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Analyse

USDA: Enge Bilanz am globalen Rapsmarkt

von , am
15.09.2015

Die Versorgungsbilanz am globalen Rapsmarkt im Wirtschaftsjahr 2015/16 ist sehr eng.

Der Raps hat seine Aufwärtstendenz an der Matif gestern fortgesetzt. © hapo/landpixel
 
Die Versorgungsbilanz am globalen Rapsmarkt im Wirtschaftsjahr 2015/16 ist sehr eng. Die globale Produktion deckt nicht den Bedarf und die Bestände schrumpfen auf den niedrigsten Stand seit dem Jahr 2007. Auch die Rapsexporte fallen deutlich unter das Niveau der letzten beiden Jahre. Ursachen für den Produktionsrückgang sind die deutlich kleineren Ernten in der Europäischen Union und vor allem auch in Kanada deutlich zurück und auch der drittgrößte Produzent und wichtigste Importeur China erntet 2015 weniger Raps als im vorigen Wirtschaftsjahr. Das USDA hat die globale Produktionsmenge in seinem Septemberreport ganz leicht angehoben. Grund sind die etwas nach oben korrigierten Ernten in der Europäischen Union und in Kanada.
 
Produktion schrumpft um 10 %
Die globale Produktionsmenge für das Wirtschaftsjahr 2015/16 veranschlagt das USDA im September auf bei 64,69 Mio. t und damit geringfügig größer als im August (64,58). Im Vergleich zur bislang zweitgrößten Ernte aus dem Wirtschaftsjahr 2014/15 von 71,9 Mio. t, bedeutet die September-Schätzung des USDA einen Rückgang der globalen Raps-Erzeugung um 7,2 Mio. t bzw. 10 %.
 
Der Welthandel mit Raps schrumpft nach Einschätzung des USDA sehr deutlich um von 14,1 Mio. t im vorigen Wirtschaftsjahr auf nur noch 12,45 Mio. t. Gleichzeitig sinken die Endbestände drastisch von 7,5 Mio. t auf 4,1 Mio. t im neuen Wirtschafjahr 2015/16. Niedriger waren die weltweiten Raps-Bestände zuletzt 2007/08 (3,95) also vor neun Jahren.
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Anbaurückgang und niedrigere Erträge in Europa
Für die EU verschlagen die USDA-Analysten die Rapsproduktion 2015 im September auf 21,3 Mio. t (EU-Kommission nur 20,8 Mio. t) und damit 0,2 Mio. t größer als im August (21,1). Im Vergleich zur Rekordernte aus dem letzten Jahr von 24,4 Mio. t wäre dies ein Produktionsrückgang von 3,1 Mio. t bzw. 13 %, jedoch ähnlich groß wie die Ernte von 2013 (21,3), der bislang zweitgrößten europäischen Rapsernte.
 
Der europäische Import von Raps dürfte nach Einschätzung des USDA von 2,4 Mio. t auf 2,2 Mio.t zurückgehen. Die europäischen Endbestände schrumpfen sehr kräftig von 2,3 Mio. t (2014/15) auf nur noch 1,2 Mio. t im neuen Wirtschaftsjahr 2015/16.
 
Kleine Ernte in Kanada, weniger Exporte
Ein weiterer Grund für den globalen Produktionsrückgang ist die deutlich kleinere Rapsernte (Canola) in Kanada. Anstelle der im Vorjahr geernteten 16,4 Mio. t, gehen die US-Analysten für 2015 nur von einer Produktion von 13,3 Mio. t (Aug: 13,0 Mio. t). Das wäre im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang der kanadischen Canola-Produktion von 19 % bzw. 3,1 Mio. t.
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Der kanadische Export wird nach Einschätzung des USDA sehr deutlich auf 7,4 Mio. t zurückgehen, von 9,2 Mio.t im vorigen Wirtschaftsjahr 2014/15. Trotz des Rückgangs wäre dies jedoch 60 % der weltweiten Handelsmenge bei Raps. Die kanadischen Endbestände schrumpfen von 2,3 Mio. t (2014/15) auf nur noch 1,0 Mio. t im Wirtschaftsjahr 2015/16.
 
Für Australien erwartet das USDA in seinem September-Report eine Canola-Ernte von 3,3 Mio. t. Im zurückliegenden Jahr hatten die Australier mit 3,4 Mio. t ähnlich viel Canola geerntet. In Australien wird Canola/Raps (Winterraps) von April bis Mai gesät und etwa im Dezember geerntet.
 
Kleinere Ernten in der Ukraine und Russland
Für die Ukraine melden die US-Analysten für 2015 lediglich eine Rapsernte von 1,7 Mio. t auf einer Fläche von 0,68 Mio. ha aus. Im vorigen Jahr (2014) hatten die ukrainischen Landwirte 2,2 Mio. t Raps von 0,88 Mio. ha geerntet und damit 0,5 Mio. t Raps mehr. Für die russische Rapsernte liegen die derzeitigen Erwartungen bei 1,2 Mio. t von einer Fläche von etwa 0,95 Mio. ha. Im vorigen Jahr (2014) hatten die russischen Landwirte noch 1,46 Mio. t Raps von 1,06 Mio. ha geerntet.
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China mit deutlich weniger Importen
Die Rapsernte des weltweit drittgrößten Rapsproduzenten China hat mit 14,1 Mio. t das sehr gute Ergebnis des Vorjahres (2014) von 14,6 Mio. t um etwa 0,5 Mio. t verfehlt. (Chinas Ernte erfolgt von April bis Mai) Den chinesischen Import von Rapssaat schätzt das USDA für das Wirtschaftsjahr 2015/16 nur noch auf 3,3 Mio. t, nachdem es in der vorigen Saison 4,6 Mio. t waren. Die chinesischen Bestände schrumpfen deshalb auch von 1,3 Mio. t auf nur noch 0,7 Mio. t.
 
Die Rapsernte Indiens wird von den USDA-Analysten mit 7,5 Mio. t hingegen etwas größer gemeldet als im vorigen Jahr mit 7,15 Mio. t. (Indiens Raps-Ernte erfolgt von April bis Mai). Darüber hinaus sollen die Raps-Einfuhren des zweitgrößten globalen Importeurs Japan im neuen Wirtschaftsjahr 2015/16 mit 2,45 Mio. t ähnlich groß ausfallen wie im Vorjahr mit 2,45 Mio. t.
 
Dr. Olaf Zinke
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