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Analyse

Soja/USA 2014: Flächenzuwachs, Rekordernte und Preisdruck

von , am
17.02.2014

In den USA werden die Farmer den Anbau von Soja für die neue Ernte 2014 wohl deutlich ausweiten.

© Beuermann/landpixel

 
In den USA werden die Farmer den Anbau von Soja für die neue Ernte 2014 wohl deutlich ausweiten. Damit könnte die Produktion 2014 einen neuen Rekordwert erreichen und die bisherige Rekordente aus dem Jahr 2009/10 übertreffen. Gleichzeitig werden die Sojapreise in den USA im kommenden Wirtschaftsjahr 2014/15 kräftig um rund 20 % zurückgehen und auch im darauf folgenden Jahr weiter fallen. Zu diesen Ergebnissen kommt das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) im Rahmen seines Ende letzter Woche veröffentlichten langfristigen Marktausblicks. In der aktuellen Woche (am Donnerstag) wird es vom USDA im Rahmen des sogenannten Outlook Forums noch aktuellere Daten geben.
 
Anbaufläche wächst zu Lasten von Mais
Die Anbaufläche von Soja in den USA wird nach der Einschätzung des USDA in diesem Jahr um knapp 2 % (zu Lasten von Mais) zunehmen. Die USDA-Experten erwarteten in ihrer Prognose für die Ernte 2014 eine Aussaatfläche von 78 Mio. Acres (31,57 Mio. ha) nach 76,5Mio. Acres (30,97 Mio. ha) im Jahr 2013. Im Dürrejahr 2012 hatten die US-Farmer auf 77,2 Mio. Acres (31,25 Mio. ha) Soja ausgesät. In der letzten Woche hatte das private Analystenhaus Informa Economics die erwartete Aussaatfläche auf 81,3 Mio. Acres (32,91 Mio. ha) geschätzt. Das USDA erwartet auch für die darauffolgenden Jahre eine relativ stabile Anbaufläche zwischen 77,5 und 78,0 Mio. Acres.
 
Neue Rekordente erwartet
Nach der Prognose des USDA könnte die neue US-Sojaernte 2014 (bei normalen Witterungsbedingungen) die Produktion aus dem letzten Jahr um fast 7 % übertreffen. Grund sind neben der Anbauausweitung die vom USDA für 2014 erwarteten etwas höheren Erträge von 3,05 t/ha. Im letzten Jahr hatten die US-Farmer rund 2,80 t Soja je Hektar geerntet. Im Dürrejahr 2012 lag der Ertrag lediglich bei 2,68 t/ha. Vor diesem Hintergrund erwartet das USDA für 2014 eine Sojaernte von 3.480 Mio. Buschel (94,71 Mio. t) und damit die bislang größte US-Sojaernte überhaupt. Im Jahr 2009 brachten die Farmer die bisherige Rekordernte von 3.359 Mio. Buschel (91,4 Mio. t) ein und im Dürrejahr 2012 betrug die Erntemeng 3.034 Mio. Buschel (82,6 Mio. t).
 
Exporte nehmen kräftig zu
Eine Folge der erwarteten eine kräftige Zunahme der Exporte sowie ein Aufbau der Bestände. Die Exporte könnten nach der USDA-Prognose um gut 9 % auf 1.640 Mio. Buschel (44,6 Mio. t) steigen. Für das aktuelle Wirtschaftsjahr 2013/14 hat das USDA die Exporte ( im letzten USDA-Report) auf 1509 Mio. Buschel (41,0 Mio. t) geschätzt und vor zwei Jahren lag die Exportmenge bei 1320 Mio. Buschel (35,92 Mio. t). Die Endbestände wachsen ebenfalls kräftig um 19 % von 170 Mio. Buschel (4,6 Mio. t) im aktuellen Wirtschaftsjahr auf 203 Mio. Buschel (5,5Mio. t) im Wirtschaftsjahr 2014/15. Vor zwei Jahren waren die Bestände nur rund 141 Mio. Buschel (3,8 Mio. t) groß.
 
Preise fallen bis 2015
Eine Folge des größeren Angebots ist nach Einschätzung des USDA ein kräftiger Preisrückgang. Das USDA schätzt das durchschnittliche Preisniveau für das kommende Wirtschaftsjahr 2014/15 auf nur noch 9,75 USD/bu (261 Euro/t) nach 12,15 USD/bu (326 Euro) im laufenden Jahr und 14,40 USD/bu (386 Euro) vor zwei Jahren. Für die neue Ernte 2014 wäre dies ein kräftiger Preisrückgang von gut 20 % bzw. 65 Euro. Außerdem würden die Preise deutlich unter die technisch wichtige Marke von 10,00 USD je Buschel fallen. Innerhalb von zwei Jahren wären die Sojapreise in den USA um rund ein Drittel zurückgegangen. Für das Jahr 2015 erwartet das USDA dennoch einen weiteren kräftigen Preisrückgang bis auf 8,85 USD/Buschel (238 Euro).
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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