Login
Analyse

Soja/Raps: Sojapreise fallen mit Erntedruck, Rapsreise folgen

von , am
17.03.2014

Die Sojapreise sind mit dem wachsenden Ernte- und Angebotsdruck aus Südamerika letzte Woche spürbar unter Druck geraten.

© landpixel
 
Die Sojapreise sind mit dem wachsenden Ernte- und Angebotsdruck aus Südamerika letzte Woche spürbar unter Druck geraten. Diesem Abwärtssog können sich auch die Rapspreise nicht entziehen – auch wenn das Preisniveau (vor allem für die alte Ernte in Europa) weiterhin relativ hoch ist. Die brasilianischen Analysten von Safras & Mercado meldeten am Freitag, dass die brasilianische Sojaernte bis 14. März zu 59 % eingebracht war (Vj. 58 %). Damit ist der Vorsprung gegenüber dem Vorjahr wegen der witterungsbedingten Ernteverzögerungen in Mato Grosso weiter zusammengeschmolzen. Im wichtigsten Anbaustaat Mato Grosso (30 % der Produktion) war die Sojaernte am 14ten März zu 84 % komplett (Vj. 87 %). Weiterhin verzögern schwere Regefälle die Ernte und bedrohen zudem die Qualität und den Ertrag
 
Korrektur der brasilianischen Ernte
Hitze und Niederschlagsmangel im Süden und Südposten Brasilien sowie sintflutartige Regenfälle in Zentralbrasilien drücken die Ernteergebnisse bzw. behindern die Erntearbeiten bei Soja. Die Analysten der staatlichen brasilianischen Agentur für Getreide und Ölsaaten (CONAB) haben ihre Erwartungen an die Sojaernte in Brasilien Mitte März deutlich nach unten korrigiert. Mit 85,4 Mio. t liegt die aktuelle Prognose nun 4,6 Mio. t oder gut 5 % niedriger als vor vier Wochen. Trotzdem übertrifft die erwartete Erntemenge den bisherigen Rekord aus dem letzten Jahr (81,5 Mio. t) noch um 4 Mio. t.
 
Sojapreise deutlich gefallen
Der Maikontrakt für Sojabohnen beendete den Handel am Freitag (14.03) am US-Terminmarkt in Chicago mit umgerechnet 367,17 Euro/t (1388,4 Ct/bu) und der Julitermin kostete am Ende des Handelstages 362,74 Euro/t (1371,6 Ct/bu). Die nächste US-Ernte (November) wurde mit 310,85 Euro/t (1174,4 Ct/bu) gehandelt. Damit kosteten die Bohnen rund 0,6 % und rund 5,0 % oder 20 Euro/t weniger als vor einer Woche. Mittlerweile liegen die US-Soja-Preise (Maikontrakt) deutlich unterhalb der für technische Analysten wichtigen 10-Tage-Linie (1417Ct) und auch unter dem 20-Tage-Durchschnitt (1388 Ct) jedoch über der 40 Tage-Linie (1337 Ct). Im vorbörslichen elektronischen Handel gaben die Sojapreise am Montag deutlich nach.
 
Abbestellungen von US-Exporten durch China
Ende der letzten Woche meldete das USDA wieder Exportverkäufe bei Sojabohnen von 113.000 t. Diese Menge war deutlich kleiner als in der letzten Woche. In der Woche zuvor hatten die Amerikaner 773.000 t ins Ausland verkauft und vor zwei Wochen 328.000 t. Bislang summieren sich die US-Ausfuhren auf 44,3 Mio. t gegenüber 35,4 Mio. t im letzten Jahr. Damit wird die noch vom USDA erwarteten US-Sojaausfuhren für das laufende Wirtschaftsjahr von 41,6 Mio. t weiter deutlich übertroffen. Allerdings gehen sowohl Analysten als auch das USDA mit dem größer werdenden Angebot aus Südamerika noch von umfangreichen Abbestellungen von US-Soja durch China aus.
 
Raps gehen mit Soja nach unten
Die Rapspreise am europäischen Terminmarkt haben am Freitag (14.03) für die alte Ernte zugelegt und sind für die neue Ernte leicht zurückgegangen. Im Vergleich zur letzten Woche haben die Rapspreise in Europa jedoch um rund 10 Euro oder 2,5 % nachgegeben.. Der Maitermin beendete den Handel am Freitag mit knapp 402 Euro und der Augustkontrakt (neue Ernte) notierte bei 366 Euro. Damit kostete der Mai-Kontrakt in Paris rund 2 Euro mehr als am Vortag und 10 Euro weniger als in der Woche zuvor.. Die Rapspreise in Kanada haben am Freitag (14.03) noch deutlich zugelegt und ein 3Monatshoch erreicht. Mit umgerechnet knapp 300 Euro/t (461 CAD) legte der Maitermin in Kanada um 5 CAD zu. Im Vergleich zur Vorwoche hat sich der Raps damit um etwa 11 CAD verteuert. Die neue Ernte (November) kostete 317 Euro (487 CAD). Im vorbörslichen elektronischen Handel gaben die Rapspreise in Kanada allerdings ebenso deutlich nach wie die Sojapreise. Dieser Abwärtsbewegung wird sich auch der Raps in Europa nicht entziehen können
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
Auch interessant