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Analyse

Sojamarkt zieht Rapspreise nach oben

von , am
25.02.2015

Die Rapspreise sind am Terminmarkt am Dienstag am Terminmarkt kräftig gestiegen.

© Mühlhausen/landpixel
 
Die Rapspreise sind am europäischen Terminmarkt am Dienstag kräftig gestiegen und übersprang erstmals seit Juni 2014 wieder die Marke von 360 Euro. Grund waren die kräftigen Preisaufschläge für Sojabohnen, Sojaschrot und Sojaöl an den internationalen Handelsplätzen wegen eines Streiks der Transportarbeiter in Brasilien. Am deutschen Kassamarkt haben sich die Rapspreise zum Wochenbeginn kaum verändert, könnten aber in Folge des gestrigen Preisanstiegs heute (Mittwoch) durchaus noch etwas zulegen.
 
Transport- und Lieferprobleme in Brasilien
Der Grund für den Preisanstieg beim Ölsaatenkomplex ist die Ausweitung eines Streiks der brasilianischen Truckfahrer, die die Sojabohnen von den oftmals weit entfernten Erntegebieten zu den wichtigsten Verladehäfen wie Paranagua oder Santos transportieren. Mittlerweile hat sich der Streik auf sieben Bundesstaaten ausgeweitet und dauert schon 6 Tage. In Verbindung mit der ohnehin sehr langsamen Ernte in Brasilien wird die Versorgung der Märkte durch den Streik nochmals erheblich verzögert. Betroffen ist auch der wichtigste Anbaustaat für Sojabohnen (und Mais) das zentralbrasilianische Mato Grosso, wo bis Ende der letzten Woche etwa 34 % (Vj: 48 %) der Sojabohnen geerntet waren. Insgesamt war die Ernte in Brasilien zu 20 % (Vj: 30 %) abgeschlossen. Die Nachfrage der Importeure richtet sich vor diesem Hintergrund nun wieder stärker auf Sojabohnen und Schrot aus den USA (denn in Argentinien hat die Ernte noch nicht begonnen) und stützt die Preise an den US-Märkten und auch die internationalen Kurse für Ölsaaten (auch für Raps).
 
Rapspreise steigen über 360 Euro
Die Rapsreise haben am europäischen Terminmarkt am Dienstag (24.02) von der Preiserholung bei Sojabohnen (und bei Sojaöl) profitiert und überraschend kräftig zugelegt. Der Maitermin beendete den Handel bei 361,75 Euro/t und damit 5,25 Euro bzw. 1,5 % höher als am Vortag (356,50 Euro) udn auf dem höchsten Stand seit Juni 2014. Die neue Ernte (August) kostete 356,0 Euro und damit 4,75 Euro mehr als am Vortag (351,25 Euro). Der Novemberkontrakt wurde mit einem Aufschlag von 4,75 Euro bei 358,75 gehandelt. Gleichzeitig kostete die neue Rapsernte (August) 5,75 Euro weniger als der aktuelle Mai-Kontrakt. Im Vergleich zum Vorjahr (367,75 Euro) sind die Rapspreise am europäischen Terminmarkt derzeit 6,50 Euro niedriger. Im letzten Jahr sind die Rapspreise im März und im April über 370 Euro gestiegen. Am Mittwoch Vormittag (25.02) beginnt der Handel am europäischen Terminmarkt für den Raps (Maikontrakt) mit einem Abschlag von 2,50 Euro bei 359,25 Euro/t und Preisen knapp unter der Marke von 360 Euro.
 
Rapspreise am Kassamarkt wenig nur verändert
Am deutschen Kassamarkt haben sich die Rapspreise zum Wochenbeginn kaum verändert könnten aber in Folge des gestrigen Preisanstiegs heute (Mittwoch) durchaus noch etwas zulegen. Im deutschen Großhandel lagen die Preismeldungen (Februar) an den Großmärkten in Hamburg und Mannheim am Dienstag (24.02) zwischen 361 Euro und 362 Euro (Mo. 360 Euro und 361 Euro) und am Mittelandkanal sogar nur bei 355 Euro (Mo. 357 Euro). Für die Anlieferung im Mai 2015 wurden an den drei Handelsplätzen Rapspreise zwischen 358 Euro bis 365 Euro geboten (Mo.: 360 bis 364 Euro). Für den Raps der neuen Ernte (August) wurden 343 Euro (MLK) bis 352 Euro (MH) geboten (Mo. 350 bis 354 Euro) . In Frankreich bewegten sich die Rapspreise im Großhandel (fob Mosel) am Mittwoch (25.02) bei 365 Euro und damit 3 Euro höher als zum Beginn der Woche (362 Euro).
 
Sojabohnen verteuern sich wieder
Die Sojapreise sind in den USA am Dienstag kräftig gestiegen und haben erneut die Marke von 1000 ct je Buschel deutlich nach oben überwunden. Der Märzkontrakt ging am Dienstag (24.02) mit knapp 329 Euro/t (1016 Ct/bu) aus dem Handel. Der Maikontrakt notierte bei 330 Euro (1018,6 Ct/bu) und der Juli bei 331,5 Euro/t (1023 Ct/bu). Die neue US-Ernte (November) kostete am Dienstag mit 322 Euro/t (992,6 Ct). Am Mittwoch Vormittag (MEZ) liegen die Sojapreise wieder 0,3 % im Minus bei 1013,2 Ct. An den US-Exporthäfen (fob-Golf) kostete Soja am Dienstag (24.02) für die Verladung im Februar 410 USD/t (361,6 Euro/t) und für den April 402 USD/t (354 Euro) und damit 4 USD mehr als zum Wochenbeginn. Südamerikanische Sojabohnen werden an den dortigen Exporthäfen für die Verladung im April für 382 USD/t angeboten und damit 27 USD/t preiswerter als die Ware aus den USA.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter Markt
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