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Analyse

Raps/Soja: Preisdruck bei Raps und Soja bleibt hoch

von , am
02.09.2014

Auch am Ölsaatenmarkt bestimmen rekordhohe Ernteprogosen die Marktentwicklung

Der Raps hat seine Aufwärtstendenz an der Matif gestern fortgesetzt. © hapo/landpixel
Auch am Ölsaatenmarkt bestimmen rekordhohe Ernteprogosen die Marktentwicklung. Das betrifft sowohl die erwartete riesige Sojaernte in den USA (und in der Welt) als auch die Rapsernte in der Europäischen Union. Allerdings hat die knappe Versorgung mit Soja und Sojaschrot bis zur neuen US-Ernte die Preise für die vorderen Sojakontrakte zuletzt immer wieder gestützt und nach oben getrieben, während die Preise für die neuen Erne immer weiter nach unten rutschten und die Rapspreise zusätzlich unter Druck setzte. Ende August hat der IGC seine Ernte-Prognose für die neue US-Sojaernte aktualisiert und diese nochmals leicht nach oben gesetzt. Gleichzeitig hat die EU-Kommission ihre Einschätzung zur aktuellen Rapsernte aktualisiert und die erwartete Rekordernte nicht nur bestätigt sondern weiter nach oben oben geschraubt. Dennoch bleibt die die Kommission (anders als bei Mais) damit recht deutlich unter den Schätzungen der meisten anderen Analysten.
 
Vordere Sojapreise schwanken weiter stark
Die sehr knappe Versorgung am US-Sojamarkt bis zur neuen Ernte hat am letzten Freitag im August erneut für einen Anstieg der vorderen US-Sojapreise gesorgt. Allerdings hatte es in den Wochen zuvor sehr kräftige Kursverluste gegebenen. Dagegen gaben die hinteren Sojapreise für die neue US-Ernte weiter leicht nach. Die europäischen Rapspreise gerieten am letzten Freitag im August hingegen erneut sehr kräftig unter Druck. Insgesamt sind die Sojapreise in den USA von Mai bis August in USA um etwa 18 % gefallen. Allerdings haben die Preise für die alte Ernte im August sehr stark geschwankt. Derzeit befinden sich die Sojapreise für die neue Ernte auf dem tiefsten Stand seit September 2010. In Europa sind die Rapspreise von Mai bis August um rund 8 % gefallen und haben im August ebenfalls kräftig geschwankt. Im Vergleich zum Monatswechsel August/September des Jahres 2013 (386 Euro) sind die Rasspreise am europäischen Terminmarkt derzeit 62 Euro oder 18 % niedriger. Gleichzeitig befinden sich europäischen Rapspreise auf dem niedrigsten Stand seit Juni 2010 also seit gut 4 Jahren.
 
Rapspreise wieder etwas schwächer
Die Rapspreise haben am europäischen Terminmarkt haben im Verlauf der letzten Woche zunächst etwas zugelegt. Sind dann aber Freitag wieder abgesackt. Der Novemberkontrakt beendete den Handel am Freitag (29.08) bei 323,75 Euro. Das war knapp 1,0 Euro weniger als am Freitag der Vorwoche (22.08) als der November mit 324,50 Euro/t aus dem Handel ging. Der Februartermin notierte am Freitag (29.08.) bei 327,75 Euro/t (Vw: 328,25 Euro/t). Am Montag (01.09) bewegten sich die Rapspreise an der MATIF seitwärts, denn in den USA fand kein Handel statt. Im deutschen Großhandel lagen die aktuellen Preismeldungen (September) je nach Region und Handelsplatz zwischen 310 Euro und 322 Euro (Vw: 313 Euro/t und 324 Euro) und damit 2 Euro niedriger als in der Vorwoche. Für die Lieferung im November wurden Anfang dieser Woche zwischen 315 und 327 Euro geboten (Vw.: 318 Euro und 331 Euro/t ) und damit 3 bis 4 Euro weniger als letzte Woche.
 
Vordere Sojapreise etwas erholt, Neue Ernte schwächer
In der letzten Augustwoche haben die Sojapreise für den knappen vorderen Termin (alte Ernte) am US-Terminmarkt nach einem weiteren Rückgang, am Ende der Woche wieder zugelegt, während die hinteren Kontrakte (neue Ernte) erneut leicht nachgaben. Im Wochenvergleich erholte sich der Septemberkontrakt um 2 % und der November gab um knapp 2 % nach. Am heutigen Dienstag (02.09) starten die US-Sojapreise für den September mit einem Minus in den Handel und für den November liegt leicht im Plus (Montag war in den USA ein Feiertag). Der Septemberkontrakt für Sojabohnen hatte den Handel am Freitag (29.08) am US-Terminmarkt in Chicago umgerechnet mit 304,9 Euro/t (1024,2 Ct/bu) beendet und der Novembertermin kostete 286,6 Euro/t (1042 Ct/bu). An den US-Exporthäfen (fob-Golf) kostete Soja am Freitag (29.08) für die Verladung im September 450 USD/t (343 Euro/t) und für den November 437 USD/t (333 Euro).
 
Kanadische Rapspreise leicht erholt
In Kanada sind die Rapspreise nach einer kurzen Zwischenerholung am Ende der letzten Augustwoche wieder unter Druck geraten. Umgerechnet 293 Euro/t (419,80 CAD) kostete der Novembertermin in Kanada am letzten Freitag und damit rund 3 CAD mehr als vor einer Woche (417,80 CAD). Der Januarkontrakt wurde am Freitag (29.08) mit 298 Euro (425,8 CAD) gehandelt und damit 4 CAD teurer. Am heutigen Dienstag (02.09) starten die Canolapreise für den September in Winnipeg mit einem leichten Plus in den Handel und der November liegt im Minus. Im Vergleich zu den Preisen vom Vorjahr (514 CAD) sind die Canolapreise derzeit 18 % oder rund 94 CAD niedriger.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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