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Analyse

USA: Soja in TOP-Verfassung, Spitzenerträge

von , am
01.10.2014

Der Erntefortschritt bei Sojabohnen ist in den USA derzeit etwas geringer als im langjährigen Mittel.Das aktuelle Crop-Monitoring des USDA bestätigt indessen die außergewöhnlich hohen Ertragserwartungen.

© landpixel

Der Erntefortschritt bei Sojabohnen ist in den USA derzeit etwas geringer als im langjährigen Mittel. Allerdings dürfte das Erntetempo in der aktuellen Woche witterungsbedingt einen kräftigen Schub erhalten haben. Das aktuelle Crop-Monitoring des USDA zeigt die Sojapflanzen indessen in ganz hervorragendem Zustand und bestätigt die außergewöhnlich hohen Ertragserwartungen ebenso wie die Ergebnisse au der laufenden Ernte. Die Sojapreise sind mit dem Beginn der US-Haupternte weiter gefallen. Gleichzeitig fielen die bis zuletzt sehr hohen Kassapreise für Sojabohnen erstmals seit langem wieder unter die Terminmarktkurse. Die durch das USDA erwartete Rekordernte wird angesichts der aktuellen Daten immer wahrscheinlicher.
 
Flächenausweitung und hohe Ertragserwartungen
Das USDA hatte in seinem Septemberreport die Sojaernte auf 106,5 Mio. t (3.913 Mio. Bu) geschätzt. Mit der neuen Ernte würde die Ernte aus dem Vorjahr von 89,5 Mio. t (3.289 Mio. bu) um knapp 17 Mio. t oder 19 Prozent übertroffen. Dabei ist die vom USDA unterstellte Erntefläche mit 34,0 Mio. ha (84,06 Mio. Acres) um knapp 11 Prozent bzw. 3,3 Mio. ha größer als im letzten Jahr mit 30,7 Mio. ha (75,87 Mio. Acres) und ein wesentlicher Grund für den Produktionsanstieg. Ein weiterer Grund für den Produktionsanstieg sind die (witterungsbedingt) deutlich höheren Erträge von 3,14 t/ha (46,6 bu/acres) nach 3,05 t/ha (43,3 bu/acres) im letzten Jahr. In den beiden TOP-Anbaustaaten Illinois und Iowa werden vom USDA Erntemengen von 15,3 Mio. t (562,8 Mio. bu) und 13,9 Mio. t (512,0 Mio. Bu) erwartet und damit zusammen 27 Prozent der gesamten US-Sojaproduktion. Die Ertragserwartungen des USDA für Illinois liegen bei 3,77 t/ha (56 Bu/acres) und für Iowa bei 3,44 t/ha (51 bu/acres).
 
Haupternte im Mittelwesten im Oktober
Bis zum 28. September waren etwa 10 % der Soja-Ernte eingebracht. Das entspricht einer Erntefläche von 3,4 Mio. ha. Im letzten Jahr hatten die US-Farmer zu diesem Termin ebenfalls erst 11 % der Sojaflächen abgeerntet (3,0 Mio. ha). Im langjährigen Mittel hatten die US-Farmer zu diesem Termin bereits 17 % also der Sojafläche abgeerntet. Am weitesten ist die Ernte zu diesem Termin im Süden des Landes vorangeschritten. In Louisiana waren etwa 72 % des Soja geerntet, in Mississippi 56 % und in Arkansas 32 %. Dagegen hat die Ernte in den Top-Anbaustaaten des Mittelwestens erst begonnen. In Illinois waren 7 % des Soja geerntet, in Iowa 3 %, in Minnesota 10 % Prozent, In Nebraska 6 % in Indiana 9 %, in Missouri 4 % und in Ohio 9 %.
 
Sojapflanzen lassen hohes Ertragspotential erkennen
Das Crop-Monitoring des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) bestätigt (wie beim Mais) den hervorragenden Wachstumszustand derSojapflanzen. Am 28. September befanden sich 72 % des gesamten US-Sojabestandes in gutem oder sehr gutem Zustand. Im Vergleich zur Vorwoche bedeutet eine Verbesserung um einen Prozentpunkt. Im letzten Jahr (2013) befanden sich nur 53 % des Sojabestände in den beiden besten Kategorien und damit 19 Prozentpunkte weniger. In Iowa wurden aktuell 74 % der Sojapflanzen in die beiden besten Kategorien eingestuft und in Illinois 78 Prozent.
 
Sojapreise sind mit Erntebeginn weiter gefallen
Die Sojapreise sind mit dem Beginn der Ernte am US-Terminmarkt weiter zurückgegangen. Außerdem sind die Preise am Kassamarkt (258 Euro) mit Erntebeginn deutlich unter die Terminmarktpreise gefallen. Der Novembertermin kostete am Montag (29.09.) nach einer Zwischenerholung 268 Euro (923,4 Ct/bu). Der Januarkontrakt ging am  Montag (29.09) mit 271 Euro/t (932 Ct/bu) aus dem Handel und der März mit 273,5 Euro( 940,4 Ct/bu) Im Vergleich zu den Preisen von Ende September 2013 (334 Euro) sind die Sojapreise am Terminmarkt derzeit 66 Euro oder 20 % niedriger. Außerdem befinden sich die Sojapreise auf dem tiefsten Stand seit September 2009.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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