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Analyse

Raps/Soja: Rapspreise tiefrot, Kassamarkt bei 310 Euro

von , am
22.09.2014

Der Raps legte am Freitag ganze 5,50 Euro je Tonne an der Matif zu und schloss knapp unter 370 Euro. © Mühlhausen/landpixel
Die Preise für Raps haben am Ende der letzten Woche kräftig nachgegeben. Auch die neue Woche beginnt am Montag (22.09) am Terminmarkt mit weiteren empfindlichen Preisabschlägen. Eine Ursache sind die negativen Vorgaben vom Sojamarkt. Auch die Rapspreise am Kassamarkt sind in Europa weiter zurückgegangen. Kräftiger als bei Raps ging es erneut für Soja und Sojaschrot nach unten. Dabei wird jedoch der Abstand zwischen  den Sojapreisen am US-Kassamarkt und  den Terminmarktpreisen für die neue Ernte wieder größer. Das verdeutlicht noch einmal die sehr knappe Versorgung am US-Markt und am Weltmarkt bis zu erwarteten neuen US-Rekordernte. Gleichzeitig drücken jedoch die immer höheren Ertragserwartungen für die neue US-Ernte auf die Preise. Am Montag Mittag (22.09) lagen die Rapspreise am europäischen Terminmarkt schon wieder 6 Euro oder 1,8 % im Minus. In den USA gingen die Sojapreise im vorbörslichen elektronischen Handel um 1,5 % zurück und erhöhten damit den Druck auf die Rapspreise. In Kanada (Winnipeg) startete Canola im vorbörslichen Handel ebenfalls mit einem deutlichen Minus.
 
Rapspreise beginnen die Woche tiefrot
Die Rapspreise haben am europäischen Terminmarkt am Ende der letzten Woche  nachgegeben. Der Novemberkontrakt beendete den Handel am Freitag (19.09) mit 318,25 Euro. Das waren knapp 3,50 Euro weniger als am Freitag der Vorwoche (321,50 Euro/t). Der Februartermin notierte am Freitag (19.09.) bei 324,50 Euro/t und damit 0,5 Euro schwächer als in der Vorwoche (Vw: 325,0 Euro/t). Am Montag (22.09) beginnen die Rapspreise den Handel an der MATIF erneut mit sehr kräftigen Preisabschlägen von gut 6 Euro oder 1,80 Prozent und liegen für den November um 13:00 Uhr nur noch bei 312,75 Euro. Im Vergleich zum letzten Jahr im September 2013 (368 Euro) sind die Rapspreise am europäischen Terminmarkt damit 55 Euro oder 15 % niedriger. Gleichzeitig befinden sich die europäischen Rapspreise auf dem tiefsten Stand seit Mai 2010.
 
Kassapreise für Raps unter Druck
Im deutschen Großhandel lagen die Preismeldungen (September) zum Beginn der neuen Woche (22.09) an den Großmärkten in Hamburg und Mannheim bei 309 bis 310 Euro (Vw. 320 Euro) und am Mittelandkanal bei rund 307 Euro (Vw. 316 Euro) und damit etwa 9 bis 10 Euro niedriger als in der Vorwoche. Für die Lieferung im November wurden an den genannten Handelsplätzten zwischen 313 bis 317 Euro geboten und damit 7  Euro weniger als in der letzten Woche (Vw. 320 bis 324 ). In Frankreich bewegten sich die Rapspreise im Großhandel (fob Mosel) am letzten Freitag (19.09) noch bei 317 Euro und damit rund 1 Euro niedriger als in der Woche zuvor. Mit den weiter fallenden Terminmarktpreisen dürften wohl auch die Kassapreise in Frankreich weiter nachgeben.
 
Sojapreise weiter unter Druck, hohe Prämie
Die Sojapreise haben im Verlauf der letzten Woche am US-Terminmarkt nachgegeben. Allerdings ist die Prämie für die am Kassamarkt gehandelte Ware (Umgerechnet ca. 35 Euro) wieder deutlich größer geworden. Der Novembertermin kostete am Freitag (19.09.) 274 Euro ( 957 Ct/bu) und damit gut 6 Euro weniger als am Freitag vor einer Woche mit 280 Euro/t (985,2 Ct/bu). Der Januarkontrakt ging am vergangenen Freitag (19.09) mit knapp 276 Euro/t (965,2 Ct/bu) aus dem Handel. Im Vergleich zum letzten Jahr im September 2013 (337 Euro) sind die Sojapreise am Terminmarkt derzeit 63 Euro oder 19 % niedriger. Außerdem befinden sich die Sojapreise auf dem tiefsten Stand seit Mai 2010. Am heutigen Montag (22.09) starten die US-Sojapreise erneut mit einem kräftigen Minus von 1,5 Prozent in den Handel. An den US-Exporthäfen (fob-Golf) kostete Soja am Freitag (19.09) für die Verladung im Oktober 415 USD/t (322 Euro/t) und für den November 412 USD/t (318 Euro) und damit gut 10 Euro weniger als letzte Woche.
 
Kanadische Rapspreise weiter abwärts
In Kanada haben die Rapspreise deutlich nachgegeben. Umgerechnet 278,5 Euro/t (393,50 CAD) kostete der Novembertermin in Kanada am letzten Freitag (19.09) und damit knapp 10 CAD weniger als vor einer Woche (412,5 CAD). Der Januarkontrakt wurde am Freitag (19.09) mit 282,8 Euro ( 399,6 CAD) gehandelt und damit 11 CAD billiger. Am heutigen Montag (22.09) starten die Canolapreise in Winnipeg für den November und den Januar mit Abschlägen in den Handel. Im Vergleich zu den Preisen im zum Vorjahr (506 CAD) sind die Canolapreise derzeit 22 % oder rund 112 CAD niedriger.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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