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Analyse

Soja: Ernte in Südamerika kleiner, Preise höher

von , am
26.02.2014

Offenbar wird die neue Sojaernte in Südamerika nicht ganz so riesig wie bislang angenommen.Die Sojapreise haben diese Entwicklung offenbar schon eingepreist.

Die Brasilianer sollen dieses Jahr mit 111 Mio. t eine Rekordsojaernte einfahren. © landpixel
 
Offenbar wird die neue Sojaernte in Südamerika nicht ganz so riesig wie bislang angenommen. Grund sind vor allem die widrigen Witterungsbedingten in Brasilien, die das Ertragspotential zuletzt doch noch spürbar reduziert haben. Davon gehen zumindest die Analysten von Oilworld in einer aktuellen Prognose aus. Trotz Korrektur wird die neue brasilianische Ernte die bisherige Rekordproduktion vom letzten Jahr jedoch übersteigen. Dabei wurden zum Teil deutliche Korrekturen an den Erntemengen vorgenommen. In der Folge wird dann auch das Sojaangebot nicht ganz so üppig ausfallen wie zunächst angenommen. Die Sojapreise haben diese Entwicklung offenbar schon eingepreist. In Chicago sind die Preise seit Ende Januar um fast 10 % auf eine neues 5Monatshoch gestiegen.
 
Zu wenig Regen im Süden, zu viel im Zentrum
In Brasiliens, dem größten südamerikanischen Produzenten und Exporteur von Soja, sind in einigen Bundesstaaten in den letzten 30 Tagen nur 55 % der sonst üblichen Niederschlagsmenge gefallen. Das geht natürlich zu Lasten der Erträge. Besonders betroffen sind vor allem die südlichen Anbaustaaten wie etwa Paraná oder auch Rio Grande de Sul. Dagegen hat es beim größten brasilianischen Sojaproduzenten Mato Grosso (Zentralbrasilien) ganz offensichtlich zu viel geregnet und die laufenden Erntearbeiten verschieben sich.
 
Brasiliens Rekordernte schrumpft
Die Analysten von Oilworld haben die brasilianische Produktionserwartung vor diesem Hintergrund deutlich um 4,5 Mio. t von zuvor 89,5 Mio. t auf 85 Mio. t gesenkt. Auch das wäre aber noch eine Rekordernte, die den Rekord vom letzten Jahr (2013) von 81,6 Mio. t noch deutlich übertrifft. Vor wenigen Tagen hatten die brasilianischen Analysten der Ölsaatenvereinigung Abiove die Produktion auf 88,6 Mio. t geschätzt. Andere brasilianische Schätzungen liegen derzeit zwischen 90,0 Mio. t (Conab) und 87,0 Mio. t (AgRural). Das USDA war Mitte Februar ebenfalls von einer Erntemenge von 90 Mio. t ausgegangen.
 
Korrekturen für Argentinien und Paraguay
Auch in Argentinien war das Wetter alles andere als optimal. Hier hatte es nach einer Trockenphase zu Beginn der Vegetationsperiode zuletzt ebenfalls stark geregnet. Oilword schätzte die Ernte deshalb auf 53 Mio. t von zuvor 54 Mio. t nach unten. Im letzten Jahr ernteten die argentinische Farmer nur 49,3 Mio. t und vor zwei Jahren 40,1 Mio. t. Das USDA ging für Argentinien Mitte Februar von 54 Mio. t Sojabohnen aus. Nach unten haben die Analysten von Oilworld auch die Erntemenge für Paraguay von zuvor 9,2 Mio. t auf jetzt 8,3 Mio. t geschätzt. Das USDA ging zuletzt ebenfalls von 9,3 Mio. t aus, nach 9,4 Mio. t im letzten Jahr.
 
Soja hat sich wieder kräftig verteuert
Die Preise für Sojabohnen sind von ihrem letzten Tiefpunkt Ende Januar bis jetzt um fast 10 % gestiegen und haben zuletzt ein neues 5Monatshoch erreicht. Der Märzkontrakt für Sojabohnen kostete am Montag (24.02) am US-Terminmarkt in Chicago umgerechnet 371 Euro/t (1386,4Ct/bu) und der Maitermin wurde mit 368 Euro/t (1375 Ct/bu) gehandelt. Soja kostet derzeit an den Exporthäfen am US-Golf für die Februarverladung 553 USD/t (404 Euro) und für den April 541 USD/t (395 Euro). An den argentinischen Exporthäfen wird Soja für den Märztermin für 557 USD/t (406 Euro) angeboten. Für den Apriltermin kostete argentinisches Soja 507 USD/t (370 Euro) und für den Mai 499 USD/t. Preisangebote aus Brasilien und Paraguay liegen für Verladungen im Mai bei etwa 495 USD/t (361 Euro). Am europäischen Importhafen Rotterdam (cif) kosteten brasilianische Sojabohnen für den Märztermin am 25. Februar rund  576 USD/t (420 Euro) und für den April 563 USD/t (411 Euro).
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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