Login
Analyse

Soja/Raps: Europäischer Raps unter Druck, Soja wieder fest

von , am
05.05.2014

Auf die jüngste Entwicklungbei Soja haben die Preise für Raps in Kanada und Europa völlig unterschiedlich reagiert.

Der Matif-Raps verlor am Fronttermin Mai 18,75 Euro auf 364,00 Euro je Tonne. © Tanja Lidke/pixelio.de
 
Die Preise für Sojabohnen haben im Verlauf der letzten Woche in den USA kräftig nachgegeben, sich dann aber am Ende der Woche wieder etwas erholt. Auf diese Entwicklung haben die Preise für Raps in Kanada und Europa völlig unterschiedlich reagiert. Währen die Rapspreise in Kanada am Freitag mit den Sojabohnen nach oben kletterten, rutschten die europäischen Rapspreise weiter abwärts. Offenbar setzt sich hierzulande immer mehr die Erkenntnis einer großen Ernte und einer guten Marktversorgung durch. Ähnliche Wirkungen auf die Märkte dürfte auch die erwartete Rekordernte bei Sojabohnen in den USA haben. Die erwarteten Marktverhältnisse werden derzeit durch den Preisabstand zwischen alter und neuer Sojaernte deutlich und auch durch die Preisdifferenz zwischen alter und neuer Rapsernte.
 
Keine US-Sojaexporte mehr
Ende der letzten Woche meldete das USDA wegen der sehr knappen Marktversorgung und wegen Stornierungen bereits vereinbarter Lieferungen per saldo Exportverkäufe von Sojabohnen von -16.400 t. In der Woche zuvor hatten die Amerikaner per Saldo nur 800 t ins Ausland verkauft und vor zwei Wochen 19.300 t. Von der neuen Ernte 2014 wurden diese Woche 78.000 t in Ausland verkauft. Für das gesamte Wirtschaftsjahr summieren sich die US-Soja-Verkäufe ins Ausland bislang auf 44,06 Mio. t gegenüber 36,28 Mio. t im letzten Jahr. Damit werden die vom USDA für das noch laufende Wirtschaftsjahr erwarteten US-Sojaausfuhren von 43 Mio. t weiterhin übertroffen. Von der neuen US-Ernte wurden bislang 2,6 Mio. t Sojabohnen verkauft (Vj. 7,7 Mio. t). Die Ausfuhr von Sojaschrot summiert sich auf 9,05 Mio. t gegenüber 8,67 Mio. t im letzten Jahr. Das USDA erwartet für das gesamte Wirtschaftsjahr Schrotexporte von knapp 10 Mio. t.
 
Sojapreise trotz Korrektur noch hoch
Am US-Terminmarkt sind die Sojapreise am Freitag gestiegen und im laufenden Handel am Montag Mittag lagen die Bohnen in den USA ganz leicht im Plus. Im Wochenverlauf hatten die Preise jedoch um rund 3 % nachgegeben. Der Maikontrakt für Sojabohnen beendete den Handel am Freitag (02.05) am US-Terminmarkt in Chicago mit einem Plus von 0,7 % bei umgerechnet 392 Euro/t (1480,6Ct/bu) und der Julitermin kostete am Ende des Handelstages 398,5 Euro/t (1470,6 Ct/bu). Bis Montag Mittag bewegten sich die Preise zunächst überwiegend seitwärts bzw. ganz leicht im Plus. Die nächste US-Ernte (November) wurde am Freitag mit 323,7 Euro/t (1222,4 Ct/bu) gehandelt. Gegenüber dem letzten Tiefstand von Ende Januar waren die Sojapreise in Chicago am Freitag knapp 19% höher.
 
Kanadische Rapspreise steigen weiter
In Kanada sind die Rapspreise am Freitag (02.05) mit den Sojapreisen um 2,4 % gestiegen. Mit umgerechnet 316 Euro/t (480 CAD) kletterte der Maitermin in Kanada am Freitag um 11 CAD nach oben. Im Vergleich zur Vorwoche kostet der kanadische Raps damit rund 10 CAD mehr. Die neue Ernte (November) wurde am Freitag mit 318 Euro (485 CAD) gehandelt und damit ebenso teuer wie letzte Woche. Im vorbörslichen elektronischen Handel lagen die Rapspreise in Kanada für die alte Ernte (Mai) erneut um knapp 3 % oder 14 CAD im Plus, während die neue Ernte (Nov.) ganz leicht nachgab. Hauptgrund für die festen Rapspreise in Kanada sind die aktualisierten Anbauplanungen der kanadischen bei Farmer, die von einer deutlich kleineren Anbaufläche als bisher erwartet ausgehen.
 
Preise für europäischen Raps schwächer
Die Rapspreise haben am europäischen Terminmarkt am Freitag (02.05) für die neue Ernte nachgegeben. Der Augustkontrakt (neue Ernte) notierte bei knapp 360 Euro. Damit kostete neue Ernte in Paris rund 4 Euro weniger als am Vortag und 8 Euro weniger als letzte Woche. Am Montag Mittag lagen die europäischen Rapspreise an der MATIF für die neue Ernte erneut rund 1 Euro im Minus. Im deutschen Großhandel lagen die Preismeldungen am Freitag für die alte Ernte (Mai) zwischen 392 Euro und 400 Euro und für die neuen Ernte (August) zwischen 352 und 360 Euro/t. Für die alte Ernte sind die Preise damit unverändert und die neue Ernte kostete 5 Euro weniger als vor einer Woche.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
Auch interessant