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Analyse

Raps/Soja: Rapspreise finden noch keinen Boden

von , am
18.08.2014

Die europäischen Rapspreise konnten in der letzten Woche weder am Terminmarkt noch am am Kassamarkt ihr Niveau halten.

Der Raps legte an der Matif 1,25 Euro/t zum Vortag zu. © Mühlhausen/landpixel
 
Die europäischen Rapspreise konnten in der letzten Woche weder am Terminmarkt noch am am Kassamarkt ihr Niveau halten. Druck kam sowohl von der weiterhin sehr groß eingeschätzten europäischen Ernte als auch von den internationalen Märkten. Unter anderem dürfte die im Wesentlichen für den Export nach Europa bestimme ukrainischen Raps-Ernte größer sein als zuletzt gedacht. Auch an der riesengroß erwarteten neuen US-Sojaernte hat sich im letzten USDA-Report nichts geändert. Unterstützung kam zuletzt allenfalls von den vorderen Sojapreisen und den relativ regen US-Exportverkäufen. In den USA verhindert die bis zur neuen Ernte sehr knappe Marktversorgung einen stärkeren Preisrückgang und bewirkt immer wieder auch Zwischenerholung der Sojapreise, die dann auch den Raps stützen.
 
Hintere Rapstermine geben stärker nach
Die Rapspreise haben am europäischen Terminmarkt im Verlauf der letzten Woche erneut nachgegeben. Der Novemberkontrakt beendete am Freitag (15.08) den Handel nur noch bei 321,75 Euro. Das waren rund 6,0 Euro weniger als am Freitag vor 8 Tagen (08.08) als der November-Kontrakt mit 328 Euro/t aus dem Handel ging. Am Montag (18.08) Mittag bewegten sich die Rapspreise an der MATIF zunächst seitwärts. Die Sojapreise in den USA lagen am Montag zum Handelsbeginn im Plus. Im deutschen Großhandel lagen die aktuellen Rapspreise (August) am Montag je nach Region zwischen 306 und 316 Euro (Vw: 309 Euro/t und 322 Euro) und damit 3 bis 6 Euro niedriger als in der Vorwoche. Für die Lieferung im November wurden Anfang dieser Woche zwischen 315 und 323 Euro geboten (Vw.: 322 Euro und 332 Euro/t ) und damit 7 bis 9 Euro weniger als letzte Woche.
 
Vordere Sojapreise fester als neuen Ernte
End der letzten Woche haben die Sojapreise am US-Terminmarkt zugelegt. Dabei zogen die vorderen Termine (September) erneut stärker an die hinteren Kontrakte. Der September legte am Donnerstag und Freitag (15.08.) um insgesamt 2 % zu und der November verteuerte sich am Donnerstag um 0,8 % gab am Freitag jedoch schon wieder nach. Am heutigen Montag (18.08) starten die US-Sojapreise erneut mit einem leichten Plus in den Handel. Der Septemberkontrakt für Sojabohnen hatte den Handel am Freitag (15.08) am US-Terminmarkt in Chicago umgerechnet mit 302,4 Euro/t (1102 Ct/bu) beendet und der Novembertermin kostete 288,59 Euro/t (1052 Ct/bu). An den US-Exporthäfen (fob-Golf) kostete Soja am Freitag (15.08) für die Verladung im September 475 USD/t (354 Euro/t) und für den November 447 USD/t (336 Euro).
 
Kanadische Rapspreise ebenfalls unter Druck
In Kanada sind die Rapspreise im Verlauf der letzten Woche deutlich um gut 3 % gefallen. Daran konnte auch die weitere Abwärtskorrektur der kanadischen Canolaernte durch das USDA nichts ändern. Umgerechnet 295 Euro/t (429,5 CAD) kostete der Novembertermin in Kanada am Freitag und damit rund 14 CAD weniger als vor 10 Tagen (444 CAD). Der Januarkontrakt wurde am Freitag (15.08) mit 298 Euro (434 CAD) gehandelt. Am heutigen Montag starten die Canola-Preise in Winnipeg erneut mit einem Minus. Seit Ende Juni haben die Preise etwa 15 % oder knapp 30 CAD verloren.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
 
Hier finden Sie weitere Informationen und Ernteprognosen am Weltmarkt: http://marktkompass.agrarheute.com/s/usdarapsaugust14
 
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