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Analyse

Sojapreise fallen wegen China

von , am
24.03.2014

Die Preise für Sojabohnen sind am Ende der letzten Wochen massiv unter Druck geraten. Gleichzeitig konnte sich der Raps am europäischen Terminmarkt behaupten.

© landpixel
 
Die Preise für Sojabohnen sind am Ende der letzten Wochen massiv unter Druck geraten. Gleichzeitig konnten sich die Rapspreise am europäischen Terminmarkt behaupten, brachen jedoch in Kanada drastisch ein. Zuvor waren die Sojapreise allerdings auf den höchsten Stand seit 6 Monaten gestiegen. Auslöser für den Rückgang bei Soja waren Meldungen aus China, über eine mögliche Abschwächung der chinesischen Nachfrage sowie bislang unter den Erwartungen bleibende chinesische Sojaeinkäufe in Südamerika.
 
Schwächt sich Chinas Nachfrage ab?
Im Februar importierten die Chinesen rund 4,8 Mio. t. Sojabohnen. Davon kamen 4,6 Mio. t aus den USA. In den ersten beiden Monaten dieses Jahres (Jan und Feb) haben die USA rund 10 Mio. t Sojabohnen nach China verkauft. Aus Brasilien hatten die Chinesen bis zu diesem Termin noch keine Bohnen importiert. Insgesamt war die chinesische Importmenge in den ersten beiden Monaten des Jahres jedoch rund 40 % (!!) größer als 2013. Analysten rechnen jedoch damit, dass die zuletzt deutlich gefallenen chinesischen Schweinepreise auch die Sojanachfrage Chinas spürbar drosseln könnte, zumal die chinesischen Lagerbestände offenbar ebenso so hoch sind wie die Weltmarktpreise. Die Ausfuhren der USA laufen bislang jedoch weiterhin sehr gut und sorgen für ein weiteres Abschmelzen der US-Bestände.
 
Sojapreise gefallen, aber schon wieder teurer
Der Maikontrakt für Sojabohnen beendete den Handel am letzten Freitag (21.03) am US-Terminmarkt in Chicago mit umgerechnet 376 Euro/t (1408,6 Ct/bu) und der Julitermin kostete am Ende des Handelstages 369 Euro/t (1382,2 Ct/bu). Gleichzeitig wurde die neue US-Ernte (November) mit  rund 314 Euro/t (1177,2 Ct/bu) gehandelt. IM Vergleich zum Vortag kosteten die Bohnen am Freitag rund 1,7 % weniger, jedoch immer noch immer knapp 3 % mehr als eine Woche zuvor. Im vorbörslichen elektronischen Handel legten die Sojapreise am Montag in Chicago schon wieder deutlich zu.
 
US-Exporte laufen weiter gut
Ende der letzten Woche meldete das USDA Exportverkäufe bei Sojabohnen von 202.000 t. In der Woche zuvor hatten die Amerikaner 113.5000 t Sojabohnen ins Ausland verkauft und vor zwei Wochen 773.000 t. Bislang summieren sich die US-Sojaverkäufe in Ausland auf 44,43 Mio. t, im Vergleich zu 35,5 Mio. t im letzten Jahr. Damit werden die im März vom USDA geschätzten US-Sojaausfuhren für das laufende Wirtschaftsjahr von 41,6 Mio. t weiterhin deutlich übertroffen. Bisher gingen viele Händler und Analysten, infolge des größer werdenden Angebots aus Südamerika, von umfangreichen Abbstellungen von US-Soja durch China aus. Das war bislang jedoch nur in begrenztem Umfang der Fall. Bis Februar hatten die Chinesen überhaupt noch kein Soja aus Brasilien gekauft.
 
Raps am Terminmarkt behauptet, am Kassamarkt schwächer
Die Rapspreise am europäischen Terminmarkt haben am Freitag (21.03) für die alte Ernte leicht nachgegeben und blieben für die neue Ernte relativ stabil. Im Vergleich zur Woche davor haben sich die Rapspreise in Europa fast nicht verändert. Der Maitermin beendete den Handel am Freitag mit knapp 402 Euro und der Augustkontrakt (neue Ernte) notierte bei 366 Euro/t. Damit kostete der Mai-Kontrakt rund 2 Euro weniger als am Vortag und 10 Euro weniger als in der Woche zuvor. Im deutschen Großhandel gaben die Rapspreise an Freitag allerdings deutlich um 6 bis 7 Euro nach. Die alte Ernte kostete (je nach Handelsplatz) zwischen 405 Euro und 413 Euro und die neue Ernte wurde zwischen 355 Euro und 363 Euro notiert.
 
Rapspreise in Kanada brechen ein
Die Rapspreise (Canola) in Kanada brachen am Freitag (24.03) kräftig um rund 15 CAD bzw. gut 3 % ein. Mit umgerechnet knapp 285 Euro/t (440 CAD) rutschte der Maitermin in Kanada um 15 CAD nach unten. Im Vergleich zur Vorwoche hat sich Canola damit um etwa 25 CAD verbilligt. Die neue Ernte (November) kostete  noch 302 Euro (467 CAD). Im vorbörslichen elektronischen Handel legten die Rapspreise in Kanada mit den Sojapreisen allering wieder (moderat) um etwa 3 CAD zu. Dieser Aufwärtsbewegung dürfte sich auch der Raps in Europa anschließen.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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