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Analyse

Ukraine/Raps: Kleinere Raps-Ernte, weniger Exporte

von , am
09.05.2014

Die Ukraine ist der wichtigste ausländische Rapslieferant für den europäischen Markt und die EU ist der mit Abstand wichtigste Exportmarkt für die Ukraine.

© Jonathan Willmann/aboutpixel.de
 
Die Europäische Union importiert jährlich etwa 3,3 Mio. t Rapssaat. Die Ukraine ist der wichtigste ausländische Rapslieferant für den europäischen Markt und die EU ist der mit Abstand wichtigste Exportmarkt für die Ukraine. Deshalb hat die Entwicklung von Anbau und Produktion in der Ukraine natürlich Einfluss auf das Rapsangebot und die Preise in Europa. Dabei wird fast die gesamte ukrainische Rapsproduktion auch exportiert. Erste Einschätzungen zur neuen ukrainischen Rapsernte gehen von einem leichten Anbaurückgang und von einem relativ deutlichen Rückgang der Produktion aus. Im langjährigen Vergleich wäre die erwartete Rapsernte jedoch immer noch groß. Die Ursachen für den Produktionsrückgang sind die um rund ein Drittel höheren Kosten für Dünger, Treibstoff und Pflanzenschutz.
 
Stabile Fläche, kleinere Ernte
Deutlich mehr als 80 % der ukrainischen Rapsproduktion sind gewöhnlich Winterraps. Der Anteil an Sommerraps richtet sich nach den Auswinterungsschäden. In diesem Jahr ist die Auswinterung jedoch sehr gering. Das USDA geht in einer aktuellen Prognose von einer (wenig veränderten) ukrainischen Rapsfläche von etwa 1,0 Mio. ha aus nach 1,02 Mio. ha im letzten Jahr. Die Produktion könnte nach derzeitigen Schätzungen etwa 2,0 Mio. t erreichen nach 2,35 Mio. t im letzten Jahr. Das wäre ein Rückgang der Produktion von etwa 15 %. Vor zwei Jahren (2012) lag die Anbaufläche allerdings nur bei 0,566 Mio. ha und die Erntemenge war mit 1,2 Mio. t nur halb so groß. Exportiert wurden ebenfalls 1,2 Mio. t und damit die gesamte Produktion.
 
Export geht deutlich zurück
der Export von Rapssaat aus der Ukraine erreichten im letzten Wirtschaftsjahr 2013/14 einen Umfang von 2,2 Mio. t und damit etwas mehr als 90 % der Produktionsmenge. Nur rund 0,128 Mio. t Rapssaat wurden durch ukrainische Ölmühlen selbst verarbeitet. Der Anteil an selbstverarbeiteten Raps nimmt allerdings stetig zu. Für das nächste Wirtschaftsjahr schätzt das USDA eine Exportmenge von 1,8 Mio. t. Das wäre (gegenüber 2013/14) ein Rückgang der Exporte um 18 % bzw. 0,4 Mio. t .
 
Europa ist der wichtigste Exportmarkt
Wichtigster Abnehmer von ukrainischem Raps ist die EU. In der ersten Hälfte des aktuellen Wirtschaftsjahres wurden bereits 90 % der gesamten Exporte (rund 2,0 Mio. t) abgewickelt. Größter europäischer Einzelimporteur war Frankreich, vor den Niederlanden und Belgien. Wichtigster nichteuropäischer Abnehmer waren Pakistan, die Vereinigten Arabischen Emirate und Vietnam. Auch nach Deutschland gingen in dieser Zeit 123.000 t Rapssaat aus der Ukraine. Damit waren die deutschen die Nummer 7 unter den Exporteuren und die Nummer 4 unter den Europäern.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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