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Analyse

USA: Sojaaussaat hat noch nicht begonnen

von , am
29.04.2014

Ende April haben die Farmer in den USA rund 3 % der in diesem Jahr erwarteten Rekordanbaufläche bei Sojabohnen bestellt.

Soja-Aussaat: Die Sojapflanze braucht viel Wärme und Wasser zum Keimen. © oekolandbau.de
Ende April haben die Farmer in den USA rund 3 % der in diesem Jahr erwarteten Rekordanbaufläche bei Sojabohnen bestellt und liegen damit in etwa im langjährigen Mittel. Im letzten Jahr (2013) hatte man zu diesem Termin mit der Sojaaussaat ebenfalls noch nicht begonnen. Im langjährigen Mittel lag der Aussaatfortschritt bei 4 %. Diese Daten zeigt das aktuelle Crop-Monitoring vom 27. April 2014 zum Aussaatfortschritt beim weltweit größten Produzenten und Exporteur des wichtigsten Eiweißfuttermittels. Für dieses Jahr planen die Farmer nach den letzten Schätzungen des USDA den Anbau auf einer Rekordfläche von 32,99 Mio. ha (81,49 Mio. Acres) und damit auf einer rund 2 Mio. ha größeren Fläche als im letzten Jahr (30,98 Mio. ha / 76,53 Mio. Acres). Vor zwei Jahren, im Dürrejahr 2012, lag die Aussaatfläche bei 31,25 Mio. ha (77,198 Mio. Acres)
 
Anbau konzentriert sich stark
Die wichtigsten Anbaustaaten von Sojabohnen in den USA sind Iowa, Illinois, Minnesota und mit einigem Abstand Norddakota, Missouri und Nebraska. Die Top-3-Staaten bei Soja sind zudem die gleichen wie beim Mais. In den 6 Staaten liegt die Aussaatfläche 2014 zwischen 2,2 Mio. ha (Nebraska) und 3,9 Mio. ha (Iowa). Damit bewirtschaften die Farmer in den genannten 6 Staaten jeweils zwischen knapp 7 % und 12 % der US-Sojafläche. Zusammen kommen diese 6 Bundesstaaten auf mehr als 50 % der gesamten US-Sojafläche.
 
Aussaat Ende April nur im Süden
Bislang haben die Farmer aus den 6 TOP-Anbaustaaten witterungsbedingt lediglich in Nebraska (6 %) und Illinois (2 %) mit der Sojaaussaat begonnen. Dagegen war in Iowa, Minnesota, Norddakota und Missouri bis zum 27. April noch kein Soja im Boden. Allerdings erfolgt die Aussaat von Soja ohnehin zeitlich später als beim Mais. In diesem Jahr rechnen zudem nicht wenige US-Analysten damit, dass sich viele Farmer wegen der zeitlichen Aussaatverszögerung noch zum Anbau von Soja (anstelle von Mais) entscheiden. Nennenswerte Aussaatfortschritte erzielten die Farmer bis zum 27. April lediglich in den südlich gelegenen US-Bundesstaaten Louisiana (55 %) und Mississippi (25 %).
 
Preise für die vorderen Termine sehr fest
Am Terminmarkt in Chicago haben die Sojapreise am Montag (28.04) für den Maitermin um 0,7 % auf umgerechnet 399,8 Euro/t ( 1508,2 Ct/bu) zugelegt. Der Julikontrakt verteuerte sich auf 397,6 Euro/t (1500 Ct/bu) und die neue Ernte (November) notierte bei 328,5 Euro/t (1239,2 Ct/bu) und damit rund 18 % bzw.71 Euro preiswerter als die aktuell gehandelten Sojabohnen. Am Montag durchbrachen die Preise zudem die technisch wichtige 1500-Ct-Bushel-Marke nach oben und bewegten sich auf dem höchsten Stand seit 10 Monaten. Gegenüber dem letzten Tiefstand von Ende Januar 2014 sind die Sojapreise in Chicago derzeit rund 21% höher.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass
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