte) zwischenzeitliche Sojaschrotimporte großer US-Tierproduzenten aus Argentinien geführt. Immer mehr Gewicht für den Ölsaatenmarkt gewinnt zudem die starke Verzögerung der Sojaaussaat in Zentralbrasilien. Dies führt letztlich auch zu einer späteren Ernte mit einer deutlichen längeren globalen Versorgungslücke zwischen US-Ernte und und der brasilianischen Ernte am Weltmarkt im nächsten Frühjahr.
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US-Sojaexporte deutlich höher als im Vorjahr
Die US-Exporte von Sojabohnen laufen weiterhin sehr gut, auch wenn sich das Tempo, wegen der kräftig gestiegenen Preise, zuletzt abschwächt hat. In der letzten Woche wurden Netto (abzüglich der Stornierungen) rund 1,07 Mio. t Sojabohnen ins Ausland verkauft und damit deutlich weniger als der Woche zuvor (1,61 Mio. t). Von den Gesamtverkäufen gingen letzte Woche 0,73 Mio. t China. Die bislang insgesamt ins Ausland verkaufte Sojamenge der USA liegt bei 36,7 Mio. t und damit 8 Prozent über dem vergleichbaren bereits sehr hohen Vorjahreswert von 34,0 Mio. t. Erwartet werden vom USDA dieses Wirtschaftsjahr US-Soja-Ausfuhren von 46,8 Mio. t. Die bislang ins Ausland verkaufte Menge Sojaschrot liegt bei 6,29 Mio. t und damit 20 Prozent über dem vergleichbaren Vorjahreswert 5,24 Mio. t. Erwartet werden vom USDA dieses Wirtschaftsjahr US-Sojaschrot-Ausfuhren von 11,6 Mio. t.
 
Rapspreise am Terminmarkt wenig verändert
Die Rapspreise haben am europäischen Terminmarkt in der letzten Woche zwischen 343 Euro und 335 Euro geschwankt. Am Montag (17.10) startete der Raps dann mit leichten Abschläge in die neuen Woche, dürfte aber vom wieder etwas festeren Sojamarkt Unterstützung erhalten. Am Montag (17.11.) beendete der Februartermin den Handel bei knapp 336 Euro/t und damit etwa 1 Euro höher als in der Vorwoche (Vw: 335 Euro/t) und der Maikontrakt wurde mit 339,75Euro notiert und damit ebenfalls 1 Euro teurer (Vw: 338,50 Euro).
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Rapspreise am Kassamarkt etwas gestiegen
Die Kassapreise für Raps haben in der letzten Woche moderat zugelegt. Im deutschen Großhandel lagen die Preismeldungen (November) am Montag (17.11) an den Großmärkten in Hamburg und Mannheim zwischen 333 Euro und 335 Euro (Vw. 330 und 333 Euro) und am Mittelandkanal bei 331 Euro (Vw. 326 Euro) und damit zwischen 3 und 5 Euro höher als in der Vorwoche. Für die Anlieferung im Februar wurden an den drei Handelsplätzten Preise zwischen 332 bis 340 Euro geboten und damit 1 bis 4 Euro mehr als letzte Woche (Vw. 331 bis 336 Euro). In Frankreich bewegten sich die Rapspreise im Großhandel (fob Mosel) am Montag (17.11) bei 333 Euro und damit 2 Euro höher als vor einer Woche (331 Euro).
 
Sojapreise für die hinteren Termine teurer
Die Sojapreise haben in der vorigen Woche nach einem kräftigen Anstieg wieder nachgegeben. In die neue Woche starteten die Sojabohnen am Montag erneut mit einem Plus von 1,3 Prozent. Der Novembertermin kostete am Montag (17.11.) 305 Euro (1036,2 Ct/bu) und geringfügig weniger wie vor einer Woche mit 306 Euro/t (1040 Ct/bu). Der Januarkontrakt ging am vergangenen Montag (17.11) mit knapp 307 Euro/t (1044 Ct/bu) aus dem Handel und der März mit 309 Euro (1050 Ct/bu). Damit haben sich die hinteren Termine verteuert. Am Dienstag (18.11) starten die US-Sojapreise mit einem leichten Minus in den elektronischen Handel. Der Preisabstand zwischen Kassamarkt (298 Euro/t) und Terminmarkt beträgt rund 7 Euro und damit etwas wenierg als in Vorwoche. An den US-Exporthäfen (fob-Golf) kostete Soja am Montag (17.11) für die Verladung im Dezember 433 USD/t (346 Euro/t) und für den Februar ebenfalls 430 USD/t (344 Euro) und damit 5 bis 7 USD weniger als letzte Woche.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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