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Analyse

Raps/Soja: Rapspreise fallen auf 4Jahrestief

von , am
02.06.2014

Die Rapspreise für die neue Ernte sind am europäischen Terminmarkt mit dem Beginn des neuen Monats unter 350 Euro gefallen.

© Vibe images/fotolia.de
 
Die Rapspreise für die neue europäische Ernte sind am Terminmarkt mit dem Beginn des neuen Monats unter 350 Euro gefallen. Am Freitag konnte sich die Preise noch knapp über dieser Marke behaupten. Sollte sich das Niveau im weiteren Handel bestätigen, ist dass nicht nur der niedrigste Rapspreis in diesem Jahr (2014) sondern auch seit Mitte 2010, also seit etwa 4 Jahren. Ursache für den anhaltenden Preisrückgang ist zum einen die offenbar auf Rekordniveau erwartete neue europäische Rapsernte. Hinzu kommt die aktuelle Schwäche am Sojamarkt. Dabei haben bei Soja vor allem die Preise für die vorderen Termine im Vergleich deutlich moderater nachgegeben und liegen trotz der Korrektur auf ziemlich hohem Niveau. Erst die neue, ebenfalls auf Rekordniveau erwartetet Sojaernte in den USA, kostet deutlich weniger.
 
EU-Rapspreise auf 4Jahrestief
Die Rapspreise (für die neue Ernte) haben am europäischen Terminmarkt vor dem Hintergrund einer (sehr) großen Ernte und schwächer Sojapreise nachgegeben und. Der Augustkontrakt (neue Ernte) notierte am Freitag (30.05) bei knapp 350,50 Euro. Damit kostete neue Ernte in Paris rund 8,0 Euro weniger wie vor 10 Tagen. Am Montag (02.06) Nachmittag (MEZ) rutschten die Rapspreise an der MATIF dann weiter bis auf auf 348 Euro nach unten. Da ist nicht nur der niedrigste Preise in diesem Jahr sondern auch der tiefste Stand der Rapspreise seit Mitte 2010, also seit 4 Jahren.
 
Kassapreise für Raps brechen ebenfalls ein
Im deutschen Großhandel lagen die Preismeldungen letzte Woche für die alte Ernte (Mai) überwiegend zwischen 375 Euro und 380 Euro (Vw.: 388 Euro und 390) und für die neuen Ernte (August) zwischen 344 und 346 Euro (Vw: 351 und 357 Euro/t). Sowohl für die alte als auch für die neue Ernte haben die Preise damit in den letzten 10 Tagen kräftig um 6 bis 10 Euro nachgegeben.
 
Knappe aktuelle Versorgung stützt Soja
Am US-Terminmarkt haben die Sojapreise letzte Woche um etwa 1 % nachgegeben. (und sich damit im Vergleich zum Raps sehr gut behauptet). Grund für die relativ stabilen Preise der alten Sojaernte ist die sehr knappe Versorgung am US-Binnenmarkt und die starke preisstützende Nachfrage von den Exportmärkten (China). Auch die aktuelle südamerikanische Rekordernte hat für die vorderen Termine keinen deutlichen Preisrückgang gebracht. Die Preise sind erst ab Herbst 2014 mit der neuen US-Ernte deutlich niedriger.
 
Soja trotz Korrektur auf hohem Niveau
Am Freitag (30.05) haben die Sojapreise am US-Terminmarkt leicht um 0,4 % nachgegeben und auch am heutigen Montag (02.06) starten die US-Preise im vorbörslichen Handel mit einem ähnlichen Minus von knapp 0,5 %. Der Julikontrakt für Sojabohnen hatte den Handel am Freitag (30.05) am US-Terminmarkt in Chicago umgerechnet mit 402,8 Euro/t (1493,2 Ct/bu) beendet und der Augusttermin kostete 384 Euro/t (1424 Ct/bu). Die nächste US-Ernte (November) wurde am Freitag (30.05.) mit 333 Euro/t (1233,6 Ct/bu) gehandelt. Damit liegen die Sojapreise in Chicago derzeit nur um 2 % unter dem letzten 11Monatshoch von Ende Mai.Die neue Ernte kostet allerdings 70 Euro  bzw. 18 % weniger wie das Soja für die vorderen Termine (Juli).
 
Kanadische Rapspreise (Canola) unter Druck
In Kanada sind die Rapspreise (Canola) letzte Woche um etwa 4 % gefallen und behaupteten sich zudem nur noch knapp über der technisch wichtigen Marke von 450 CAD/t. Das ist der niedrigste Stand seit März 2014. Auslöser für den Preisrückgang sind der gute Aussaatfortschritt und die guten Wachstumsbedingungen für den kanadischen Sommerraps (Canola) inden drei kanadischen Prärieprovinzen. Umgerechnet 309 Euro/t (458 CAD) kostete der Julitermin am Terminmarkt (Winnipeg) in Kanada am Freitag. Die neue Ernte (November) wurde am Freitag (30.05) mit 313,5 Euro (465 CAD) gehandelt. Am heutigen Montag (02.06) starten die Canola-Preise in Winnipeg im vorbörslichen Handel mit einem deutlichen Minus von 4 bis 5 CAD.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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