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Analyse

USDA/Raps: USDA erwartet Rekord-Rapsernte in Europa

von , am
13.06.2014

Das USDA hat die globale Rapsproduktion in seinem Juni-Report für das neue Wirtschaftsjahr 2014/15 nach oben korrigiert. Grund ist die erwartete Rekordernte in der EU.

© Vibe images/fotolia.de
 
Das USDA hat die globale Rapsproduktion in seinem Juni-Report für das neue Wirtschaftsjahr 2014/15 nach oben korrigiert. Grund ist die erwartete Rekordernte in der EU. Das globale Rekordergebnis aus dem Wirtschaftsjahr 2013/14 wir dennoch nicht ganz erreicht. Die weltweite Verbrauchsemenge wird jedoch gut gedeckt und die Endbestände wachsen. Davon geht das US-Landwirtschaftsministerium in seinem Juni-Report aus und schätzt die Produktionsmenge im neuen Wirtschaftsjahr auf 69,11 Mio. t (Mai: 68,6). Im Vergleich zum Produktionsrekord aus der noch laufenden Saison (71 Mio. t) bedeutet die Prognose des USDA nur noch einen Rückgang der globalen Raps-Erzeugung von knapp 2 Mio. t. Der Welthandel mit Raps wird nach Ansicht des USDA moderat um 0,5 Mio. t auf 13,3 Mio. t zurückgehen. Gleichzeitig wachsen die Endbestände von 6,7 Mio. t auf 7,1 Mio. t (Mai: 6,7) an. Die Rapspreise in der EU haben in den letzten drei Wochen gut 10 Euro verloren und bewegen sich für die neue Ernte (August) unter der Marke von 350 Euro/t. Am Donnerstag Nachmittag lagen die Kurse an de MATIF zunächst leicht im Plus, während der kanadische Raps in Winnipeg am Donnerstag den Sojapreisen in Chicago nach unten folgte.
 
Kanadische Exporte stabil
Der Grund für den vom USDA erwarteten Rückgang der globalen Produktion ist die deutlich kleinere Ernte in Kanada. Anstelle der Rekordernte aus dem Vorjahr von 18,0 Mio. t erwarten die US-Analysten für die neue Saison eine Produktion von 15,4 Mio. t (Mai: 15,4). Das wäre ein Rückgang von 2,4 Mio. t oder 15 %. Dabei soll die Erntefläche für die neue Ernte etwa 7,85 Mio. ha betragen nach 8,01 Mio. ha im letzten Jahr. Der kanadische Export könnte nach Einschätzung des USDA (wegen der riesigen Bestände) trotzdem 8,1 Mio. t (Mai: 8,1) erreichen und damit ebenso hoch sein wie im letzten Jahr. Das wären gut 60 % der weltweiten Handelsmenge. Die kanadischen Endbestände nehmen nur moderat von 3,1 Mio. t auf 2,85 Mio. t ab.
 
Europäische Rekordernte erwartet
Für die EU haben die USDA-Analysten die Rapsproduktion auf den neuen Rekordwert von 22,0 Mio. t nach oben gesetzt und damit nochmals 0,5 Mio. t höher als im Mai-Report mit 21,5 Mio. t erwartet. Im Vergleich zum letzten Jahr (21,16 Mio. t) wäre dies ein Produktionsanstieg von 0,8 Mio. t. Für Deutschland erwarten die US-Experten mit 5,58 Mio. t (Mai: 5,48) eine etwas kleinere Produktion als im Vorjahr( 5,78 Mio. t). Dagegen rechnet man für Frankreich mit einem kräftigen Anstieg der Produktion auf 5,23 Mio. t (Mai: 5,23) von 4,35 Mio. t im letzten Jahr und auch im Vereinigten Königreich soll die Rapserzeugung auf 2,53 Mio. t (Mai: 2,43) von zuvor 2,13 Mio. t zunehmen. Nach oben korrigiert hat das USDA auch die Ernte für Polen auf 2,63 Mio. t von zuvor 2,43 Mio. t (Mai). Die europäische Importmenge von Raps wird nur noch bei 2,9 Mio. t (Mai: 2,9 Mio. t) erwartet und damit deutlich kleiner als im letzten Jahr (3,3 Mio. t).
 
Kleinere Ernten in Australien und der Ukraine
Für Australien erwartet das USDA eine Canola-Produktion von 3,1 Mio. t (Mai: 3,1). Im letzten Jahr hatten die Australier 3,55 Mio. t Canola geerntet. Für die Ukraine erwarten die US-Analysten eine Produktion von 2,0 Mio. t (Mai: 2,0) auf einer Fläche von 0,95 Mio. ha. Im letzten Jahr hatten die ukrainischen Landwirte 2,35 Mio. t von 1,00 Mio. ha geerntet. Die chinesische Rapsernte soll mit 14,5 Mio. t (Mai: 14,5) etwa das gute Vorjahresniveau von 14, 4 Mio. t erreichen und in Indien ist die Produktion mit 7,5 Mio. t etwas größer wie im letzten Jahr (7,3 Mio. t).
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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