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Analyse

Soja/Raps: Rapspreise auf 8Monatshoch, Soja sehr fest

von , am
05.03.2014

Die Rapspreise haben in Folge des politischen Konflikts auf der Krim zum Wochenbeginn kräftig zugelegt.

Für Raps ging es an der Matif um 1,25 Euro aufwärts auf 368,75 Euro je Tonne. © Mühlhausen/landpixel
 
Die Rapspreise haben in Folge des politischen Konflikts auf der Krim einen kräftigen Sprung nach oben gemacht. Hintergrund ist, dass die Ukraine der wichtigste ausländische Rapslieferant für die EU ist. Etwa die Hälfte bis drei Viertel der europäischen Gesamtimporte kamen in den letzten Jahren aus der Ukraine. Weitere 20 bis 40 % % lieferte Australien und kleinere Mengen kamen aus Kanada. Angesichts einer möglichen Angebotsverknappung im laufenden und im nächsten Wirtschaftsjahr stiegen die Rapspreise in Europa am Montag für den Maitermin bis auf 400 Euro. Das ist der höchste Preis seit 8 Monaten (Juli 2013). Auch die Termine für die neue Ernte legten um bis zu 5 Euro auf knapp 373 Euro zu. In Kanada kletterten die Rapspreise (Canola) ebenfalls um rund 10 CAD (2 %). Dagegen gaben die Sojapreise am Montag ganz leicht nach. Allerdings waren die Notierungen mit der wiederholt nach unten korrigierten brasilianischen Ernte in der letzten Woche kräftig gestiegen. Seit Ende Januar haben die Sojapreise um 13 % zugelegt.
 
Rapspreise in Europa und Kanada gestiegen
Die Rapspreise am europäischen Terminmarkt haben am Montag (03.03) kräftig zugelegt. Der Maitermin beendete den Handel mit 400 Euro und der Augustkontrakt notierte bei 372,50 Euro. Damit kostete der Mai-Kontrakt in Paris rund 5 Euro mehr als am Vortag und 8 Euro mehr als in der Woche zuvor. Die neue Ernte hat sich ebenfalls um knapp 5 Euro verteuert und kostet knapp 30 weniger als der Mai-Termin. Im europäischen Großhandel legten die Rapspreise ebenfalls zu. In Frankreich lagen die Kurse je nach Region zwischen 402 Euro (Rouen) und 408 Euro/t (Metz). Die Rapspreise in Kanada sind am Montag (03.03) ebenfalls kräftig gestiegen. Mit umgerechnet 280 Euro/t (428 CAD) notierte der Märztermin in Kanada 10 CAD teurer. Der Maikontrakt kostete 286 Euro (437 CAD) und der November wurde sogar mit 304 Euro/t (464 CAD) gehandelt. Am heutigen Dienstag (04.03) legten die Kurse in Europa und vor allem in Kanada weiter zu.
 
US-Sojabohnen weiter sehr teuer
Der Märzkontrakt für Sojabohnen beendete den Handel am Montag (03.03) am US-Terminmarkt in Chicago mit umgerechnet 375,5 Euro/t (1407,2 Ct/bu) und der Maitermin kostete am Ende des Handelstages 376 Euro/t (1409 Ct/bu). Damit kosteten die Bohnen rund 0,7 % weniger als am Vortag. Allerdings waren die Preise mit der weiter nach unten korrigierten brasilianischen Ernte in der letzten Woche kräftig gestiegen. Seit Ende Januar haben die Sojapreise in Chicago um 13 % zugelegt. An den US-Exporthäfen am Golf kosteten US-Sojabohnen am Montag (03.03) rund 561 USD/t (408 Euro). Für die Verladung im Mai wurden die US-Sojabohnen mit 555 USD/t gerade einmal 6 USD/t preiswerter angeboten. Am Dienstag (04.03) sind die Preise in den USA und in Südamerika dann erneut gestiegen und verteuerten auch die Importe für die Europäer.
 
US-Exporte schon über den Erwartungen
Ende der letzten Woche meldete das USDA Exportverkäufe bei Sojabohnen von 328.000 t. Die Analystenerwartungen lagen zwischen 200.000t bis zu 850.000 t. In der Woche zuvor hatten die Amerikaner nur 86.000 ins Ausland verkauft und vor zwei Wochen waren es 174.000 t. Die gestiegenen Preise hatten die Abgabebereitschaft in der Landwirtschaft offenbar spürbar mobilisiert. Mittlerweile summieren sich die US-Ausfuhren auf 43,5 Mio. t gegenüber 34,5 Mio. t im letzten Jahr. Damit werden die bisher vom USDA erwarteten Gesamtausfuhren für das laufende Wirtschaftsjahr 2013/14 von knapp 41 Mio. t bereits sehr deutlich übertroffen.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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