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Analyse

Soja/Raps: Rekordanbau könnte Preise drücken

von , am
31.03.2014

Bei Sojabohnen werden in den USA in diesem Jahr eine Rekordanbaufläche und eine neue Rekordernte erwartet.

© Beuermann/landpixel
 
Bei Sojabohnen werden in den USA in diesem Jahr eine Rekordanbaufläche und eine neue Rekordernte erwartet. Das dürfte nicht ohne Auswirkungen auf die Preise bei Soja und andere Ölsaaten bleiben, zumal auch die aktuelle Ernte in Südamerika groß ist und die Prognosen für die nächste südamerikanische Ernte noch größer sind. Bisher stützte jedoch die starke Export und die historisch niedrigen Bestände die Preise in den USA und am Weltmarkt. Am Freitag haben sich die Sojapreise in den USA erneut behauptet. Im vorbörslichen elektronischen Handel am Montag Vormittag lagen die Preise für Raps im Minus und für Soja bewegten sich die Kurse erneut seitwärts.
 
Rekordanbau und Rekordernte
Im Vorfeld der neuen USDA-Daten gingen die US-Analysten von Informa Econmics im für 2014 von einer Anbaufläche von 32,88 Mio. ha (81,204 Mio. Acres) aus. Das wäre ein neuer Anbaurekord. Damit liegt die Informa-Schätzung zum Sojaanbau auch 0,7 Mio. ha über der Februarprognose des USDA von 32,18 Mio. ha (79,5 Mio. Acres). Schon damit wäre der bisherige Rekordwert von 31,5 Mio. ha (77,9 Mio. Acres) aus dem Jahr 2009 deutlich übertroffen worden. Im Jahr 2013 hatten die US-Farmer auf 30,97 Mio. ha (76,5 Mio. Acres) Soja ausgesät und 89,5 Mio. t geerntet. Das USDA hatte auf Basis der im Februar unterstellten Aussaatfläche von 32,18 Mio. ha (79,5 Mio. Acres) für 2014 bereits eine neue Rekordernte von 96,6 Mio. t (3.550 Mio. Bu) geschätzt. Eine Ausweitung der Aussaatfläche sowie das damit verbundene Produktionswachstum könnte zu erheblichen Preiskorrekturen bei Soja und anderen Ölsaaten führen.
 
Bestände etwas kleiner, Verdopplung in 2014?
Etwas kleiner als vor einem Jahr erwarten die Analysten in ihrer Prognose hingegen die Sojabestände in den USA. In ihrer Konsensschätzung gehen die Marktbeobachter für den Stichtag 1. März von einem US-Sojabestand von 26,9 Mio. t (989 Mio. Bu) aus. Im Vergleich zum März 2013 mit 27,1 Mio. t (998 Mio. Bu) wären die US-Sojabestände damit gerade einmal 1 % oder 0,2 Mio. t kleiner. Die Endbestände für das noch laufende Wirtschaftsjahr 2013/14 hat das USDA zuletzt auf 3,95 Mio. t geschätzt, nach 3,8 Mio. t im Wirtschaftsjahr 2012/13. Für die kommende Saison 2014/15 erwartete das USDA in seiner Februarprognose indessen fast doppelt so große Endbestände von 7,75 Mio. t (285 Mio. Bu).
 
Sojapreise zuletzt seitwärts
Der Maikontrakt für Sojabohnen beendete den Handel am Freitag (28.03) am US-Terminmarkt in Chicago mit umgerechnet 382 Euro/t (1436 Ct/bu) und der Julitermin kostete am Ende des Handelstages 375 Euro/t (1407 Ct/bu). Die nächste US-Ernte (November) wurde mit 317 Euro/t (1190 Ct/bu) gehandelt. Damit kosteten die Bohnen etwa eben so viel wie am Vortag und ähnlich viel wie vor einer Woche. Gegenüber dem letzten Tiefstand von Ende Januar waren die Sojapreise in Chicago am Freitag allerdings noch immer 14 % höher.
 
Export kommt (fast) zum Stillstand
Ende der letzten Woche meldete das USDA Exportverkäufe bei Sojabohnen von nur noch 12.000 t. Diese Menge war erheblich kleiner als in der letzten Woche und blieb deutlich unter der Erwartung der Analysten. In der Woche zuvor hatten die Amerikaner 202.000 t ins Ausland verkauft und vor zwei Wochen 64.000 t. Bislang summieren sich die US-Soja-Verkäufe ins Ausland allerdings schon auf 44,44 Mio. t gegenüber 35,58 Mio. t im letzten Jahr. Damit werden die zuletzt vom USDA für das noch laufende Wirtschaftsjahr erwarteten US-Sojaausfuhren von 41,6 Mio. t weiter deutlich übertroffen. Noch gehen Analysten und das USDA (mit dem größer werdenden Angebot aus Südamerika) jedoch von umfangreichen Abstellungen von US-Soja durch China aus.
 
Raps in Europa fester, in Kanada schwächer
Die Rapspreise haben am europäischen Terminmarkt am Freitag (31.03) zugelegt. Der Maitermin beendete den Handel am Freitag mit knapp 412 Euro und der Augustkontrakt (neue Ernte) notierte bei 374 Euro. Damit kostete der Mai-Kontrakt in Paris rund 1 Euro mehr als am Vortag und die neue ernte war 4 Euro teurer. Die Rapspreise in Kanada haben am Freitag (28.03) nachgegeben. Mit umgerechnet knapp 298 Euro/t (453 CAD) gab der Maitermin in Kanada um 5 CAD nach. Im Vergleich zur Vorwoche hat sich der Raps damit um etwa 10 CAD verbilligt. Die neue Ernte (November) kostete 314 Euro (478 CAD). Im vorbörslichen elektronischen Handel gaben die Rapspreise in Kanada erneut moderat nach.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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