Login
Analyse

USDA/Raps: Mehr Raps in Europa und China, Welthandel schrumpft

von , am
16.09.2014

Der Welthandel mit Raps wird nach Einschätzung des USDA relativ deutlich zurückgehen.Deutlich zurückgehen sollen vor allem die chinesischen, aber auch die europäischen Importe.

Der Raps legte an der Matif 1,25 Euro/t zum Vortag zu. © Mühlhausen/landpixel
Das USDA hat die globale Rapsproduktion in seinem September-Report für das neue Wirtschaftsjahr 2014/15 noch einmal leicht nach oben korrigiert. Grund ist die weitere Aufwärtskorrektur für die Rekordernte in der EU. Dafür ging es für die kanadische Canolaernte ein weiteres Mal kräftig nach unten. Die globale Rekordernte aus dem Wirtschaftsjahr 2013/14 wird mit der derzeit erwarteten Erntemenge nicht erreicht. Die weltweite Verbrauchsemenge wird jedoch sehr gut gedeckt und die Endbestände wachsen auf ein neues Rekordniveau. Davon ging das US-Landwirtschaftsministerium in seinem September-Report aus und schätzt die Produktionsmenge im neuen Wirtschaftsjahr auf 70,7 Mio. t (August: 70,4). Im Vergleich zum Produktionsrekord aus der letzten Saison (71,2 Mio. t) bedeutet die Prognose des USDA einen Rückgang der globalen Raps-Erzeugung von gerade noch 0,5 Mio. t.
 
Welthandel geht deutlich zurück
Der Welthandel mit Raps wird nach Einschätzung des USDA allerdings relativ deutlich um etwa 1,85 Mio. t auf 13,3 Mio. t (Vj: 15,12 Mio. t) zurückgehen. Gleichzeitig wachsen die Endbestände von 6,25 Mio. t auf 6,8 Mio. t (August: 7,1) an. Deutlich zurückgehen sollen im Vergleich zum letzten Wirtschaftsjahr vor allem die chinesischen, aber auch die europäischen Importe. Die Importerwartung für China liegt für die aktuelle Saison bei 3,2 Mio. t, nach den Rekordeinfuhren von 4,7 Mio. t im zurückliegenden Jahr. Für die Europäer hat das USDA die Importerwartung (wegen der sehr guten Ernte) auf 2,6 Mio. t veranschlagt, nach Einfuhren von 3,5 Mio. t im zurückliegenden Jahr. Relativ stabil dürften die japanischen Raps-Importe mit 2,45 Mio. t ausfallen. China importiert im der neuen Saison neben der Rapssaat zudem noch 1,4 Mio. t Rapsöl (Vj. 1,05 Mio. t) und 0,28 Mio. t Rapsschrot (Vj: 0,1 Mio. t). Die EU dürfte 0,25 Mio. t Rapsöl ( Vj. 0,3 Mio. t) sowie 0,22 Mio. t Rapsschrot (Vj. 0,4+6 Mio. t) importieren.
 
Kanadische Ernte kräftig nach unten korrigiert
Der Grund für den vom USDA erwarteten Rückgang der globalen Produktion ist die deutlich kleinere Ernte in Kanada. Anstelle der Rekordernte aus dem Vorjahr von 18,0 Mio. t erwarten die US-Analysten in ihrem Septemberreport für die neue Saison eine Produktion von 14,7 Mio. t und damit nochmals 0,55 Mio. t weniger als im Vormonat (August: 15,25 Mio. t). Gegenüber 2013 wäre dies ein Rückgang von 3,3 Mio. t oder 18 %. Dabei soll die Erntefläche für die neue Ernte etwa 7,75 Mio. ha betragen, nach 8,01 Mio. ha im letzten Jahr und 7,7 Mio. ha in der Augustschätzung des USDA. Der kanadische Export könnte nach Einschätzung des USDA (wegen der großen Bestände) trotzdem 8,0 Mio. t (August: 8,0) erreichen und damit 1,2 Mio. t niedriger sein als 2013 (9,2 Mio. t). Das wären rund 60 % der weltweiten Handelsmenge. Die kanadischen Endbestände nehmen von 2,4 Mio. t auf 1,7 Mio. t ab.
 
Europäische Rekordernte weiter nach oben gesetzt
Für die EU haben die USDA-Analysten die Rapsproduktion auf den neuen Rekordwert von 23,4 Mio. t nach oben gesetzt und damit nochmals 0,75 Mio. t höher als im August-Report mit 22,65 Mio. t. Im Vergleich zum letzten Jahr (21,1 Mio. t) wäre dies ein Produktionsanstieg von 2,3 Mio. t und eine neue Rekordernte. Für Deutschland unterstellen die US-Experten mit 6,1 Mio. t (August: 5,88) eine deutlich größere Produktion als im Vorjahr( 5,78 Mio. t). Auch für für Frankreich rechnet man mit einem sehr kräftigen Anstieg der Produktion auf 5,50 Mio. t (August: 5,3), von 4,37 Mio. t im letzten Jahr und auch im Vereinigten Königreich soll die Rapserzeugung auf 2,57 Mio. t (August: 2,57) von 2,13 Mio. t im Jahr zuvor zunehmen. Knapp unter dem Vorjahr (2,8 Mio. t) belässt das USDA die neue Ernte für Polen mit 2,74 Mio. t (August: 2,66 Mio. ). Die europäische Importmenge von Raps wird nur noch bei 2,6 Mio. t (August: 2,9 Mio. t) erwartet und damit deutlich kleiner als 2013/14 (3,5 Mio. t).
 
China mit größerer Ernte, Ukraine knapp unter Vorjahr
Für Australien erwartet das USDA im September unverändert eine Canola-Produktion von 3,45 Mio. t (August: 3,45). Im letzten Jahr hatten die Australier 3,76 Mio. t Canola geerntet. Für die Ukraine erwarten die US-Analysten eine Produktion von 2,2 Mio. t (August: 2,2) auf einer Fläche von 0,85 Mio. ha. Im letzten Jahr hatten die ukrainischen Landwirte 2,35 Mio. t Raps von 1,00 Mio. ha geerntet. Die chinesische Rapsernte soll mit 14,7 Mio. t (August: 14,7) das sehr gute Vorjahresergebnis von 14,5 Mio. t übertreffen und in Indien ist die erwartete Raps-Produktion mit 7,5 Mio. t ebenfalls geringfügig größer als im letzten Jahr (7,3 Mio. t).
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
Auch interessant