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Analyse

Raps/Soja: Sojapreise für alte Ernte stürzen ab, Raps unter Druck

von , am
27.08.2014

Die Sojapreise sind Anfang der Woche sehr stark unter Druck geraten und haben auch die Preise für Sojaschrot und für Raps und mit nach unten gezogen.

© Beuermann/landpixel
Die Sojapreise sind Anfang der Woche sehr stark unter Druck geraten und haben auch die Preise für Sojaschrot und für Raps und mit nach unten gezogen. Von der Korrektur war ganz besonders die am US-Terminmarkt gehandelte alte Sojaernte betroffen. Der Septemberkontrakt verlor in Chicago von Montag bis Dienstag Nachmittag (16:30 MEZ) rund 7,0 % und stürzte auf den tiefsten Stand seit Dezember 2011 bzw. September 2010. Bislang hatten sich die Preise für die alte Sojaernte wegen der sehr knappen Marktversorgung bis zum Herbst deutlich besser gehalten als die neue Sojaernte und der Abstand zwischen beiden Terminen war zuletzt immer größer geworden. Das hat sich mit der aktuellen Korrektur erst einmal geändert und auch am Dienstag gaben die Preise für den vorderen Termin deutlich stärker nach. In der Folge sind vor allem die Preise für den vorderen Sojaschrot und  auch für Raps in Europa unter Druck geraten. Vorderes Sojaschrot (September) rauschte am US-Terminmarkt bis Dienstag Nachmittag um mehr 10 % nach unten und Raps verlor am europäischen Terminmarkt am Montag rund 1 % oder 3 Euro konnte sich am Dienstg jedoch behaupten.
 
Ernteprognosen und Bonitierung drücken Preise
Auslöser für die scharfe Preis-Korrektur sind offenbar die sehr guten Ernteprognosen für die neue US-Soja-Ernte. Immer häufiger wird die bereits rekordhohe Ernteerwartung des USDA von knapp 104 Mio. t (Vj. 89 Mio. t) von den Prognosen privater Analysten übertroffen. Auch die für den Markt wichtigen Einschätzungen und Messungen der einflussreichen Midwest-Crop-Tour  im Mittelwesten der USA haben die sehr hohen Ertragsprognosen in den wichtigsten Anbaustaaten ausdrücklich bestätigt. Zusätzlicher Preis-Druck entstand am Montag Abend zudem durch den aktuellen Crop-Progress-Report des USDA, der bei Soja für die Woche bis 24. August etwa 70 % der Pflanzen in gutem oder sehr gutem Zustand sieht. Im vorigen Jahr kamen zu diesem Termin lediglich 58 % der Pflanzen in diese beiden besten Kategorien. Im  größten Anbaustaat Iowa befinden sich diesem Jahr sogar 73 % der Sojapflanzen und in Illinois sogar 78 % in guter und sehr guter Verfassung. Das ist insgesamt die beste Crop-Bonitierung seit 1994 also seit 10 Jahren.
 
Alte Sojaernte stürzt ab und zieht Schrotpreise mit
Von Montag bis Dienstag Nachmittag (16:30 MEZ) die Sojapreise für den vorderen Termin (alte Ernte) am US-Terminmarkt um  gut 7,0 % abgestürzt, während die hinteren Kontrakte (neue Ernte) im gleichen Zeitraum um rund 2 % nachgaben. Der Septemberkontrakt für Sojabohnen hatte den Handel am Montag (25.08) am US-Terminmarkt in Chicago umgerechnet mit 313 Euro/t (1256 Ct/bu) beendet und der Novembertermin kostete 286,5 Euro/t (1042 Ct/bu). Damit war der September 11 Euro billiger als am Freitag (22.08.) und der November kostete 4 Euro weniger. Am Dienstag (26.08) Nachmittag (16:30 MEZ) kostete der September dann umgerechnet nur noch 304 Euro (1092 Ct/bu) und der November nur noch knapp 285 Euro (1022 Ct/bu). Das waren nochmals fast 10 Euro bzw. 2 Euro weniger als am Montag. Sehr kräftig mit nach unten gezogen wurden zudem die Preise für vorderes Sojaschrot (September). Hier rauschten die Notierungen am US-Terminmarkt in knapp zwei Tagen um rund 10 % bzw. 37 Euro auf nur 324 Euro/t nach unten und der hinteren Termin (Oktober) verlor knapp 5 % auf 291 Euro/t.
 
Rapspreise nach Korrektur behauptet
Die Rapspreise haben am europäischen Terminmarkt am Montag (mit den vorderen Sojapreisen) rund 1 % oder rund 3 Euro verloren, konnten sich dann am Dienstag aber einigermaßen behaupten. Der Novemberkontrakt beendete den Handel am Montag (25.08) bei 321,50 Euro. Das waren knapp 3,0 Euro weniger als am Freitag (22.08). Der Februartermin notierte am Montag (25.08.) bei 325,50 Euro/t und ebenfalls 3 Euro billiger. Am Dienstag (26.08) Nachmittag bewegten sich die Rapspreise an der MATIF seitwärts. Im deutschen Großhandel lagen die aktuellen Preisangebote (August) je nach Region und Handelsplatz zwischen 310 Euro und 321 Euro und damit 3 Euro niedriger als zum Wochenbeginn. Für die Lieferung im November wurden zwischen 315 und 326 Euro geboten und damit ebenfallls  3 bis 5 Euro weniger.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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