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Analyse

Soja/Raps: Sojapreise auf 11 Monatshoch, Raps zieht mit

von , am
23.05.2014

Am Donnerstag Nachmittag (22.05) kletterten die Preise für Sojabohnen in Chicago auf den höchsten Stand seit 11 Monaten

© landpixel
 
Am Donnerstag Nachmittag (22.05) kletterten die Preise für Sojabohnen in Chicago auf den höchsten Stand seit 11 Monaten. Bereits ein Tag zuvor (am Mittwoch) waren die Sojapreise in Chicago um 2,4 % nach oben geschossen und hatten zudem für den Julikontrakt erneut die Marke 1500 Ct/Buschel (404 Euro/t) nach oben durchbrochen. Am Donnerstag schlossen sich die Rapspreise in Europa etwas überraschenden Rallya am Sojamarkt vorsichtig an. Auslöser für den Preisanstieg waren erneut Nachrichten aus China, über eine starke Nachfrage nach Soja und kräftig steigende Preise am chinesischen Binnenmarkt. Nach Berichten aus China, kletterten die Preise für Soja in China ebenso nach oben, wie die Preise für Mais und für Schweine. Aus der Provinz Henan meldete man im April einen Anstieg der Schweinepreise von 20 % und am Terminmarkt in in Dalian kletterten die Preise für Sojabohnen auf den höchsten Stand seit Februar.
 
Chinas Sojaimporte 40 % über Vorjahr
Am Mittwoch hatten die chinesischen Zollbehörden zudem einen kräftigen Anstieg der Sojaimporte gemeldet. So sind die Einfuhren von Sojabohnen (von Januar bis April) im Vergleich um 41 % auf 21,8 Mio. t gestiegen. Im letzten Jahr hatten die Chinesen in diesem Zeitraum gerade einmal 15,5 Mio. t Sojabohnen importiert. Besonders kräftig sind die Einfuhren aus den USA angestiegen. Rund 16,3 Mio. t US-Bohnen wurden bislang importiert im Vergleich zu 12,3 Mio. t im letzten Jahr. Auch aus Brasilien wurden bis April mit 5,0 Mio. fast doppelt so viele Bohnen gekauft wie 2013 (2,7 Mio. t). Gleichzeitig nahm auch Import von Rapssaat auf 1,7 Mio. t zu. Im letzten Jahr wurden 1,2 Mio. t importiert. Drei Viertel der Rapsimporte kamen aus Kanada.
 
Sojapreise steigen kräftig
Am US-Terminmarkt lagen die Sojapreise am Donnerstag Nachmittag (MEZ) im laufenden Handel für alle Termine erneut deutlich 1,3 % im Plus etwa bei 410,8 Euro/t. (1524,6 Ct/bu). Der Julikontrakt für Sojabohnen hatte den Handel am Mittwoch (21.05) am US-Terminmarkt in Chicago umgerechnet mit 405,5 Euro/t (1505,2 Ct/bu) beendet und der Augusttermin kostete 385 Euro/t (1430 Ct/bu). Die nächste US-Ernte (November) wurde am Mittwoch mit 337 Euro/t (1253 Ct/bu) gehandelt. Seit letzten Freitag sind die Sojapreise in Chicago um 4 % bzw. mehr als 10 Euro/t gestiegen, auf den höchsten Stand seit 11 Monaten.
 
EU-Rapspreise erholen sich leicht
Die Rapspreise (für die neue Ernte) haben sich am europäischen Terminmarkt im Wochenverlauf knapp behauptet und legten dann am Donnerstag Nachmittag mit den US-Sojapreisen zu. Der Augustkontrakt (neue Ernte) beendete den Handel am Mittwoch (21.05) mit knapp 358 Euro. Damit kostete die neue Rapsernte am Mittwoch etwa 2,0 Euro weniger als zum Beginn der Woche. Am Donnerstag Nachmittag (MEZ) legten die Rapspreise an der MATIF dann um knapp 3 Euro auf 360,5 Euro/t zu. Im deutschen Großhandel lagen die Preismeldungen für die alte Ernte (Mai) überwiegend zwischen 388 Euro und 390 Euro und für die neuen Ernte (August) zwischen 351 und 357 Euro/t.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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