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Analyse

Soja/Raps: Preisrallye bei Soja, Raps erholt sich etwas

von , am
28.04.2014

Die Preise für Sojabohnen steigen erneut sehr kräftig.Gleichzeitig brachen die Preise für die alte Rapsernte in Europa letzte Wochen drastisch ein.

Der Raps konnte 0,75 Euro gewinnen und schloss bei 376,50 Euro je Tonne. © landpixel/Beuermann
 
Die Preise für Sojabohnen steigen erneut sehr kräftig. Ende der letzten Woche (25.04.) betrug der Preisaufschlag am US-Terminmarkt 1,8 % und am heutigen Montag kletterten die Preise in den USA bis 14:00 MEZ um weitere 1,2 % auf die letzten Höchststände von Mitte April und damit auch auf den höchsten Stand seit 10 Monaten (Juli 2013). Hauptgrund für die aktuelle Rallye sind die niedrigsten US-Sojabestände der letzten Dekade und die sehr knappe Marktversorgung in den USA. Auch die Rapspreise in Kanada schossen am Freitag um 4,3 % nach oben (nach kräftigen Verlusten im Wochenverlauf) und legten am Montag weiter zu. Auslöser war hier die deutliche Korrektur der kanadischen Anbauschätzung nach unten. Gleichzeitig brachen die Preise für die alte Rapsernte in Europa letzte Wochen drastisch ein. Am heutigen Montag konnte sich die Rapspreise für die alte Ernte wieder etwas erholen.
 
US-Sojaexporte am Ende
Ende der letzten Woche meldete das USDA wegen der immer knappern Marktversorgung nur noch Exportverkäufe von Sojabohnen von 19.000 t. In der Woche zuvor hatten die Amerikaner nur noch 79.000 t ins Ausland verkauft und vor zwei Wochen 66.900 t. Von der neuen Ernte 2014 wurden diese Woche allerdings 400.000 t in Ausland verkauft und letzte Woche 210.000 t. Für das gesamte Wirtschaftsjahr summieren sich die US-Soja-Verkäufe ins Ausland bislang auf 44,6 Mio. t gegenüber 36,6 Mio. t im letzten Jahr. Damit werden die vom USDA für das noch laufende Wirtschaftsjahr erwarteten US-Sojaausfuhren von 43 Mio. t weiterhin übertroffen. Von der neuen US-Ernte wurden bislang 3,1 Mio. t Sojabohnen verkauft (Vj. 7,6 Mio. t). Die US-Ausfuhr von Sojaschrot summiert sich bislang auf 8,7 Mio. t gegenüber 8,4 Mio. t im letzten Jahr. Das USDA erwartet für das gesamte Wirtschaftsjahr Schrot-Exporte von knapp 10 Mio. t.
 
Sojapreise klettern auf 10Monatshoch
Am US-Terminmarkt sind die Sojapreise bereits am Freitag kräftig um 1,8 % gestiegen und auch im laufenden Handel am Montag liegen die Bohnen rund 1,2 % im Plus. Der Maikontrakt für Sojabohnen beendete den Handel am Freitag (25.04) in Chicago mit einem Plus von 1,8% bei umgerechnet 396,80 Euro/t (1498 Ct/bu) und der Julitermin kostete am Ende des Handelstages 395,8 Euro/t (1494,2 Ct/bu). Am Montag stiegen die Preise weiter und durchbrachen zudem die technisch wichtige 1500-Ct-Bushel-Marke nach oben und bewegten sich auf dem höchsten Stand seit 10 Monaten. Die neue US-Ernte (November) wurde am Freitag mit 328,4 Euro/t (1239 Ct/bu) gehandelt. Gegenüber dem letzten Tiefstand von Ende Januar waren die Sojapreise in Chicago am Dienstag rund 21% höher.
 
Kanadische Rapspreise erholen sich wieder
In Kanada sind die Rapspreise am Freitag (25.04) ebenfalls sehr kräftig um 4,3 % nach oben geschossen. Auslöser waren hier die aktualisierten Anbauplanungen der kanadischen bei Farmer bei Raps/Canola. Anstelle der bisherig unterstellten 21 Mio. Acres Aussaatfläche (8,5 Mio. ha) meldete Statistik Kanada bei einer aktuellen Erhebung nur 19,8 Mio. Acres (8,0 Mio. ha). Das wären 0,5 Mio. ha oder fast 6 % weniger Fläche als zunächst erwartet. Das kanadische Landwirtschaftsministerium war Anfang der Woche sogar noch von einer Aussaatfläche von 8,7 Mio. ha ausgegangen, nach 8,0 Mio. ha im letzten Jahr. Allerdings hatte das Landwirtschaftsministerium die Produktion trotz der größeren Fläche „nur“ auf 16,0 Mio. t geschätzt, nach der Rekordernte von 18,0 Mio. t im letzten Jahr. Die Exportmenge wurde vom Ministerium wegen der sehr hohen Bestände auf 8,5 Mio. t veranschlagt, nach 8,1 Mio. t im laufen Wirtschaftsjahr. An allen diesen Daten sind jetzt wohl Korrekturen nötig. Die Rapspreise in Kanada hatten am Freitag (25.04) kräftig um 4,3 % zugelegt. Allerdings waren die Kurse in den Tagen zuvor deutlich gefallen. Mit umgerechnet 309 Euro/t (472 CAD) kletterte der Maitermin in Kanada am Freitag wieder um 19 CAD nach oben. Im Vergleich zur Vorwoche kostet der kanadische Raps damit jedoch ähnlich viel. Die neue Ernte (November) kostete 317 Euro (485 CAD) und damit immer noch 10 CAD weniger als in der Vorwoche. Im vorbörslichen elektronischen Handel legten die Rapspreise in Kanada um weitere 4 CAD zu.
 
Korrektur beim europäischen Raps
Die Rapspreise haben am europäischen Terminmarkt am Freitag (25.04) für die alte Ernte weiter kräftig nachgegeben und für die neue Ernte leicht zugelegt. Der Maitermin (alte Ernte) beendete den Handel am Freitag mit knapp 396 Euro und der Augustkontrakt (neue Ernte) notierte bei knapp 368 Euro. Damit kostete der Mai-Kontrakt in Paris rund 11 Euro weniger als am Vortag und 24 Euro weniger als letzte Woche. Die neue Ernte war hingegen 3,5 Euro teurer als am Vortag und 5 Euro billiger als letzte Woche. Am Montag Nachmittag lagen die europäischen Rapspreise an der MATIF für die alte Ernte knapp 4 Euro im Plus und die neue Ernte 1 Euro im Minus. Im deutschen Großhandel lagen die Preismeldungen am Freitag für die alte Ernte (Mai) zwischen 393 Euro und 401 Euro und für die neuen Ernte (August) zwischen 357 und 365 Euro/t. Für die alte Ernte sind die Preise damit um knapp 30 Euro gefallen und für die neue Ernte um knapp 10 Euro.
 
Neue Ernte in Deutschland kleiner
Die aktuelle Prognose für die neue europäische Rapsernte der Analysten von Töpfer International liegt mit 21,09 Mio. t  über der sehr guten Ernte aus dem Vorjahr (20,8 Mio. t). Für Deutschland erwartete Töpfer letzte Woche eine Produktion von 5,4 Mio. t (Vj. 5,76 Mio. t), für Frankreich 5,2 Mio. t (Vj. 4,38 Mio. t) und für das Vereinigte Königreich 2,38 Mio. t (Vj. 2,15 Mio. t). Für Polen liegt die Prognose mit 2,39 Mio. t hingegen (wie in Deutschland) unter dem Vorjahreswert (2,62 Mio. t).
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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