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Analyse

USA: Kommt die Riesensojaernte von den Feldern?

von , am
09.10.2014

Der Erntefortschritt bei Sojabohnen fällt in den USA (witterungsbedingt) Anfang Oktober noch weiter hinter den langjährigen Mittelwert zurück.

© Mühlhausen/landpixel
Der Erntefortschritt bei Sojabohnen fällt in den USA (witterungsbedingt) Anfang Oktober noch weiter hinter den langjährigen Mittelwert zurück. Vor diesem Hintergrund sind die Sojapreise in den USA diese Woche kräftig gestiegen und haben auch die Rapspreise in Europa mit nach oben gezogen. Das aktuelle Crop-Monitoring des USDA zeigt die Sojapflanzen allerdings weiterhin in ganz hervorragendem Zustand. Dieser Umstand bestätigt noch einmal die außergewöhnlich hohen und auch von privaten Analysten bestätigten Ertragsprognosen. Weiteren Aufschluss über die Situation bei Soja und neuen Impulse für den Markt wird der für Freitag (10.10) erwartete neue USDA-Report geben.
 
Sehr langsame Ernte in den TOP-Anbaustaaten
Bis zum 05. Oktober waren etwa 20 % der Soja-Ernte eingebracht. Das entspricht einer Erntefläche von 6,8 Mio. ha. Im langjährigen Mittel hatten die US-Farmer zu diesem Termin bereits 35 % der Sojafläche abgeerntet. Am weitesten ist die Ernte derzeit im Süden des Landes vorangeschritten. In Louisiana waren etwa 81 % der Sojabohnen geerntet, in Mississippi 65 % und in Arkansas 43 %. Dagegen liegt die Ernte in den Top-Anbaustaaten des Mittelwestens deutlich hinter dem üblichen Erntetempo. In Illinois waren erst 18 % der Sojabohnen geerntet gegenüber 32 % im langjährigen Mittel, in Iowa lag der Erntefortschritt nur bei 9 % im Vergleich zu sonst üblichen 42 %, in Minnesota waren es 23 % Prozent im Vergleich zu 48 %, in Nebraska 16 % zu 41 %, in Indiana 18 % zu 30 %, in Missouri 9 % zu 16 % und in Ohio 21 % zu 23 %.
 
Sojapflanzen mit sehr hohem Ertragspotential
Das Crop-Monitoring des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) bestätigt hingegen (wie beim Mais) weiterhin den hervorragenden Wachstumszustand der Sojapflanzen. Am 05. Oktober befanden sich 73 % des gesamten US-Sojabestandes in gutem oder sehr gutem Zustand. Im Vergleich zur Vorwoche (72 %) bedeutet dies eine weitere Verbesserung um einen Prozentpunkt. Im letzten Jahr (2013) befanden sich nur 53 % des Sojabestände in den beiden besten Kategorien und damit 19 Prozentpunkte weniger. In Iowa wurden aktuell 74 % der Sojapflanzen in die beiden besten Kategorien eingestuft und in Illinois 79 Prozent.
 
Sojapreise sind diese Woche gestiegen
Die Sojapreise sind mit diese Woche in den USA kräftig gestiegen. Gleichzeitig befinden die Preise am US-Kassamarkt (266 Euro) seit Erntebeginn deutlich unter den Terminmarktpreisen. Der Novembertermin kostete am Dienstag (07.10.) rund 273 Euro (940,6 Ct/bu). Der Januarkontrakt ging am Dienstag mit 275 Euro/t (949,2 Ct/bu) aus dem Handel und der März mit 278 Euro( 957,6 Ct/bu) Im Vergleich zu den Preisen von Anfang Oktober 2013 (340 Euro) sind die Sojapreise am Terminmarkt derzeit 67 Euro oder 20 % niedriger. An den US-Exporthäfen (fob-Golf) kostete Soja am Dienstag (07.10) für die Verladung im Oktober 413 USD/t (326 Euro/t) und für den November 409 USD/t (323 Euro).
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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