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Analyse

Soja/Raps: Rapspreise brechen in Kanada und Europa ein

von , am
10.01.2014

Bei Soja (und Raps) kommt der Preisdruck offenbar aus Südamerika.Die Rapspreise in Europa haben am Mittwoch (08.01) ebenfalls kräftig nachgegeben.

Der Raps legte an der Matif 1,25 Euro/t zum Vortag zu. © Mühlhausen/landpixel
 
Bei Soja (und Raps) kommt der Preisdruck offenbar aus Südamerika. In Brasilen und Argentinien haben die ergiebigen Regenfälle zuletzt für hervorragende Aufwuchsbedingungen für die neue Sojaernte gesorgt. Die erwarteten Rekordernten werden immer wahrscheinlicher und auch die großen Importeure richten ihre Einkaufsaktivitäten verstärkt auf das neue Angebot der beiden südamerikanischen TOP-Exporteure. Damit kommen jedoch die Sojapreise unter Druck und ziehen auch die Rapspreise mit nach unten, zumal die Kanadier bei Raps mit ihrer Rekordernte ebenfalls auf den Weltmarkt drängen und die Preise zusätzlich drücken.
 
US-Exporte schlechter als erwartet
Außerdem wird in USA von den Analysten ebenfalls noch eine moderate Korrektur der aktuellen Sojaernte nach oben erwartet. Negativ für die Preise in den USA wirkt sich zudem der schwache Export der aktuellen Woche aus. Analysten hatten im Vorfeld diese Woche neue Exportverkäufe von 450.000 t bis 1.150.000 t erwartet. Das USDA meldete für die aktuelle Abrechnungswoche jedoch nur eine Ausfuhrmenge von 156.000 t und damit deutlich weniger. Im Vergleich zur Vorwoche ist dies ein Rückgang von 84 % und der vierwöchige Durchschnitt wird um 80 % verfehlt.
 
Hintere Termine fallen deutlich
Die Preise für Sojabohnen haben am US-Terminmarkt in Chicago am Mittwoch (08.01) vor allem für die späteren Termine deutlich nachgegeben und die Rapsreise mit nach unten gezogen. Der Märzkontrakt für Sojabohnen beendete den Handel am Mittwoch (08.01) am US-Terminmarkt in Chicago mit umgerechnet 343 Euro/t (1269 Ct/bu) und der Maitermin kostete 338 Euro/t (1250 Ct/bu). Damit kosteten die Bohnen gut 3 % weniger als Ende Dezember und gut 5 % weniger als Mitte Dezember. Die letzte Preisspitzte von Anfang September wird um 8 % verfehlt. Am Donnerstag Nachmittag (MEZ) bewegten sich die Sojapreise in den USA trotz der schwachen Exportdaten wieder im grünen Bereich (+0,3 %).
 
Kanadischer Raps stürzt abwärts
Die Rapspreise in Kanada sind am Mittwoch (08.01) weiter kräftig nach unten gerutscht. Mit umgerechnet nur noch 286 Euro/t (421,10 CAD) war der Januartermin in Kanada im Wochenverlauf um weitere 13 Euro gefallen und hatte sich damit sehr deutlich von der am Anfang der Woche nach unten durchbrochenen 300-Euro-Marke entfernt . Der Märzkontrakt wurde mit 293 Euro (430 CAD) jetzt ebenfalls deutlich unter der 300-Euro-Marke gehandelt. Am Donnerstag Nachmittag (MEZ) lagen die kanadischen Rapsreise leicht im Plus.
 
Rapspreise in Europa brechen ein
Die Rapspreise in Europa haben am Mittwoch (08.01) ebenfalls kräftig nachgegeben. Der Februartermin beendete den Handel bei 356,50 Euro und der Maikontrakt bei 351,50 Euro. Damit kostete der Februar-Raps in Paris rund 10 Euro weniger als am Wochenanfang, und 6 Euro weniger als am Vortag. Der Maikontrakt hat gegenüber dem Wochenbeginn sogar 11 Euro verloren. Am Donnerstag (09.01) konnten sich die Kurse an der Matif leicht erholen (+1).
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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