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Analyse

Sojaernte in Argentinien weiter auf Rekordkurs

von , am
03.12.2014

Analysten schätzen, dass die vorige Ernte (in Erwartung besserer Konditionen) nicht einmal zu 70 Prozent vermarktet wurde.

© Mühlhausen/landpixel
Die argentinischen Farmer könnten in diesem Jahr mehr Soja ernten als die meisten Analysten bislang erwartet haben. Hauptgrund für den Zuwachs ist die über den bisherigen Erwartungen liegende Anbaufläche und die bislang sehr guten Aussaat- und Aufwuchsbedingungen in Argentinien. Bis Ende November war etwa ein Drittel der geplanten Soja-Flächen bestellt. In den letzten Jahren hatten die argentinischen Farmer ihr Soja wegen der staatlich stark regulierten Ausfuhr- und Vermarktungsbedingungen allerdings sehr zurückhaltend verkauft und in der Folge riesige Bestände angehäuft. Analysten schätzen, dass die vorige Ernte (in Erwartung besserer Konditionen) nicht einmal zu 70 Prozent vermarktet wurde. Dabei spielen sowohl die die hohen Exportzölle als der starke Wertverlust der argentinischen Währung eine Rolle. Die Sojaaussaat erfolgt in Argentinien von November bis Mitte Dezember. Darüber hinaus wird Soja nach der Weizen im Dezember als Zweitfrucht gepflanzt.
 
Rekordanbau und neue Rekordernte
Für dieses Jahr rechnen die meisten Analysten mit einer Rekordfläche für die neue Sojaernte. Das USDA war bei seiner letzten Prognose im November von 20,0 Mio. ha ausgegangen. Das argentinische Landwirtschaftsministerium hatte seine Anbauprognose Ende auf 20,3 Mio. ha festgelegt. Die argentinische Getreidebörse in Buenos Aires geht von einer Anbaufläche 20,6 Mio. ha aus. Das USDA-Büro in Buenos Aires rechnet hingegen (weiter) mit einer Anbaufläche von 21,0 Mio. ha. Bei einigermaßen durchschnittlichen Erträgen bedeutet dies eine Rekordproduktion von 57,0 Mio. t, anstelle der vom USDA erwarteten 55,0 Mio. t. Im Vergleich zur Rekordernte aus der letzten Saison (55,0 Mio. t) wäre die Sojaernte damit nochmals um 2 Mio. t größer und die Ernte von vor zwei Jahren (49,3 Mio. t) würde um knapp 8 Mio. t übertroffen. Seit dem Jahr 2008 ist die Anbaufläche von Sojabohen in Argentinien um etwa ein Drittel gewachsen.
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Mehr Soja für die Ölmühlen, mehr Schrotexporte
Die argentinischen Exporte von Sojabohnen hat das USDA-Büro in Buenos Aires auf 10,0 Mio. t angesetzt und liegt damit 1,0 Mio. t über den Ausfuhren aus dem Vorjahr (9,0). Damit wäre Argentinien nach Brasilien und den USA der drittgrößte Exporteur von Sojabohnen. Gleichzeitig rechnen die USDA-Experten damit, dass deutlich mehr Sojabohnen als im Vorjahr von den argentinischen Ölmühlen verarbeitet werden. Anstelle der im letzten Jahr verarbeiteten 40,0 Mio. t sollen nun 42,0 Mio. t Soja in Argentinien zu Schrot und Öl verarbeitet werden. Das wäre ein neuer Rekordwert und würde die bisherige Position der Argentinier als mit Abstand größter Exporteur von Sojaschrot und Sojaöl stärken. Im letzten Jahr exportierten die Argentinier knapp 25,0 Mio. t Sojaschrot und damit fast doppelt so viel wie Brasilien (13,9 Mio. t) und 2,5mal so viel wie die USA (10,4 Mio. t). Im neuen Wirtschaftsjahr sollen die Schrotexporte nach den bisherigen Erwartungen des USDA auf 27,8 Mio. t zunehmen.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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