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Analyse

Soja/Raps: Soja bleibt teuer, Raps unter Druck

von , am
07.04.2014

Die Preise für Sojabohnen sind in der letzten Woche trotz der erwarteten Rekordanbaufläche in dem USA gestiegen.

© landpixel
 
Die Preise für Sojabohnen sind in der letzten Woche trotz der erwarteten Rekordanbaufläche in dem USA gestiegen. In Europa hat die erwartete große neue Rapsernte hingegen auf die Preise gedrückt. Bei Sojabohnen werden am Mittwoch Abend neue Daten (USDA-Report) zur laufenden südamerikanischen Ernte erwartet. Für Brasilien rechnen die Analysten im Vorfeld mit einer weiteren moderaten Korrektur der Ernte durch das USDA nach unten. Trotzdem bleibt die brasilianische Ernte ein Rekord. Für Argentinien werden die letzten Schätzungen wohl nicht mehr verändert und die sehr gute Ernte wird bestätigt. In den USA rechnet man für die nächste Saison mit einer Rekordanbaufläche und einer neuen Rekordernte. Für die Sojaaussaat bleibt den US-Farmern zudem noch etwas mehr Zeit als für den Mais. In Europa hat die EU-Kommission ihre Schätzung zur Rapsernte nach oben gesetzt und erwartet für 2014 eine neue Rekordernte.
 
Sojapreise letzte Woche gestiegen
Am US-Terminmarkt sind die Sojapreise im Verlauf der letzten Woche gestiegen und haben sich am letzten Freitag behauptet. Der Maikontrakt für Sojabohnen beendete den Handel am Freitag (04.04) am US-Terminmarkt in Chicago mit umgerechnet 394,50 Euro/t (1473,6 Ct/bu) und der Julitermin kostete am Ende des Handelstages 389,6 Euro/t (1455 Ct/bu). Die nächste US-Ernte (November) wurde mit 323 Euro/t (1208 Ct/bu) gehandelt. Damit kosteten die Bohnen (Maikontrakt) am Freitag etwa eben so viel wie am Vortag, jedoch 12,50 Euro mehr wie vor einer Woche. Gegenüber dem letzten Tiefstand von Ende Januar waren die Sojapreise in Chicago am Freitag fast 17 % höher. Im vorbörslichen elektronischen Handel legten die Sojapreise in Chicago am Montag Vormittag moderat zu.
 
Kaum noch US-Exporte, nächste Ernte im Fokus
Ende der letzten Woche meldete das USDA Exportverkäufe bei Sojabohnen von nur noch 66.000 t. Diese Menge traf in etwa die Erwartung der Analysten. In der Woche zuvor hatten die Amerikaner nur noch 11.900 t ins Ausland verkauft und vor zwei Wochen 202.000 t. (Von der neuen Ernte hatten die Analysten bereits Exportverkäufe von 300.000 t bis 575.000 t erwartet. Verkauft wurden nur 19.300 t.) Für das aktuelle Wirtschaftsjahr summieren sich die US-Soja-Verkäufe ins Ausland auf 44,5 Mio. t gegenüber 35,97 Mio. t im letzten Jahr. Damit werden die bislang vom USDA für das noch laufende Wirtschaftsjahr erwarteten US-Sojaausfuhren von 41,6 Mio. t weiter deutlich übertroffen. Noch gehen Analysten und das USDA (mit dem größer werdenden Angebot aus Südamerika) jedoch von umfangreichen Abstellungen von US-Soja durch China aus.
 
Raps in Europa und Kanada schwächer
Die Rapspreise haben am europäischen Terminmarkt am Freitag (04.04) nachgegeben. Der Maitermin beendete den Handel am Freitag mit knapp 408,75 Euro und der Augustkontrakt (neue Ernte) notierte bei knapp 368 Euro. Damit kostete der Mai-Kontrakt in Paris rund 2 Euro weniger als am Vortag und 3 Euro weniger als letzte Woche. Die neue Ernte war sogar 4 Euro billiger als am Vortag und 6 Euro billiger als letzte Woche. Die Rapspreise in Kanada haben am Freitag (04.04) nachgegeben. Mit umgerechnet knapp 301 Euro/t (454,20 CAD) rutschte der Maitermin in Kanada um 5 CAD nach unten. Im Vergleich zur Vorwoche hat der kanadische Raps damit jedoch um 3 CAD zugelegt. Die neue Ernte (November) kostete 321 Euro (480 CAD) und damit 2 CAD mehr als in der Vorwoche. Im vorbörslichen elektronischen Handel legten die Rapspreise in Kanada moderat zu.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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