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Analyse

Raps/Soja: Sojamarkt zweigeteilt, Rapspreise etwas erholt

von , am
25.08.2014

Der kräftige Anstieg der vorderen US-Sojapreise hat auch für festere Rapspreise in Europa gesorgt.

© landpixel
Die sehr knappe Versorgung am US-Sojamarkt bis zur neuen Ernte und der kräftige Anstieg der vorderen US-Sojapreise, hat auch für etwas festere Rapspreise in Europa gesorgt. Dabei verlief jedoch die Preisentwicklung bei Soja zweigeteilt. Während der vordere Sojakontrakt (September) im Wochenverlauf um etwa 6 % nach oben kletterte, gaben die nachfolgenden Termine (neuen Ernte) nach. Damit hat sich vordere Termin bei Sojabohnen (alte Ernte) erneut sehr deutlich von der übrigen Marktentwicklung (neue sehr große Ernte) abgekoppelt.
 
Alte Sojaernte verteuert sich weiter
Ähnlich ist die Situation auch zum Beginn der neuen Woche. Der Preis am US-Terminmarkt für die alterntigen Sojabohnen steigt weiter an und liegt im vorbörslichen elektronischen Handel 0,5 % im Plus. Dagegen geben die Preise für die hinteren Termine wegen der weiterhin erwarteten neuen Rekordernte weiter nach. Händler melden zudem das sich die Basis für den September (also die Differenz zwischen Kassa- und Terminmarkt auf Rekordstand befindet). In Kanada beginnen die Canolapreise den Handel am Terminmarkt ebenfalls mit einem leichten Plus. Dort stützt zudem auch die letzte Woche nach unten korrigieret neuen Ernte die Preise. In Europa bewegen sich die Rapspreise am Monat Mittag seitwärts.
 
Rapspreise erholen sich vor allem am Kassamarkt
Die Rapspreise haben am europäischen Terminmarkt im Verlauf der letzten Woche (mit den vorderen Sojapreisen) etwas zugelegt. Der Novemberkontrakt beendete den Handel am Freitag (22.08) bei 324,50 Euro. Das waren knapp 3,0 Euro mehr als am Freitag vor 8 Tagen (15.08) als der November mit knapp 322 Euro/t aus dem Handel ging. Der Februartermin notierte am Freitag (22.08.) bei 328,25 Euro/t. Am Montag (25.08) Mittag bewegten sich die Rapspreise an der MATIF zunächst seitwärts. Im deutschen Großhandel lagen die aktuellen Preismeldungen (August) je nach Region und Handelsplatz zwischen 313 Euro und 324 Euro (Vw: 306 Euro/t und 316 Euro) und damit 7 bis 8 Euro höher als in der Vorwoche. Für die Lieferung im November wurden Anfang dieser Woche zwischen 318 und 331 Euro geboten (Vw.: 315 Euro und 323 Euro/t ) und damit 3 bis 8 Euro mehr als letzte Woche.
 
Vordere Sojapreise fester als neuen Ernte
In der letzten Woche haben die Sojapreise für den knappen vorderen Termin (alte Ernte) am US-Terminmarkt zugelegt, während die hinteren Kontrakte (neue Ernte) deutlich nachgeben. Der September kletterte im Wochenverlauf um 6 % und der November gab um rund 1 % nach. Am heutigen Montag (25.08) starten die US-Sojapreise für den September erneut mit einem Plus in den Handel und für den November wiederum im Minus. Der Septemberkontrakt für Sojabohnen hatte den Handel am Freitag (22.08) am US-Terminmarkt in Chicago umgerechnet mit 324 Euro/t (1166 Ct/bu) beendet und der Novembertermin kostete 290,03 Euro/t (1042 Ct/bu). An den US-Exporthäfen (fob-Golf) kostete Soja am Freitag (22.08) für die Verladung im September 473 USD/t (358 Euro/t) und für den November 444 USD/t (336 Euro).
 
Kanadische Rapspreise weiter gefallen
In Kanada sind die Rapspreise im Verlauf der letzten Woche weiter gefallen, auch wenn sich die Kurse in der zweiten Wochenhälfte wieder etwas erholten. Grund für die Erholung war die nach unten korrigierte Ernteprognose durch das kanadische Statistikamt. Umgerechnet 289 Euro/t (417,80 CAD) kostete der Novembertermin in Kanada am Freitag und damit rund 12 CAD weniger als vor einer Woche (429,5 CAD). Der Januarkontrakt wurde am Freitag (22.08) mit 292 Euro ( 422 CAD) gehandelt und damit ebenfalls 12 CAD billiger. Am heutigen Montag starten die Canola-Preise in Winnipeg im grünen Bereich. Im Vergleich zum Vorjahr (Ende August 2013) sind die Canolapreise derzeit 20 % oder rund 105 CAD niedriger.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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