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Analyse

Soja: Brasilianer senken Ernteprognose

von , am
05.03.2014

Die Analysten von Safras & Mercado haben die Erwartungen an die Sojaernte in Brasilien zum Monatswechsel deutlich nach unten korrigiert

© Mühlhausen/landpixel
 
Die Analysten von Safras & Mercado haben die Erwartungen an die Sojaernte in Brasilien zum Monatswechsel deutlich nach unten korrigiert. Mit 86,1 Mio. t liegt die aktuelle Prognose 5,7 Mio. t oder gut 6 % niedriger als vor vier Wochen. Trotzdem übertrifft die erwartete Erntemenge den bisherigen Rekord aus dem letzten Jahr noch um 5 Mio. t. Allerdings ist die aktuelle Anbaufläche mit rund 29,5 Mio. ha auch fast 2 Mio. ha größer als in der letzten Saison. Bis zum 28. Februar hatten die brasilianischen Farmer rund 41 % der neuen Ernte eingebracht.
 
Kleinere Ernte, trotzdem Rekord
Safras & Mercado erwartet jetzt eine brasilianische Sojaernte von 86,1 Mio. t. Die vorige Prognose vom 24. Januar war mit 91,8 Mio. t rund 5,7 Mio. t oder gut 6 % höher. Ursache für die deutliche Produktionskorrektur ist die Trockenheit im Süden des Landes sowie die heftigen Regenfälle im wichtigsten Anbaustaat Mato Grosso. Trotz der deutlichen Korrektur wird der Produktionsrekord aus dem Vorjahr von 81,5 Mio. t noch immer deutlich um 5 Mio. t übertroffen.
 
Weniger Exporte möglich, USDA muss korrigieren
Das USDA war in seinem Februarreport von einer brasilianischen Ernte von 90 Mio. t ausgegangen. Hier dürfte Anfang der nächsten Woche mit dem neuen USDA Report wohl eine deutliche Abwärtskorrektur erfolgen . Gleiches gilt für den erwarteten Export. Das USDA hat die brasilianischen Ausfuhren für das aktuelle Wirtschaftsjahr 2013/14 im Februar  auf 45 Mio. t geschätzt nach knapp 42 Mio. t im letzten Jahr. Die USA erwarteten ihre Exporte im Februar bei 41 Mio. t, hatten dann aber bis Ende Februar bereits 43,5 Mio. t Soja ins Ausland verkauft.
 
Ernte schneller als im Durchschnitt
Die Sojaernte war nach den Daten von Safras & Mercado bis Ende Februar schon zu 41 % eingebracht. Bezogen auf die aktualisierte Produktionsschätzung von Safras entspricht das einer Erntemenge von etwa 35 Mio. t. Im letzten Jahr waren zu diesem Termin 37 % der Sojaernte eingebracht und damit etwas weniger. Im langjährigen Mittel lag der Erntefortschritt zu diesem Termin mit 26 % allerdings erheblich niedriger. Vor dem Hintergrund der schnellen Ernte müsste das brasilianische Soja eigentlich bald an den Exporthäfen und -märkten auftauchen und die Preisführerschaft übernehmen.
 
In Mato Grosso 60 % des Sojas geerntet
Im wichtigsten Anbaustaat Mato Grosso war die Sojaernte Ende Februar bereits  zu 60 % beendet. Das ist trotz der heftigen Regenfälle und der damit verbundenen Verzögerungen etwa das gleiche Erntetempo wie im letzten Jahr und sogar deutlich schneller als im langjährigen Mittel. Im langjährigen Durchschnitt waren in Mato Grosso Ende Februar erst 48 % der Bohnen geerntet. Insgesamt werden in Mato Grosso etwa 30 % aller brasilianischen Sojabohnen produziert. Allerdings ist der Weg asu Mato Grosso zu den Exporthäfen sehr lang und teuer. Am weitesten fortgeschritten war die Sojaernte im Bundesstaat Goias. Hier werden etwa 10 % des brasilianischen Sojas produziert. Immerhin 70 % der Ernte waren dort bis Ende Februar eingebracht. Im letzten Jahr waren es zu diesem Termin erst 55 % und im langjährigem Mittel 42 %.
 
Sojapreise sind weiter gestiegen
Die Preise für Sojabohnen sind von Ende Januar bis Anfang März um fast 13 % gestiegen und haben zuletzt ein neues 7Monatshoch (September 2013) erreicht. Der Märzkontrakt für Sojabohnen kostete am Montag (03.03) am US-Terminmarkt in Chicago umgerechnet 375,5 Euro/t (1407,2/bu) und der Maitermin wurde mit 376 Euro/t (1409,2 Ct/bu) gehandelt. An den Exporthäfen am US-Golf kostete Soja für die Verladung im März  rund 561 USD/t (408 Euro) und für den April 558 USD/t (406 Euro). An den argentinischen Exporthäfen wird Soja für den Apriltermin für 526 USD/t (406 Euro) angeboten und für den Juni für 515 USD/t (375 Euro). Am europäischen Importhafen Rotterdam (cif) kosteten brasilianische Sojabohnen für den Märztermin 591 USD/t (430 Euro) und für den April 584 USD/t (425 Euro).
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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