Login
Analyse

USA: Sojaernte kommt langsam in Schwung

von , am
15.10.2014

Der Erntefortschritt bei Sojabohnen liegt in den USA Mitte Oktober weiterhin hinter dem langjährigen Mittelwert. Allerdings ist der Rückstand nicht so groß wie beim Mais.

© landpixel
 
Der Erntefortschritt bei Sojabohnen liegt in den USA Mitte Oktober weiterhin hinter dem langjährigen Mittelwert. Allerdings ist der Rückstand nicht so groß wie beim Mais und das Tempo hat in der letzten Woche deutlich zugenommen. Dennoch sind die Sojapreise in den USA in den ersten beiden Tagen der aktuellen Woche kräftig um insgesamt 4,5 Prozent gestiegen und haben damit das wachsende Ausfallrisiko bei der neuen US-Sojaernte eingepreist. Allerdings zeigt das Crop-Monitoring des USDA die Sojapflanzen weiterhin in ganz hervorragendem Zustand und mit sehr hohem Ertragspotential.
 
Erntefläche in einer Woche verdoppelt
Bis zum 12. Oktober waren etwa 40 % der Soja-Ernte eingebracht. Das entspricht einer Erntefläche von 13,5 Mio. ha. Bis zum 05. Oktober waren etwa 20 % der Soja-Bohnen von 6,8 Mio. ha geerntet. Das entspricht einem Wochenzuwachs von 6,7 Mio. ha bzw. eine Verdopplung der Erntefläche. Im langjährigen Mittel hatten die US-Farmer zu diesem Termin bereits 53 % der Sojafläche abgeerntet. Am weitesten ist die Ernte im Süden des Landes vorangeschritten. In Louisiana waren etwa 89 % der Sojabohnen geerntet, in Mississippi 74 % und in Arkansas 57 %. Dagegen liegt die Ernte in den Top-Anbaustaaten des Mittelwestens weiter hinter dem üblichen Erntetempo. In Illinois waren erst 29 % der Sojabohnen geerntet gegenüber 52 % im langjährigen Mittel, in Iowa lag der Erntefortschritt bei 39 % im Vergleich zu sonst üblichen 65 %, in Minnesota waren es 62 % Prozent im Vergleich zu 70 %, in Nebraska 45 % zu 66 %, in Indiana 26 % zu 47 %, in Missouri 16 % zu 32 % und in Ohio 29 % zu 38 %.
 
Ertragspotential bleibt sehr hoch
Das Crop-Monitoring des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) bestätigt auch Mitte Oktober (wie beim Mais) den hervorragenden Wachstumszustand der Sojapflanzen. Am 12. Oktober befanden sich 73 % des gesamten US-Sojabestandes in gutem oder sehr gutem Zustand. Im Vergleich zur Vorwoche (73 %) bedeutet dies keine weitere Veränderung. Im letzten Jahr (2013) befanden sich zu diesem Zeitpunkt nur 53 % der Sojabestände in den beiden besten Kategorien und damit 19 Prozentpunkte weniger. In Iowa wurden aktuell 74 % (Vw: 74) der Sojapflanzen in die beiden besten Kategorien eingestuft und in Illinois 79 Prozent (Vw: 79).
 
Sojapreise ebenfalls mit Riskoaufschlägen
Die Sojapreise sind  in den ersten beiden Tagen dieser Woche in den USA um 4,5 Prozent gestiegen. Der Abstand zwischen Terminmarkt und Kassamarkt ist zudem wieder deutlich kleiner geworden, denn die Kassapreise sind noch etwas stärker gestiegen. Am Dienstag (14.10) kosteten Sojabohnen am US-Kassamarkt 272 Euro (935 Ct/bu). Der Novembertermin kostete am Dienstag (10.10.) rund 280 Euro (964,6 Ct/bu). Der Januarkontrakt ging am Dienstag mit 283 Euro/t (973,2 Ct/bu) aus dem Handel und der März mit 285 Euro( 981,6 Ct/bu).
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
Auch interessant