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Analyse

Soja/Raps: Raps hält 350-Euro-Marke, neue Sojaernte teurer

von , am
24.06.2014

Die Rapspreise für die neue Ernte halten sich am europäischen Terminmarkt weiterhin über der Marke von 350 Euro.

© landpixel
 
Die Rapspreise für die neue Ernte halten sich am europäischen Terminmarkt weiterhin über der Marke von 350 Euro. Gestützt wird der Markt dabei vor allem aus den USA wo sich die Sojapreise zuletzt erneut nach oben bewegten. Allerdings ist der Preisabstand zwischen alter und neuer Ernte weiterhin sehr groß und spiegelt die erwartete Angebotsentwicklung am Sojamarkt (Rekordernte und Rekordbestände) im neuen Wirtschaftsjahr wider. In Frage gestellt wird diese sehr komfortable Versorgung indessen durch die derzeitigen Witterungsverhältnisse in den USA. Wie beim Mais lassen Dauerregend und Überflutungen in den wichtigsten Anbaustaaten die Sorgen vor Ertrags- und Produktionsausfällen wachsen und die Preise werden gestützt.
 
Rekordernte in Europa hält Preise unten
Am Rapsmarkt halten indessen auch die aktuellen Ernteprognosen die Kurse unten und verhindern eine etwas stärkere Preiserholung. So hat die Analysten des europäischen Verbandes der Getreidehändler COCERAL die neue europäische rapsernte auf den bislang größten Prognose-Wert von 22,79 Mio. t nach oben geschraubt. Für Deutschland geht COCERAL von 5,94 Mio. t aus und damit von einer größeren Ernte als im Jahr (5,76 Mio. t). Die Prognose für Frankreich liegt bei 5,23 Mio. t nach 4,3 Mio. t im Vorjahr und für das Vereinigte Königreich schätzt COCERAL die Ernte auf 2,47 Mio. t nach 2,15 Mio. t im Vorjahr.
 
EU-Rapspreise weiter über 350-Euro
Die Rapspreise (für die neue Ernte) haben sich am europäischen Terminmarkt in der zweiten Hälfte der Vorwoche mit den Sojapreisen wieder erholt . Nachdem die Rapspreise zeitweise (erste Wochenhälfte) bis auf 345 Euro abgesackt waren, ging es in der zweiten Wochenhälfte wieder über die Marke von 350 Euro. Der Augustkontrakt (neue Ernte) notierte am Freitag (20.05) bei knapp 353,25 Euro. Damit kostete neue Ernte in Paris wieder knapp 2,0 Euro mehr als vor 8 Tagen. Am Montag (23.06) Nachmittag (MEZ) bewegten sich die Rapspreise an der MATIF dann mit den vorderen Sojaterminen erneut leicht im Plus (353,50 Euro).
 
Neue Rapsernte am Kassamarkt teurer
Im deutschen Großhandel lagen die Preismeldungen für die alte Ernte (Juni) überwiegend zwischen 364 und 368 Euro (Vw.: 366 Euro und 372) und für die neuen Ernte (August) zwischen 344 und 352 Euro (Vw: 341 und 345 Euro/t). Für die alte Ernte waren die Kassapreise etwas unter den Preisen der letzten Woche und für die neue Ernte etwas darüber.
 
Neue Sojaernte wird teurer
Am US-Terminmarkt sind die Sojapreise zum Beginn der letzte Woche gefallen und dann in der zweiten Wochenhälfte wieder gestiegen. Im Wochenvergleich blieben die vorderen Termine fast stabil du die hinteren Termine (neue Ernte) um knapp 2 % gestiegen. Grund für den Anstieg Novemberkontraktes sind die Befürchtungen hinsichtlich witterungsbedingter Produktionsausfälle (Überflutungen) im Mittelwesten. US-Analysten vergleichen die Situation bereits mit dem Extremjahr 1993 als Dauerregen und Überflutungen die US-Sojaerträge um 13 % nach unten drückte (bei Mais um 23 %). Das USDA wird in am nächsten Montag (30.06) aktuelle Daten zur Entwicklung der den Anbauflächen (Acreage Report) für die neue Ernte liefern.
 
Preisabstand zwischen alter und neuer Ernte kleiner
Am Freitag (20.06) haben die Sojapreise am US-Terminmarkt für die vorderen Termine nachgegeben und für die hinteren Termine (neue Ernte) zugelegt. Am heutigen Montag starten die vorderen US-Termine im vorbörslichen Handel zunächst mit einem deutlich Plus rutschten dann aber bis 17:30 Uhr (MEZ) ebenfalls deutlich ins Minus. Der Julikontrakt für Sojabohnen hatte den Handel am Freitag (20.06) am US-Terminmarkt in Chicago umgerechnet mit 382,6 Euro/t (1415,6 Ct/bu) beendet und der Augusttermin kostete 367,56 Euro/t (1361,4 Ct/bu). Die nächste US-Ernte (November) wurde am Freitag mit 333 Euro/t (1241,4 Ct/bu) gehandelt. Damit kostete die neue Ernte 50 Euro oder knapp 14 % weniger als das aktuelle Soja.
 
Kanadische Rapspreise (alte Ernte) teurer
In Kanada sind die Rapspreise in der letzten Woche (für die alte Ernte) zunächst um etwa 4,0 % gestiegen und haben den Handel dann am Donnerstag und Freitag mit einem Abschlag von zusammen 1,0 % beendet. Umgerechnet 325 Euro/t (474 CAD) kostete der Julitermin in Kanada am Freitag Abend. Die neue Ernte (November) wurde am Freitag (20.06) mit 308 Euro (461 CAD) gehandelt und damit (in CAD) genai so teuer wie eine Woche zuvor und 13 CAD billiger als die alte Ernte. Am heutigen Montag starten die Canola-Preise in Winnipeg zunächst mit einem leichten Plus. Seit dem letzten Zwischentief Anfang Juni haben die Preise knapp 6 % oder etwa 30 CAD zugelgt.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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