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Analyse

Soja zieht Rapspreise mit nach unten

von , am
17.08.2015

Die Rapspreise sind mit den nachgebenden Sojapreise unter Druck geraten und zuletzt sowohl am Terminmarkt als auch Kassamarkt deutlich zurückgegangen.

Der Raps legte am Freitag ganze 5,50 Euro je Tonne an der Matif zu und schloss knapp unter 370 Euro. © Mühlhausen/landpixel
 
Die Rapspreise sind mit den nachgebenden Sojapreisen unter Druck geraten und zuletzt sowohl am Terminmarkt als auch Kassamarkt kräftig zurückgegangen. Grund sind die vom USDA nach oben korrigierten Ernteerwartungen für die neuen US-Soja-Ernte. Hinzu kommen die Produktionsrekorde aus den gerade abgeschlossenen Ernten in Südamerika und die auch für die nächste Saison erwartete Produktionsexpansion in den beiden südamerikanischen Ländern. Vor diesem Hintergrund sind die die Sojapreise in einer Woche um mehr als 5 % gefallen und haben auch den Raps mit nach unten gezogen. Allerdings bestätigen die nationalen Erntemeldungen vor allem für Deutschland, aber auch für Frankreich eher schwache Rapsernten.
 
Schwache Rapsernte in Deutschland und Frankreich
Die französische Rapsernte 2015 meldete das Landwirtschaftsministerium Agreste im August mit 5,03 Mio. t. Im Vergleich zur Rapsernte 2014 von 5,52 Mio. t wäre die neue Ernte 2015 rund 0,49 Mio. t bzw. 8,9 % kleiner. Die durchschnittlichen Raps-Erträge werden auf 34,0 dt/ha veranschlagt, nach 36,7 dt/ ha im Vorjahr. Die deutsche Rapsernte erwartet der DRV bei 4,9 Mio. t. Im Vergleich zur Ernte von 2014 (6,24 Mio. t) wäre die jetzt erwartete Produktion 1,33 Mio. t oder gut 21 % kleiner. Dabei liegen die Durchschnittserträge bei 38,3 dt/h, im Vergleich zu 44,8 (!!) dt/ ha im vorigen Jahr.
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Rapspreise sind 13 Euro zurückgegangen
Die Rapspreise sind am am europäischen Terminmarkt deutlich zurückgegangen. Der Novemberkontrakt wurde am vorigen Freitag mit 371,25 Euro gehandelt und damit zu 4,0 Euro niedrigeren Preisen als am Vortag (375,25 Euro). Der Februarkontrakt wurde mit 371,75 Euro notiert und damit 3,50 Euro niedriger als am Vortag (375,25). Im Wochenvergleich (384 Euro) sind die Rapspreise am Terminmarkt damit um 12,75 Euro bzw. 3,3 % Prozent niedriger.
 
Im Vergleich zur letzten Preisspitze beim Raps von Anfang Juli (402,5 Euro) sind die derzeitigen Rapspreise 31,25 Euro bzw. 7,8 % niedriger. Der letzte Tiefstand der Preise von voriger Woche (374,25 Euro) wurde am Freitag nochmals um 3,0 Euro verfehlt. Gleichzeig wird das sehr niedrige Preisniveau vom Vorjahr (328,25 Euro) am europäischen Terminmarkt um 43,0 Euro bzw. 13,2 % übertroffen.
 
Kassapreise für die hinteren Termine stärker gefallen
Am deutschen Kassamarkt sind die Rapspreise in der vorigen Woche zurückgegangen. Im deutschen Großhandel lagen die Preismeldungen am Freitag (14.08) für den Augusttermin am Großmarkt Hamburg bei 373 Euro (Vw. 377 Euro) und in Mannheim bei 377 Euro/t (Vw: 387 Euro). Das waren 5 bis 10 Euro niedrigere Preise als vor einer Woche. Vom Mittelandkanal meldet man zuletzt Preise von 372 Euro (Vw: 376 Euro) und damit im Wochenvergleich 4 Euro niedrigere Preise.
 
Für den Novembertermin wurden im deutschen Großhandel am Freitag (14.08) Preise von 375 Euro (MLK) bis 387 Euro (MH) geboten (Vw. 386 Euro bis 397 Euro) und damit zwischen 10 bis 11 Euro niedrigere Preise als vor einer Woche. Gleichzeitig handelt man den November 3 bis 10 Euro über dem Niveau vom August. In Frankreich bewegten sich die aktuellen Rapspreise im Großhandel (fob Mosel) am Montag (17.08) für die Novembertermin bei 380 Euro und damit 5 Euro niedriger als vorigere Woche (385 Euro).
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Sojapreise in einer Woche 5 % gefallen
Am vorigen Freitag (14.08) sind die Preise für Sojabohnen (Septemberkontrakt) am Terminmarkt in Chicago um 1,2 % auf 925,2 Cent je Buschel (305,6 Euro/t) zurückgegangen. Die neue Ernte (November) notierte 1,1 % niedriger bei 916,4 Cent je Buschel (302,7 Euro/t). ). Im Wochenvergleich sind die Sojapreise am Terminmarkt in Chicago damit um 5,1 Prozent niedriger.
 
Die Preisforderungen für Sojabohnen sind an den Exporthäfen der USA ebenfasl deutlich zurückgegangen. Am vorigen Freitag (14.08) lagen die Exportpreise für US-Soja am US-Golf (fob) für die Verladung im Zeitraum September bis Oktober bei 371 bis 373 USD und damit rund 15 USD niedriger als vor einer Woche (387 bis 389 USD/t). Die Preisforderungen für die neue US-Ernte (November) lagen am vorigen Freitag bei 373 und damit 16 USD niedriger als vor einer Woche (389 USD ) und ähnlich hoch wie für die vorderen Termine.
 
Dr. Olaf Zinke
 
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