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Analyse

USDA: Rekord-Sojaernten auch in Südamerika

von , am
14.01.2015

Die neuen Daten des USDA zum Sojamarkt haben für einen kräftigen Preisrückgang bei Soja und bei Raps gesorgt.

© Beuermann/landpixel
 
Die neuen Daten des USDA zum Sojamarkt haben für einen kräftigen Preisrückgang bei Soja und bei Raps gesorgt. Eine Ursache für die nachgebenden Preise beim Soja war die über den Analystenerwartungen liegende Aufwärtskorrektur der Sojaernte in den USA. Gleichzeitig wurde auch die Ernteprognose für Brasilien vom USDA auf einen neuen Rekordstand nach oben gesetzt. Für Argentinien blieb die Ernte-Prognose unverändert auf Rekordniveau. Die globalen End-Bestände wurden ebenfalls auf einen neuen Rekordwert nach oben nach korrigiert. Die Exportmengen Argentiniens und Brasiliens (trotz größerer Ernte) blieben jedoch unverändert. Dagegen ging es mit den US-Exporten noch einmal nach oben.
 
Globale Soja-Bilanz bricht alle Rekorde
Die Januar-Schätzung des USDA zur globalen Sojaernte 2014/15 wurde um 1,6 Mio. t auf den neuen Rekordwert von gut 314 Mio. t (Dez: 313 Mio. t) nach oben korrigiert. Diese Produktion übertrifft die bisherige Rekordernte aus dem letzten Wirtschaftsjahr 2013/14 (284 Mio. t) um 30 Mio. t oder 11 Prozent. Weiter zunehmen soll nach Meinung des USDA 2014/15 auch der globale Verbrauch von Sojabohnen, von rund 272 Mio. t im letzten Wirtschaftsjahr, auf 286 Mio. t in der aktuellen Saison und damit ebenfalls auf einen neuen Rekordwert. Gleichzeitig übertrifft die neue Ernte den Verbrauch um gut 28 Mio. t. Die Bestände wachsen deshalb von 66 Mio. t auf 91 Mio. t und damit ebenfalls auf einen Rekordstand. Die erwartete globale Handelsmenge übertrifft mit 116,5 Mio. t (Dez: 116,2 Mio. t) den bisherigen Rekordwert aus dem letzten Wirtschaftsjahr (113 Mio. t) um 3,5 Mio. t.
 
US-Ernte noch etwas größer
Die neue Sojaernte für die USA erreicht nach der Januar-Prognose des USDA den neuen Rekordwert von 108 Mio. t. (Dez: 107,7 Mio. t), nach 91,4 Mio. t im letzten Jahr (2013) und 82,8 Mio. t im Dürrejahr 2012. Die Ernteschätzung der Analysten wird damit etwa getroffen. Die Exporte der USA sollen im Wirtschaftsjahr 2014/15 auf den neuen Rekordwert von 48,2 Mio. t (Dez.: 47,9) steigen, nach Ausfuhren von 44,8 Mio. t im Wirtschaftsjahr 2013/14 und 35,8 Mio. t vor zwei Jahren. Die US-Schrotexporte werden im neuen Wirtschaftsjahr 2014/15 mit 11,6 Mio. t (Dez: 11,5 Mio. t) ebenfalls deutlich größer ausfallen als 2013/14 mit 10,5 Mio. t. Die US-Bestände an Sojabohnen könnten sich von 2,5 Mio. t im zurückliegenden Wirtschaftsjahr 2014/15 auf 11,2 Mio. t (Dez: 11,2) fast verfünffachen.
 
Brasilien Ernte nach oben korrigiert
Für Brasilien hat das USDA die kommende Sojaernte im Januar um 1,5 Mio. t auf den Rekordwert von 95,5 Mio. t (Dez: 94,0 Mio. t) nach oben gesetzt, nach 86,7 Mio. t im zurückliegenden Wirtschaftsjahr 2013/14 und 82,0 Mio. t vor zwei Jahren. Das brasilianische Exportpotential sieht das USDA im Wirtschaftsjahr 2014/15 unverändert bei 46,0 Mio. t (Dez: 46,0) nach 46,8 Mio. t im Wirtschaftsjahr 2013/14 und 41,9 Mio. t vor zwei Jahren. Damit würde Brasilien als Exporteur hinter den USA liegen. Die Schrotexporte Brasiliens bleiben mit 14,1 Mio. t (Dez: 14,1 Mio. t ) im neuen Wirtschaftsjahr relativ stabil. Die (riesigen) brasilianischen Endbestände wachsen jedoch weiter von zuletzt 16,5 Mio. t auf den neuen Rekordwert von 25,8 Mio. t (Dez: 24,3 Mio. t) im Wirtschaftsjahr 2014/15.
 
Argentinien ebenfalls mit Rekordernte
Für Argentinien erwartet das USDA weiterhin einen neuen Produktionsrekord von 55,0 Mio. t (Vj. 54,0 Mio. t). Das Exportpotential Argentiniens bei Sojabohnen schätzt das USDA für die neue Saison 2014/15 unverändert auf 8,0 Mio. t (Dez: 8,0 Mio. t) nach 7,8 Mio. t im letzten Wirtschaftsjahr. Dabei wachsen die argentinischen Endbestände 2014/15 auf den neuen Rekordstand von 34,8 Mio. t (Dez: 34,8), von 29,0 Mio. t im zurückliegenden Wirtschaftsjahr und 21,8 Mio. t vor zwei Jahren. Grund für die weltweit größten Bestände ist die Zurückhaltung der argentinischen Farmer bei der Vermarktung und beim Export infolge der staatlichen Handelsrestriktionen, wegen der hohen Steuern und Zölle sowie im Ergebnis der hohen Inflation. Die Schrotexporte Argentiniens (des mit Abstand größten Schrotexporteurs) wachsen nach Einschätzung des USDA von 24,9 Mio. t in der letzten Saison auf 27,8 Mio. t (Dez: 27,8 Mio. t) im Wirtschaftsjahr 2014/15 ebenfalls auf eine neuen Rekor.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Markt
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