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Analyse

Soja/Raps: Soja zieht Rapspreise wieder über 350-Euro

von , am
16.06.2014

Die Rapspreise für die neue Ernte haben am europäischen Terminmarkt wieder die Marke von 350 Euro überwunden.

© Vibe images/fotolia.de
 
Die Rapspreise für die neue Ernte haben am europäischen Terminmarkt wieder die Marke von 350 Euro überwunden. Bereits zum Ende der letzten Woche konnten die Rapspreise diese psychologisch wichtige Marke nach oben knapp durchbrechen. Und auch zum Beginn der aktuellen Woche (Montag Abend) liegt der Raps in Europa und auch in Kanada leicht im Plus. Allerdings waren die Kurse in Europa zuvor bis unter 345 Euro abgestürzt und damit auf den niedrigsten Stand seit Mitte 2010, also seit etwa 4 Jahren. Eine Ursache für den kräftigen Preisrückgang war die von immer mehr Analysten auf einem Rekordniveau von 22 Mio. t erwartete neue europäische Rapsernte.
 
Neue Sojaernte billiger, alte Ernte bliebt teuer
Die überaus komfortablen Erwartungen des USDA an die neuen Soja-Ernten und Versorgungbilanzen im nächsten Wirtschaftsjahr lösten am globalen Sojamarkt letzte Woche ebenfalls eine deutliche Schwäche aus. Dabei haben sich die Soja-Preise für die vorderen Termine (Juli) zum Ender Vorwoche bereits wieder erholt und zumindest einen Teil ihrer Verluste wieder gut gemacht. Mittlerweile wird die neue, auf Rekordniveau erwartete Sojaernte aus den USA, deutlich preiswerter gehandelt wie die alte Ernte.
 
EU-Rapspreise klettern über 350-Euro-Marke
Die Rapspreise (für die neue Ernte) haben sich am europäischen Terminmarkt Ende der letzten Woche mit den Sojapreisen erholt. Der Augustkontrakt (neue Ernte) notierte am Freitag (13.05) bei knapp 351,25 Euro. Damit kostete neue Ernte in Paris etwa 7,0 Euro mehr als vor 8 Tagen. Am Montag (16.06) Nachmittag (MEZ) bewegten sich die Rapspreise an der MATIF dann mit den vorderen Sojaterminen erneut leicht im Plus (351,50 Euro).
 
Rapspreise am Kassamarkt kaum erholt
Im deutschen Großhandel lagen die Preismeldungen für die alte Ernte (Juni) Ende der letzten Woche überwiegend zwischen 366 Euro  und 372 Euro (Vw.: 375 Euro und 380) und für die neue Ernte (August) zwischen 341 und 345 Euro (Vw: 344 und 346 Euro/t). Sowohl für die alte als auch für die neue Ernte liegen die Kassamarktpreise damit noch etwas unter den Preisen der letzten Woche.
 
Knappe Versorgung stützt vordere Termine
Am US-Terminmarkt sind die Sojapreise nach dem USDA-Report zunächst um 3,5 % gefallen, haben dann aber für die vorderen Termine wieder um rund 1 % zugelegt. Grund für den erneuten Anstieg der Preise bleibt die bis zum Herbst weiterhin sehr knappe Versorgung am US-Binnenmarkt sowie die anhaltend starke und preisstützende Nachfrage von den Exportmärkten (China). Auch die bereits auf den Markt kommende aktuelle südamerikanische Rekordernte hat für die vorderen Termine bislang nicht den erwarteten Preisrückgang gebracht. Nach wie vor sind die Preise für Soja und Sojaschrot erst ab Herbst deutlich niedriger.
 
Neue Sojaernte mit großem Preisabstand
Am Freitag (13.06) hatten die Sojapreise am US-Terminmarkt um 1,0 % zuegelt in den beiden Tagen davor allerdings deutlich mehr als 3 % verloren. Am heutigen Montag starten die vorderen US-Termine im vorbörslichen Handel mit einem leichten Plus, ab dem Septemberkontrakt sind die Vorzeichen jedoch rot. Der Julikontrakt für Sojabohnen hatte den Handel am Freitag (13.06) am US-Terminmarkt in Chicago umgerechnet mit 386,3 Euro/t (1425,6 Ct/bu) beendet und der Augusttermin kostete 371,6 Euro/t (1369 Ct/bu). Die nächste US-Ernte (November) wurde am Freitag mit 331 Euro/t (1221 // Ct/bu) gehandelt. Damit kostete die neue Ernte 55 Euro oder knapp 15 % weniger als das aktuelle Soja.
 
Kanadische Rapspreise (Canola) etwas erholt
In Kanada sind die Rapspreise letzte Woche zunächst um etwa 2 % gefallen und dann am Freitag um 2,0 % gestiegen. Mittlerweile liege die Preise wieder deutlich über den technisch wichtigen Marken von 450 CAD/t und 460 CAD/t. Umgerechnet 315 Euro/t (464 CAD) kostete der Julitermin in Kanada am Freitag. Die neue Ernte (November) wurde am Freitag (13.06) mit 313 Euro (461 CAD) gehandelt. Am heutigen Montag starten die Canola-Preise in Winnipeg mit einem leichten Plus. Seit dem letzten Zwischenhoch Mitte Mai haben die Preise etwa 8 % oder etwa 40 CAD verloren.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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