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Analyse

UFOP: Raps-Flächenpotenzial ausschöpfen

von , am
20.07.2015

Nach Einschätzung der Union zur Förderung von Öl- und Proteinpflanzen (UFOP) sprechen gleich mehrere Faktoren für feste Rapspreise in der Europäischen Union. Darum sollten die Erzeuger den Anbauumfang von Raps an den betrieblichen Fruchtfolgegrenzen orientieren.

Beim Raps verlor der Novemberkontrakt 3,50 Euro und schloss bei 377,25 Euro je Tonne. © Mühlhausen/landpixel
Die UFOP verwies auf übereinstimmende Prognosen verschiedener Fachverbände und Analysten, wonach die Rapsernte in der EU dieses Jahr unter dem Vorjahresergebnis bleiben wird. So beziffert der Fachdienst Oil World das Aufkommen auf wahrscheinlich 21,4 Millionen Tonnen; das wären etwa 3 Millionen Tonnen weniger als die Rekordernte 2014 eingebracht hatte. Besonders betroffen ist Deutschland mit einem Rückgang um etwa 1 bis 1,1 Millionen Tonnen. In Frankreich und Polen wird die Erzeugung voraussichtlich um 0,5 beziehungsweise 0,4 Millionen Tonnen kleiner ausfallen als im Vorjahr.
 
Die Versorgungslage ist mit Blick auf die in Deutschland vorhandene Ölsaatenverarbeitungskapazität von etwa 10 Millionen Tonnen angespannt, so die UFOP. Zur Kapazitätsauslastung müsse die Ölsaatenindustrie entsprechende Rapsmengen importieren. Die neue Rapsernte müsse schnell in die Verarbeitung abfließen, denn trotz der vorjährigen Rekordernte seien die Lagerbestände praktisch aufgezehrt. Die UFOP verwies auf Angaben der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE), wonach die deutschen Ölmühlen im Kalenderjahr 2014 rund 9,5 Millionen Tonnen Rapssaat verarbeitet haben, davon 6,5 Millionen Tonnen aus heimischer Produktion.
 
Der Rapsölbedarf bleibt auch infolge der Reform der europäischen Biokraftstoffpolitik weiterhin hoch. Gemäß dem Analyseinstitut LMC International, London, wurden für die Biodieselproduktion in der Europäischen Union in 2014 etwa 6,1 Millionen Tonnen Rapsöl, entsprechend rund 15 Millionen Tonnen Saat, benötigt.
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