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Analyse

US-Sojaernte kommt voran, Preise steigen dennoch

von , am
29.10.2014

Der Ernte von Sojabohnen kam in den USA zuletzt deutlich schneller voran als die Maisernte. Dennoch sind die Sojapreise in den USA (und am Weltmarkt) zuletzt kräftig gestiegen.

© Mühlhausen/landpixel
Der Ernte von Sojabohnen kam in den USA zuletzt deutlich schneller voran als die Maisernte. Dennoch sind die Sojapreise in den USA zuletzt kräftig gestiegen. Dabei hat der Erntefortschritt bei der aktuellen Rekordernte den langjährigen Mittelwert fast erreicht. Etwa die 70 Prozent der riesigen US-Sojaflächen sind bereits abgeerntet (bei Mais nicht einmal die Hälfte). Ein Grund für die steigenden Preise ist die außergewöhnlich starke Exportnachfrage. Hinzu kam die offensichtlich kräftige Nachfrage der US-Futtermittelhersteller bzw. der Tierhalter nach Soja und Sojaschrot. Für die nächsten zwei Wochen sagen US-Wetterdienste relativ warmes und trockenes Wetter im Mittelwesten voraus. Damit könnten die Erntearbeiten im Wochenverlauf einem weiteren Schub erhalten.
 
Etwa 70 Prozent der Sojaflächen sind abgeerntet
Bis zum 26. Oktober waren etwa 70 % der gesamten Soja-Flächen (33,75 Mio. ha) abgeerntet. Das entspricht einer Erntefläche von 23,62 Mio. ha. Eine Woche zuvor bis zum 19. Oktober waren etwa 53 % der Soja-Bohnen von 17,88 Mio. ha geerntet. Damit wurden in der letzten Woche 5,8 Mio. ha abgeerntet und damit 1,4 Mio. ha mehr als in der Vorwoche mit 4,4 Mio. ha. Im langjährigen Mittel hatten die US-Farmer zu diesem Termin bereits 76 % der Sojafläche abgeerntet. Aktuell sind im wichtigsten Anbaustaat Illinois 63 % (Vw: 37 %) der Sojabohnen geerntet gegenüber 77 % im langjährigen Mittel, in Iowa lag der Erntefortschritt bei 81 % (Vw: 61 %) im Vergleich zu sonst üblichen 85 %, in Minnesota waren es 94 % (Vw: 85 %) im Vergleich zu 87 %, in Nebraska 87 % (Vw: 69 %) zu 89 %, in Indiana 50 % (Vw: 31 %) zu 75 %, in Missouri 46 % (Vw: 25 %) zu 59 % und in Ohio 50 % (Vw: 36 %) zu 73 %.
 
Sojapreise sind kräftig gestiegen
Die Sojapreise haben in den USA zum Beginn der Woche kräftig zugelegt. Am Montag (27.10) stiegen die Kurse am US-Terminmarkt um 2,9 % und überwanden erstmals seit Anfang September wieder die technisch wichtige Marke von 1.000 Ct/bu (287 Euro/t) und auch am Dienstag (20.10) legten die Kurse nochmals leicht zu. Der Novembertermin wurde am Terminmarkt am Dienstag (28.10.) mit 291 Euro (1008 Ct/bu) gehandelt und damit 19 Euro teurer als in der Vorwoche mit 272 Euro (944,2 Ct/bu). Der Januarkontrakt ging am Dienstag mit 293 Euro/t (1015 Ct/bu) aus dem Handel und damit ebenfalls mit einem Plus von 19 Euro gegenüber der Vorwoche mit 274 Euro/t (952,2 Ct/bu) und der März wurde mit 295 Euro (1021 Ct/bu) notiert. Am US-Kassamarkt kosteten Sojabohnen am Dienstag (28.10) durchschnittlich 283 Euro (980 Ct/bu) und damit 16 Euro mehr als vor einer Woche mit 267 Euro (927 Ct/bu).
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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