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Analyse

USDA/Soja: Produktion und Handel auf Rekordstand

von , am
14.01.2014

Keine wesentlichen Veränderungen an den Marktverhältnissen brachte der neue USDA-Report für den Soja- und den Rapsmarkt.

© Mühlhausen/landpixel
 
Keine wesentlichen Veränderungen an den Marktverhältnissen brachte der neue USDA-Report für den Soja- und den Rapsmarkt. Das ließ sich unter anderem an den vergleichsweise geringen Preisveränderungen nach Veröffentlichung der USDA-Daten ablesen. Allerdings werden für das laufende Wirtschaftsjahr neue Rekordmarken sowohl bei der Produktion und beim Verbrauch als auch beim Export und bei den Endbeständen erwartet. In den USA wurde die Produktion von Sojabohnen von 88,7 Mio. t auf 89,5 Mio. t (Vj. 82,6 Mio. t) etwas stärker nach oben gesetzt als zuvor erwartet wurde. Grund waren die etwas höheren US-Erträge. Mit dieser Erntemenge sind die USA wieder der weltweit größte Soja-Produzent vor Brasilien.
 
Brasiliens Ernte hat noch Luft nach oben
In seinem aktuellen Report ließ das USDA die Ernteerwartungen für Argentinien (trotz der zuletzt günstigen Witterung) unverändert bei 54,5 Mio.t (Vj 49,3 Mio. t). Für Brasilien setzte man die Ernteprogose hingegen von 88,0 Mio. t auf 89,0 Mio. t (Vj. 82 Mio. t) nach oben. Für Brasiliens Landwirte bedeutet die jetzt erwartete Erntemenge einen neuen Produktionsrekord und für Argentinien eine Wiederholung des bisherigen Ernterekords aus dem Wirtschaftsjahr 2009/10. Allerdings halten nicht wenige Analysten für Brasilien eine noch größere Ernte für möglich. So schätzte die offizielle Marktagentur des brasilianischen Landwirtschaftsministeriums CONAB die brasilianische Erntemenge letzte Woche auf 90,3 Mio. t und damit größer als das USDA. Der brasilianische Landwirtschaftsminister Antonio Andrade hielt vorige Woche sogar eine Ernte von 95 Mio. t für erreichbar. Die aktuelle Soja-Ernte Chinas ist mit 12,2 Mio. t hingegen rund 0,8 Mio. t kleiner als im Jahr zuvor und sogar 2,3 Mio. t kleiner als vor zwei Jahren.
 
Globale Produktion und Bestände auf Rekord
Die globale Soja-Produktion schätzte das USDA in seinem Januarreport mit knapp 287 Mio. t nochmals rund 2 Mio. t größer ein als im Dezemberreport und rund 19 mio.t größer als im Vorjahr. Das wäre ein neuer Produktionsrekord. Die weltweiten Endbestände setzte das USDA im Januar ebenfalls um knapp 2,0 Mio. t auf 72,3 Mio. t nach oben. Gegenüber dem vorigen Wirtschaftsjahr wäre dies ein Anstieg um knapp 12 Mio. t bzw. 19 %. Auch das wäre ein neuer Rekordstand. Die argentinischen Bestände wachsen gegenüber dem Vorjahr um 4,8 Mio. t auf 29,2 Mio. t. Brasiliens Endbestände sind mit 20,7 Mio. t um rund 5 Mio. t größer als im letzten Jahr (15,9 Mio. t). Dagegen nehmen die US-Bestände im Jahresvergleich nur geringfügig von 3,8 Mio. t auf 4,1 Mio. t zu. Chinas Endbestände sollen von 12,4 Mio. t im Vorjahr auf 13,7 Mio. t in diesem Jahr wachsen.
 
Export auf Rekordstand, Brasilien vor den USA
Der globale Sojaexport nimmt weiter zu und erreicht nach Einschätzung des USDA im laufenden Wirtschaftsjahr den Rekordwert von 109 Mio. t und damit nochmals 0,5 Mio. t mehr als in der Dezemberprognose. Im letzten Jahr lag die Handelsmenge bei knapp 100 Mio. t und vor zwei Jahren bei etwa 92 Mio. t. Rund 69 Mio. t (Vj. 60 Mio. t) bzw. knapp zwei Drittel der gesamten Handelsmenge gehen in diesem Wirtschaftsjahr nach China und weitere 12,3 Mio. t in die EU. Größter Exporteur bleibt nach der derzeitigen Einschätzung des USDA (auch wegen der hohen Bestände) mit Exporten von 44 Mio. t Brasilien (Vj. 42 Mio. t), vor den USA mit knapp 41 Mio. t (Vj. 35,9 Mio. t) sowie Argentinien mit 9,7 Mio. t (Vj. 7,7 Mio. t). Im Vergleich zur Dezemberprognose ist lediglich die Exportmenge der USA um 0,5 Mio. t größer.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkomapss
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