Login
Analyse

Sojapreise überraschend fest, Rapspreise steigen auch

von , am
24.02.2014

Die Sojapreise haben am letzten Freitag in Chicago zugelegt und auch im vorbörslichen elektronischen Handel steigen die Kurse am Montag (24.02) weiter.

© Mühlhausen/landpixel
 
Die Sojapreise haben am letzten Freitag in Chicago zugelegt und auch im vorbörslichen elektronischen Handel steigen die Kurse am Montag weiter. Dabei zeigten die Preisprognosen des USDA für das nächste Wirtschaftsjahr eigentlich sehr deutlich nach unten und auch die Exporte waren letzten Woche auf den niedrigsten Stand in diesem Wirtschaftsjahr gerutscht.
 
Brasilien: Schon 20 % der Ernte eingebracht
Grund für den Preisanstieg am Freitag waren offenbar die bisherigen sehr hohen Exporte, die die vorhandenen US-Soja-Bestände schon deutlich stärker als bisher erwartet reduziert haben. Hinzu kommen die nach Meinung einiger Analysten unter den Erwartungen bleibenden Regenfälle in Südbrasilien (Paraná). Dagegen könnt der ergiebige Regen beim größten brasilianischen Soja-Produzenten Mato Grosso die Erntearbeiten verschieben. Vor einer Woche (14.02) war nach Angaben von brasilianischen Analysten allerdings schon 21 % der erwarteten Rekordernte eingebracht.
 
Starker Preisrückgang erwartet
Der Märzkontrakt für Sojabohnen beendete den Handel am Freitag (21.02) am US-Terminmarkt in Chicago mit umgerechnet 366 Euro/t (1370,6 Ct/bu) und der Maitermin kostete am Ende des Handelstages 363 Euro/t (1360 Ct/bu). Damit kosteten die Bohnen rund 0,8 % mehr als am Vortag und gut 2,2 % mehr wie am Montag der letzten Woche. Gleichzeitig liegen die US-Soja-Preise (Märzkontrakt) über der für technische Analysten wichtigen 10-Tage-Linie (1326 Ct). Das USDA rechnet derzeit für das Wirtschaftsjahr 2014/15 nur noch mit Sojapreisen von 9,65 USD/Bushel (259 Euro/t). Im Wirtschaftsjahr 2013/14 lagen die Preise durchschnittlich noch bei 12,70 USD/Bushel (340 Euro/t). Damit ist das für 2014/15 erwartete Preisniveau rund 24 % niedriger als im aktuellen Jahr 2013/14.
 
Fast keine US-Sojaexporte mehr
Ende der letzten Woche meldete das USDA nur noch Exportverkäufe bei Sojabohnen von 86.000 t. Diese Menge verfehlte die Analystenerwartungen von bis zu 600.000 t deutlich und war zudem das schlechteste Ergebnis des laufenden Wirtschaftsjahres. In de letzten Woche hatten die Amerikaner 174.000 t ins Ausland verkauft und vor zwei Wochen waren es 577.000 t. Bislang summieren sich die US-Ausfuhren allerdings auf 43,3 Mio. t gegenüber 33,9 Mio. t im letzten Jahr. Damit wurden die eigentlich vom USDA erwarteten Gesamtausfuhren für das laufende Wirtschaftsjahr von knapp 41 Mio. t bereits sehr deutlich übertroffen.
 
Rapspreise in Europa deutlich gestiegen
Die Rapspreise am europäischen Terminmarkt haben am Freitag (21.02) mit den Sojapreisen zugelegt. Der Maitermin beendete den Handel mit 392 Euro und der Augustkontrakt notierte bei 372,50 Euro. Damit kostete der Mai-Kontrakt in Paris rund 3 Euro mehr als am Vortag und 10 Euro mehr als in der Woche zuvor. Im deutschen Großhandel legten die Rapspreise ebenfalls zu. Für den Mai bewegen sich die Kurse je nach Region zwischen 392 Euro und 399 Euro/t.
 
Kräftige Preisaufschläge in Kanada
Die Rapspreise in Kanada haben am Freitag (21.02) ebenfalls zugelegt. Mit umgerechnet knapp 271 Euro/t (415 CAD) notierte der Märztermin in Kanada wieder deutlich über der 400-CAD-Linie. Im Vergleich zur Vorwoche haben die Preise um 17 CAD zugelegt. Der Maikontrakt kostete 277 Euro (425 CAD) und damit ebenfalls 16 Euro mehr als letzte Woche.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
Auch interessant