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Analyse

Soja/Raps: Soja immer teurer, Raps auf 10Monatshoch

von , am
10.03.2014

Die Sojapreise haben am im Verlauf der letzten Woche einen weiteren kräftigen Sprung nach oben gemacht

© landpixel
 
Die Sojapreise haben am im Verlauf der letzten Woche einen weiteren kräftigen Sprung nach oben gemacht. Seit Anfang Januar haben sich Sojabohnen um etwa 16 % verteuert. Die Rapspreise haben am Freitag (07.03) nachgegeben, waren im Verlauf der letzten Woche jedoch sehr kräftig gestiegen. Im Vorfeld des heutigen USDA-Reports erwarten Analysten im Rahmen einer Konsensschätzung vom USDA, dass die südamerikanische Sojaernte nach unten korrigiert wird.
 
Sojapreise sind weiter kräftig gestiegen
Die Sojapreise haben am im Verlauf der letzten Woche und auch vorigen Freitag in Chicago einen weiteren kräftigen Sprung nach oben gemacht. Seit Anfang Januar haben sich Sojabohnen um etwa 16 % verteuert, auf den höchsten Stand seit 9 Monaten (Juli 2013). Im vorbörslichen elektronischen Handel haben die Preise am Montag allerdings erst einmal nachgegeben. Gründe für den Preisanstieg am Freitag waren die über den bisherigen Schätzungen liegenden Exporte, die die US-Bestände weiter deutlich reduzieren. Hinzu kommen die Erwartungen der Analysten hinsichtlich möglicher trockenheitsbedingter Produktionsausfälle in Brasilien und Argentinien. Die brasilianischen Analysten von Safras & Mercado meldeten, dass die brasilianische Sojaernte bis 07. März zu 52 % eingebracht war (Vj. 48 %). Im wichtigsten Anbaustaat Mato Grosso (30 % der Produktion) war die Sojaernte am 7 März zu 73 % komplett (Vj. 74 %). Hier verzögerten schwere Regefälle die Ernte und bedrohen zudem die Qualität und den Ertrag.
 
Korrektur der südamerikanischen Ernte
Im Vorfeld des heutigen USDA-Reports schauen die Analysten auf die neuen Daten zur laufenden südamerikanischen Sojaernte. Im Rahmen einer Konsensschätzung im Vorfeld des Report erwarten die wichtigsten US-Analysten vom USDA, das die Sojaernte für Brasilien von 90,0 Mio. t auf 88,0 Mio. t nach unten korrigiert wird. Für Argentinien gehen die Analysten ebenfalls von einer moderaten Korrektur der Ernte durch das USDA von zuvor 54,0 Mio.t auf 53,5 Mio. t nach unten aus. Gleichzeitig erwartet die Analysten, dass die US-Bestände zum vorigen Report deutlich um etwa 6 % schrumpfen und die globalen Bestände von 73,0 Mio. t auf 71,5 Mio. t abnehmen. Außerdem dürfe das USDA die US-Exportzahlen für das laufende Wirtschaftsjahr nach oben anpassen.
 
Sojapreise steigen und steigen
Der Märzkontrakt für Sojabohnen beendete den Handel am Freitag (07.03) am US-Terminmarkt in Chicago mit umgerechnet 385,58 Euro/t (1457,4 Ct/bu) und der Maitermin kostete am Ende des Handelstages 385,64 Euro/t (1457,6 Ct/bu). Damit kosteten die Bohnen rund 1,4 % mehr als am Vortag und 3,5 % mehr als am Montag der letzten Woche. Gleichzeitig liegen die US-Soja-Preise (Märzkontrakt) weit über der für technische Analysten wichtigen 10-Tage-Linie (1401 Ct) und auch über dem 20-Tage-Durchschnitt (1363 Ct) sowie über der 40 Tage-Linie (1319 Ct).
 
US-Exporte weit über den Erwartungen
Ende der letzten Woche meldete das USDA wieder Exportverkäufe bei Sojabohnen von 772.000 t. Diese Menge war deutlich größer als in den letzten Wochen. In der Woche zuvor hatten die Amerikaner 327.000 t ins Ausland verkauft und vor zwei Wochen waren es nur noch 86.000 t. Bislang summieren sich die US-Ausfuhren auf 44,2 Mio. t gegenüber 34,8 Mio. t im letzten Jahr. Damit wird die noch im Februar vom USDA erwarteten US-Sojaausfuhren für das laufende Wirtschaftsjahr von knapp 41 Mio. t bereits sehr deutlich um 3,2 Mio. t (!!!) übertroffen.
 
Raps in Europa auf 10Monatshoch
Die Rapspreise am europäischen Terminmarkt haben am Freitag (07.03) nachgegebenen, waren im Verlauf der letzten Woche mit den befürchteten Exportproblem der Ukraine und den steigenden Soja- und Pflanzenölpreisen jedoch sehr kräftig gestiegen. Der Maitermin beendete den Handel am Freitag mit knapp 412 Euro und der Augustkontrakt (neue Ernte) notierte bei 376 Euro. Das sind die höchsten Raps-Preise seit Juni 2013. Damit kostete der Mai-Kontrakt in Paris rund 2 Euro weniger als am Vortag und 16 Euro mehr als in der Woche zuvor. Im deutschen Großhandel legten die Rapspreise ebenfalls zu. Die Rapspreise in Kanada haben am Freitag (07.03) nach der Rallye der letzten Tage ebenfalls wieder etwas nachgegeben. Mit umgerechnet knapp 285 Euro/t (439 CAD) gab der Märztermin in Kanada 7 CAD nach. Im Vergleich zur Vorwoche haben die Preise um 24 CAD zugelegt.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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