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Analyse

USDA/Soja: Rekordernte, Rekordhandel, Rekordbestände

von , am
11.02.2014

Die neuen USDA-Daten zum Ölsaatenmarkt haben am gestrigen Handelstag für schwächere Preise bei Soja und auch bei Raps gesorgt.

© Mühlhausen/landpixel
 
Die neuen USDA-Daten zum Ölsaatenmarkt haben am gestrigen Handelstag für schwächere Preise bei Soja und auch bei Raps gesorgt. Dabei hatte die aktuelle Hitzewelle in Südbrasilien im Verlauf der letzten Woche zu einem kräftigen Preisanstieg bei Soja und in der Folge auch beim Raps in Europa geführt. Allerdings waren die Preisabschläge gestern auch nicht allzu dramatisch, denn das heiße und trockene Wetter in Südbrasilien ist offenbar nicht zu Ende. Wie groß die Auswirkungen auf das Ernteergebnis sind ist aber nicht sicher, einige Analysten glauben, dass lediglich die Erntearbeiten beschleunigt werden. Bis zum 7 Februar waren rund 13 % der brasilianischen Sojafläche abgeerntet, im Vergleich zu 10 % im Jahr davor.
 
Preise geben nur leicht nach
Die Preise für Sojabohnen am Terminmarkt in Chicago beendeten den Handel gestern knapp 0,5 % schwächer, bei umgerechnet 356 Euro/t (1325,4 Ct/bu). Bis zum Julitermin gehen die Kontraktpreise derzeit nur um 8 Euro auf 348 Euro/t (1295,4 Ct/bu) zurück. Erst für den November 2014 (neue US-Ernte) liegen die erwarteten Soja-Preise unter der Marke von 300 Euro/t (1116 Ct/Bu). Im vorbörslichen elektronischen Handel bewegten sich die Preise für Soja am Dienstag Vormittag (MEZ) erneut im Minus. Für den Raps in Kanada gaben die Kurse ebenfalls weiter nach.
 
Riesenernte in Brasilien bestätigt
Wie von Analysten zuvor erwartet, hatte das USDA die laufende Sojaernte Brasiliens in seinem Februarreport weiter oben gesetzt. Allerdings geringfügig stärker als zuvor mit 89,7 Mio. t von den US-Analysten geschätzt wurde. Im Vergleich zum Januar korrigierte das USDA die brasilianische Ernte um rund 1 Mio. t auf den neuen Rekordwert von jetzt 90,0 Mio. t nach oben. Der bisherige Produktionsrekord der Brasilianer aus dem vorigen Wirtschaftsjahr lag bei 82,0 Mio. t. Die neue bereits laufende Ernte wäre damit 8 Mio. t größer. Das Exportpotential der Brasilianer hat das USDA im Februar auf 45,0 Mio. t veranschlagt und damit ebenfalls 1 Mio. t größer als zur Januarschätzung und fast 3 Mio. t größer als die ebenfalls nach oben korrigierte Ausfuhrerwartung für die USA (41,1 Mio. t ).
 
Argentinien mit sehr großen Beständen
Für Argentinien wurden wurde die Sojaernte vom USDA erwartungsgemäß von 54,5 Mio. t auf 54,0 Mio. t zurückgenommen. Im letzten Jahr ernteten die argentinischen Farmer 49,3 Mio. t Soja und damit fast 5 Mio. t Soja weniger als USDA für die neue Ernte erwartet. Das argentinische Exportpotential hat das USDA im Februar von 9,7 Mio. t Sojabohnen auf 8,0 Mio. t nach unten gesetzt. Auch bei Sojaschrot korrigierte man die erwarteten Ausfuhren des mit Abstand größten Schrotexporteurs von 28,9 Mio. t auf 27,3 Mio. t nach unten. Im letzten Wirtschaftsjahr haben die Argentinier allerdings nur 7,7 Mio. t Soja und 23,8 Mio. t Schrot exportiert und damit deutlich weniger als für neue Saison erwartet wird. Analysten gehen davon aus, dass noch viele Mio. t nicht vermarktetes Soja aus der letzten Ernte in den Lägern der argentinischen Farmer liegen und noch vermarket werden müssen. Die argentinischen Bestände wurden vom USDA im Februar auf 29,8 Mio. t geschätzt (und damit noch größer als im Januar) nach 22,4 Mio. t im letzten Jahr und 16,3 Mio. t vor zwei Jahren. Ein Zuwachs von mehr als 10 Mio. t in zwei Jahren.
 
Europäer importieren weniger Schrot, US-Bestände unverändert
Die globale Sojaproduktion erwartet das USDA für das aktuelle Wirtschaftsjahr bei 287,7 Mio. t und damit knapp 1,0 Mio. t größer als im Januar und gut 19 Mio.t größer als im Vorjahr (268 Mio. t). Die weltweiten Endbestände setzte das USDA um weitere 0,7 Mio. t auf den Rekordstand von 73,0 Mio. t nach oben. Der Verbrauch schrumpft von 270,9 auf knapp 269,3 Mio. t. Die Handelsmenge blieb mit rund 105 Mio. t fast unverändert auf Rekordstand und ist etwa 10 Mio. t höher als im letzten Wirtschaftsjahr. Für die USA wurde der Export um 0,4 Mio. t auf 41,1 Mio. t nach oben gesetzt. Die US-Endbestände hat das USDA hingegen unverändert bei 4,1 Mio. t belassen und nicht wie von den Analysten erwartet (wegen der starken Exporte) nach unten korrigiert. Unverändert blieb auch die chinesischen Importmenge bei 69 Mio. t und damit fast 10 Mio. t größer als im letzten Wirtschaftsjahr (59,9 Mio. t). Die Soja-Importe der Europäer wurden mit 12,3 Mio. t ebenfalls nicht verändert, während das USDA die erwarteten europäischen Schrotimporte von 20,6 Mio. t auf 19,10 Mio. t deutlich zurücksetzte. Im letzten Wirtschaftsjahr importierten die Länder der EU insgesamt 12,5 Mio.t Soja, jedoch nur 16,9 Mio. t Schrot.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass
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